Ferrari HC25: Neues Einzelstück auf F8 Spider-Basis
V8-Power ohne Hybrid-Zusatz – Ferrari zeigt mit dem HC25 einen radikalen Roadster für einen texanischen Kunden
Wir kennen das Spielchen jetzt ja schon eine ganze Weile. Wer genug Geld nach Maranello trägt, bekommt so gut wie alles, was er möchte - auch ein Auto, dass es so nur einmal gibt. Und wir sprechen hier nicht einfach von einer speziellen Lackfarbe. Das neueste Ergebnis einer solchen Bemühung ist nun in Texas, genauer gesagt auf dem Circuit of the Americas (COTA), ins Rampenlicht gerollt: Sagen Sie Hallo zum Ferrari HC25.
Er ist das neueste Kind des „Special Projects“-Programms und markiert gewissermaßen den Schlusspunkt einer Ära. Während die Marke etwa mit dem 296 oder dem F80 längst neue, elektrifizierte Wege geht, lässt der HC25 noch einmal das klassische Mittelmotor-V8-Layout ohne jede elektrische Unterstützung aufleben.
Bildergalerie: Ferrari HC25
Wer unter die markante Hülle blickt, findet die bewährte Architektur des F8 Spider. Das bedeutet: Ein 3,9-Liter-V8-Biturbo mit 720 PS, der seine Kraft rein über die Hinterräder auf den Asphalt bringt. Doch während der F8 Spider für seine eher organischen, fast schon weichen Linien bekannt ist, schlägt der HC25 eine deutlich technischere Richtung ein. Man erkennt hier bereits die Designsprache, die Flavio Manzoni und sein Team zuletzt beim Flaggschiff F80 etabliert haben – scharf gezeichnete Kanten treffen auf muskulöse Radhäuser.
Der größte Unterschied zum herkömmlichen F8 Spider liegt in der optischen Aufteilung der Karosserie. Der HC25 wirkt wie aus zwei separaten Körpern zusammengesetzt, die durch ein umlaufendes, glänzend schwarzes Band verbunden werden. Dieses Band ist nicht nur Zierrat, sondern integriert geschickt die Lufteinlässe und die Wärmeabführung für den Achtzylinder. Ein weiteres Highlight sind die Türgriffe, die in massive Aluminium-Klingen integriert wurden – eine Lösung, die den F8 Spider im Vergleich fast schon bürgerlich wirken lässt.
Auch bei der Lichtsignatur geht Ferrari neue Wege. Die Scheinwerfer nutzen Module, die so noch in keinem anderen Modell zum Einsatz kamen, und die Tagfahrlichter bilden eine Boomerang-Form an den Vorderkanten der Kotflügel. Lackiert ist das Einzelstück in „Moonlight Grey“, einem matten Farbton, der im harten Kontrast zu den gelben Bremssätteln und den gleichfarbigen Akzenten im Innenraum steht. Dort dominiert ein graues Hightech-Gewebe, das den Fokus auf die Funktion legt.
Ferrari HC 25
Der HC25 reiht sich ein in eine mittlerweile beachtliche Liste von One-Offs der jüngeren Vergangenheit. Wir erinnern uns an den SP8 aus dem Jahr 2023, der ebenfalls auf dem F8 Spider basiert, aber gänzlich ohne Verdeck auskommen muss. Oder an den SP51, einen Roadster auf Basis des 812 GTS, der die Tradition der V12-Frontmotor-Sportwagen feiert. Auch der KC23, der auf dem Rennwagen 488 GT3 Evo fußt, zeigte, wie weit Ferrari für seine treuesten Kunden geht.
Was den HC25 von seinen Vorgängern abhebt, ist die Rolle als „Brückenschlag“. Er nimmt die Mechanik des letzten reinen V8-Spiders und hüllt sie in ein Kleid, das optisch bereits in die Zukunft der Marke weist. Für den namentlich nicht genannten Kunden dauerte die Reise von der ersten Skizze bis zur Präsentation in Austin rund zwei Jahre.
Die technischen Daten des Ferrari HC25:
Motor
Layout: V8 – 90° – Turbo – Trockensumpf
Gesamthubraum: 3.902 cc
Maximale Leistung: 720 PS @ 7.000 rpm
Maximales Drehmoment: 770 Nm @ 3.250 rpm
Spezifische Leistung: 185 PS/l
Maximale Drehzahl: 8.000 rpm
Verdichtungsverhältnis: 9,6:1
Abmessungen und Gewichte
Länge: 4.758 mm
Breite: 2.006 mm
Höhe: 1.183 mm
Radstand: 2.650 mm
Spurweite vorne: 1.699 mm
Spurweite hinten: 1.678 mm
Kofferraumvolumen: 200 Liter
Tankinhalt: 78 Liter
Räder
Vorne: 245/35 ZR 20 J9.0
Hinten: 305/35 ZR 20 J11.0
Bremsen
Vorne: 398 x 223 x 38 mm
Hinten: 360 x 233 x 32 mm
Getriebe
7-Gang-Doppelkupplungsgetriebe (F1)
Fahrleistungen
Höchstgeschwindigkeit: 340 km/h
0-100 km/h: 2,9 s
0-200 km/h: 8,2 s
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