Vom Außenseiter zum Phänomen: Xiaomi fordert Tesla heraus
In China zieht der YU7 am Model Y vorbei, während Xiaomi mit neuen Modellen und globalen Ambitionen weiter Tempo macht
Zuerst war es Tesla, dann Xiaomi. Was die beiden Marken verbindet, ist die Geschwindigkeit, mit der sie zu echten Trendphänomenen wurden. Während der US-Hersteller Elektroautos wettbewerbsfähig und vergleichsweise erschwinglich machte, ist dem chinesischen Konzern noch mehr gelungen: Xiaomi hat E-Autos zu begehrenswerten, fast "coolen" Produkten gemacht.
Heute gelten beide Marken für Millionen Menschen, die über den Umstieg auf ein Elektroauto nachdenken, als wichtige Referenzpunkte. Tesla bleibt in der westlichen Hemisphäre der Platzhirsch, nicht zuletzt dank seines First-Mover-Vorteils mit überzeugenden und relativ bezahlbaren E-Modellen. Allerdings holen etablierte Hersteller wie Volkswagen, BMW, Mercedes-Benz, Hyundai und Toyota schnell auf.
Der Xiaomi SU7 Ultra ist die extremste Version der chinesischen Limousine
Der Xiaomi SU7 in seiner Standard-Ausführung
Dennoch war das Tesla Model Y im ersten Quartal sowohl in Europa als auch in den USA das meistverkaufte Elektroauto. In China zeigt sich ein anderes Bild: Laut Einzelhandelsdaten von BestSellingCarsBlog.com verzeichnete das Tesla Model Y in den ersten beiden Monaten des Jahres ein Absatzminus von zwei Prozent. Die Spitze übernahm stattdessen der Xiaomi YU7, der sich zum meistverkauften Modell des Landes entwickelte.
Der schnelle Aufstieg von Xiaomi in China
Nach dem anfänglichen Boom der Limousine SU7 brachte Xiaomi mit dem YU7 auch ein SUV auf den Markt. Ein Schritt zur richtigen Zeit: Xiaomi hielt damit die Aufmerksamkeit rund um die Marke hoch, zusätzlich befeuert durch kontinuierliche Software-Updates und laufende Verbesserungen bei Batterie-Performance und Effizienz.
Der Xiaomi YU7 ist das meistverkaufte Modell in China
Die Ergebnisse sprechen für sich: Bis Februar hat Xiaomi in China mehr Autos als Tesla verkauft und ist zur 13.-meistverkauften Automarke des Landes aufgestiegen. Ein beachtlicher Meilenstein, zumal damit selbst ein Schwergewicht wie Mercedes hinter sich gelassen wurde.
Der Wert dieser Zahl gewinnt zusätzlich an Gewicht, wenn man berücksichtigt, dass Xiaomi genau wie Tesla derzeit lediglich zwei Modelle im Programm hat und der Xiaomi SU7 aktuell ein Model-Year-Update durchläuft – ein Schritt, der sich zwangsläufig auf Verfügbarkeit und Absatzvolumen auswirkt.
Welche Neuheiten bei Xiaomi als Nächstes anstehen
Xiaomi befindet sich allerdings schon in der finalen Entwicklungsphase seines nächsten Modells: ein Full-Size-SUV mit über 5,2 Metern Länge und drei Sitzreihen, das voraussichtlich den Namen YU9 tragen wird. Mit diesem Fahrzeug will der chinesische Hersteller in eines der aktuell profitabelsten und gefragtesten Segmente des Heimatmarkts vorstoßen.
Und damit nicht genug: In den kommenden 24 Monaten werden weitere Wachstumschancen erwartet, während Xiaomi den Start seiner internationalen Expansion vorbereitet. Genau dann könnte der Wettbewerb noch spannender werden.
Wie bereits in China hat Xiaomi das Potenzial, sich auch in strategisch wichtigen Märkten wie Australien, dem Nahen Osten, Skandinavien, dem Vereinigten Königreich und den Niederlanden zu etablieren. Ähnlich wie Tesla vor einigen Jahren könnte die Marke dazu beitragen, die Kräfteverhältnisse in der Autoindustrie in zahlreichen Regionen neu zu verschieben.
Die entscheidende Frage lautet daher eine andere: Sind die etablierten Hersteller hierzulande wirklich bereit für diese neue Welle der Konkurrenz? Im Moment scheint die Antwort ziemlich eindeutig: nein.
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