Kia K4 (2026) mit 150 PS im Test: Neuer Name, neues Glück?
Der Fünftürer gibt sich auffällig. Sticht auch der Rest aus der Masse hervor?
Neue Zeiten verlangen nach neuen Namen. So gut wie alle Autohersteller zerbrechen sich den Kopf, was man ans Heck der Elektroautos schreibt. Irgendetwas frisches, aber bitte nicht zu weit weg von den aktuellen Verbrennern. BMW etwa setzt auf 3er/i3, Mercedes pappt seiner Strom-C-Klasse ein zusätzliches "elektrisch" dran. Und Kia? Dort beerdigt man traditionelle Namen für mehr Klarheit.
Aus dem Ceed wurde kürzlich nach fast 20 Jahren der K4. K wie "konventionell" oder "Kolbenmotor" im Gegensatz zum rein elektrischen EV4. Die SUVs behalten hingegen ihre bisherigen Namen. Wichtigster Punkt seitens Kia beim K4 ist die globale Vereinheitlichung der Modelle Forte (USA/Asien) und Ceed (Europa) in einem Fahrzeug. Und so werden alle K4 denn auch in Mexiko gebaut. Im bisherigen Ceed-Werk in der Slowakei regiert jetzt der EV4.
Bildergalerie: Kia K4 1.6 T-GDI (2026) im Test
Den Kia K4 gibt es als Fünftürer und als Kombi, werfen wir ein Blick auf die Daten des von uns getesteten Fünftürers. Er hat die mittlere Leistungsstufe mit 150 PS unter der Haube, es gibt noch 115 respektive 180 PS. Diesel sind nicht im Programm, eventuell folgt noch ein Plug-in-Hybrid.
| Schnelle Daten | Kia K4 1.6 T-GDI (110 kW) |
| Antrieb | Vierzylinder-Turbobenziner, 1.598 ccm |
| Getriebe | 7-Gang-Doppelkupplungsgetriebe |
| Leistung | 110 kW (150 PS) bei 4.500 - 6.000 U/min |
| Drehmoment | 250 Nm bei 1.500 - 4.000 U/min |
| Kofferraumvolumen | 438 - 1.217 Liter |
| Preis | ab 34.290 Euro |
Karosserie/Design
Der Kia K4 positioniert sich bewusst als mutiger Gegenentwurf zum oft konservativen Design seiner Mitbewerber. Ob einem die Optik zusagt, bleibt zwar Geschmackssache, doch gerade der Verzicht auf Einheitsbrei macht das Fahrzeug sympathisch. Verantwortlich für die Stilistik war übrigens der frühere BMW-Designer Karim Habib.
Während das Heckdesign polarisiert und – überspitzt gesagt – wohl nur eine Mutter lieben kann, überzeugt die Frontpartie mit einer durchaus hübschen Linienführung. Diese "Star Map" orientiert sich am EV4 und Sportage. Ein besonderes Lob verdient die Farbpalette: In der Lackierung "Feuer-Rot Metallic" (790 Euro) macht der K4 eine hervorragende Figur.
Was aber sofort auffällt: Der K4 Fünftürer ist ganz schön groß geworden. 4,44 Meter sind gut 13 Zentimeter mehr als beim Ceed. Auch der Radstand hat um sieben Zentimeter zugelegt. Das wirkt sich positiv auf das Platzangebot aus. 438 bis 1.217 Liter Kofferraumvolumen sind ein guter Wert.
Als besonders nachteilig empfanden wir die langen hinteren Türen samt ihren integrierten Türgriffe (eine Mode von leider immer mehr Herstellern ...). Sie spannen sich relativ weit über die Radkästen Will man Passagiere bequem einsteigen lassen, empfiehlt es sich, schmale Parklücken zuerst zu verlassen. Ansonsten droht unschöner Kontakt mit den Nachbarn. Im Umkehrschluss müssen sich die Fondpassagiere zum Schließen bei vollem Öffnungswinkel weit strecken.
Auch unschön: Die Heckklappe schließt sehr laut, selbst wenn man sie nicht massiv zuschlägt. Hier wäre die Option einer E-Klappe mal wirklich sinnvoll. Kurios: Der Heckscheibenwischer verbirgt sich im Dachkantenspoiler.
| Abmessungen | Kia K4 1.6 T-GDI (110 kW) |
| Länge | 4.440 mm |
| Breite | 1.850 mm |
| Höhe | 1.435 mm |
| Radstand | 2.720 mm |
| Kofferraumvolumen | 438 - 1.217 Liter |
| Leergewicht | 1.487 - 1.592 kg |
| Zuladung | 453 kg (maximal) |
| Anhängelast | 1.410 kg |
| Stützlast/Dachlast | 75 kg/n.b. |
Innenraum
Im Interieur spielt der K4 seine Stärken voll aus und erweist sich als echter Konkurrent für den VW Golf. Die Verarbeitung ist tadellos, und das Bedienkonzept überzeugt durch eine intuitive Mischung aus Tasten, Wippen und Walzen in der Mittelkonsole, die qualitativ über "schnöde Knöpfe" hinausgehen. Ein echtes Highlight ist die metallene Walze für die Lautstärkeregelung. Auch das Multifunktionslenkrad lässt sich nach kurzer Eingewöhnung blind bedienen.
Deutlich spür- und sichtbar ist der gegenüber dem Ceed höhere Hartplastikanteil. Früher gab es mehr genarbten Kunststoff, hier zeigt sich die Zielrichtung Nordamerika. Ein echter Minuspunkt. Gleiches für die teilweise vom Lenkradkranz verdeckte Klimasteuerung auf einem 5,3-Zoll-Display zwischen den Instrumenten und dem Touchscreen (beide jeweils 12,3 Zoll). Zur Ehrenrettung sei aber gesagt: So oft verstellt man dort nichts, die Temperatur ist immer im Blick. Gut hingegen: Echte Tasten für den Direktzugriff unterhalb des zentralen Bildschirms.
Das Gesamtpaket aus bequemen Sitzen und cleveren Details – wie den frei belegbaren Softkeys – gefällt. Eine charmante Extravaganz zeigt sich bei der Steuerung von Sitz- und Lenkradheizung, die über Tasten direkt über den Türöffnern erfolgt. Angenehm großzügig ist die Beinfreiheit im Fond. Länge läuft ...
Antrieb/Fahreindrücke
150 PS waren einst GTI-Niveau, heutzutage sieht das anders aus. Denn beim K4 bekommen sie es mit rund 1,5 Tonnen zu tun. Und das merkt man. Der 1,6-Liter-Turbovierzylinder wirkt unter Last angestrengt und kommt nicht recht aus der Knete. Man mag sich gar nicht vorstellen, wie das erst mit der 115-PS-Basis ist. 12 Sekunden auf 100 km/h sind es dort, hier bei unserem Probanden 9,1 Sekunden. Eigentlich eine ordentliche Sprintzeit, die aber desöfteren durch ein unharmonisches Ansprechverhalten überlagert wird.
Gut gefallen hat uns die durchaus direkte Lenkabstimmung, in Kurven erweist sich der K4 Fünftürer als ausladendes Auto. Es gibt zwar einen Sport-Modus, aber man darf ihn getrost einmotten. Unser Proband war mit Winterreifen des Formats 235/18 bestückt. Damit ist der Federungskomfort zwar manierlich, doch Abrollgeräusche sind deutlich vernehmbar.
Kia K4 1.6 T-GDI (2026) im Test
Das Doppelkupplungsgetriebe (DCT) arbeitet angenehm unauffällig, der Durchzug ist stimmig und die Dämmung sorgt dafür, dass es im Innenraum stets kultiviert zugeht. Dennoch verspielt der Antrieb im Test wertvolle Punkte. Die getestete 150-PS-Version enttäuschte durch eine mangelnde Effizienz.
| Fahrleistungen | Kia K4 1.6 T-GDI (110 kW) |
| 0-100 km/h | 9,1 Sek. |
| Höchstgeschwindigkeit | 205 km/h |
| Verbrauch | 6,9 Liter/100 km (WLTP) |
| CO2-Emissionen | 155 g CO2/km (WLTP) |
Verbrauch/Preis
Im Durchschnitt genehmigte sich der Wagen 7,4 Liter auf 100 km, wobei die Werte häufig deutlich über der 7-Liter-Marke lagen. Selbst bei extrem sparsamer Fahrweise waren kaum weniger als die vom Werk angegebenen 6,9 Liter realisierbar. Für einen modernen Kompaktwagen des Jahres 2026 ist das schlichtweg zu viel – insbesondere im Vergleich zu deutlich älteren Fahrzeugen mit höherer Leistung.
Die Preisgestaltung des K4 zeigt eine enorme Spreizung. Während die Basisversion "Core" überraschenderweise ohne Klimaautomatik auskommt, lässt sich die Topversion "GT-Line" sogar mit Sitzbelüftung ausstatten. Als Preis-Leistungs-Tipp empfiehlt sich die "Vision"-Ausstattung, mit ihr geht der 1.6 T-GDI auch erst los. 34.290 Euro sind dann der Grundpreis in Deutschland. Inklusive ist hier schon alles Wesentliche: 16-Zoll-Alufelgen, Sitzheizung vorn, beheizbares Lenkrad, Zwei-Zonen-Klimaautomatik, Navi und natürlich unzählige Assistenten.
Wir würden zum "Spirit" für 35.890 Euro raten. Hier ist der Fahrersitz elektrisch verstellbar, die hinteren Scheiben sind getönt und die Beleuchtung komplett LED. Extras außer der Lackierung braucht es da eigentlich nicht mehr. Wo liegt die Konkurrenz? 36.440 Euro verlangt VW mindestens für einen Golf mit 150 PS. Der jüngst überarbeitete Opel Astra mit 145-PS-Benziner startet bei 32.990 Euro. Günstig im strengeren Sinne ist ein Kia schon lange nicht mehr. Apropos: Der EV4 mit mindestens 204 PS geht bei 37.590 Euro vor Prämien los.
Fazit: 7/10
Der Kia K4 ist eigentlich ein gutes Auto, das in Sachen Verarbeitung, Ausstattung und Bedienung keinen Vergleich scheuen muss. Er ist ein charakterstarker Begleiter, der vieles richtig macht. Hinzu kommen die bei Kia üblichen sieben Jahre Garantie. Massive Abzüge gibt es jedoch für den nur mäßig agierenden Motor, dessen hoher Verbrauch in der heutigen Zeit einfach nicht mehr zeitgemäß ist und das ansonsten gute Gesamtbild trübt.
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