Audi: Neuer Supersportwagen könnte „eines Tages“ kommen
Selbst wenn Audi tatsächlich einen neuen Supersportwagen baut, wird es wahrscheinlich kein R8 sein
Audis Modellpalette könnte durchaus etwas mehr Glanz vertragen. Der Anfang scheint gemacht - mit den beiden neuen RS 5s, die optisch und technisch ordentlich auf den Putz hauen. Zudem steht die neue RS 6-Generation in den Startlöchern, da wird es ganz ähnlich aussehen. Eine schändliche Lücke schließen aber auch die neuen Powerhäuser nicht: Audi hat keinen einzigen Zweitürer mehr.
Nachdem A5, TT und R8 Geschichte sind, wird ein Coupé schmerzlich vermisst. Genau diese Lücke wollen die Ingolstädter mit dem Concept C schließen, das innerhalb der nächsten zwei Jahre kommen soll. Gleichzeitig soll es das fehlende Cabrio-Angebot kompensieren: Der stromernde Sportwagen ist mit einem elektrisch versenkbaren Targa-Dach geplant. Mit Blick weiter nach vorn lässt Audis Chef zudem die Tür für einen weiteren Supersportler offen.
In einem Interview mit Car and Driver sagte Gernot Döllner, ein Imageträger-Modell sei „irgendwann denkbar“. Der Herr der Ringe schloss dabei eine Rückkehr des Namens R8 aus – so wie auch das Concept C in der Serienversion nicht als TT antreten wird. Weitere Details nannte Döllner nicht, doch es liegt nahe, dass ein möglicher Supersportler auf der Plattform des Lamborghini Temerario basieren würde.
Audi R8 der ersten Generation
Frühere R8-Generationen waren eng verwandt mit Lamborghini Gallardo und Huracán, um Entwicklungskosten zu teilen – und angesichts des aktuellen wirtschaftlichen Umfelds wäre es schwer verargumentierbar, eine Plattform von Grund auf neu zu entwickeln. Schließlich stammt auch das Concept C aus derselben Familie wie Porsches neue 718er Elektro-Sportwagen. Wobei weiterhin unklar ist, ob die elektrischen Boxster und Cayman aus Zuffenhausen noch wie geplant kommen.
Erst Anfang der Woche sagte Döllner australischen Medien, dass Audi für einen Offroader als Gegner der Mercedes G-Klasse auf eine vorhandene Leiterrahmen-Plattform zurückgreifen müsste. Zwischen den Zeilen deutete der CEO damit ein Modell auf Basis des Scout Traveler an – ein geländegängiges Elektro-SUV, das 2027 kommen soll und optional mit Range Extender angeboten wird.
Plattform-Sharing ist heute relevanter denn je. Der Volkswagen-Konzern muss jeden Euro umdrehen, um wettbewerbsfähig zu bleiben, während der Druck aus China in Europa und anderen Regionen wächst. Das Manager Magazin berichtete zuletzt, der Autokonzern plane „massive“ Kostensenkungen – möglicherweise bis zu 20 Prozent, um bis Ende 2028 60 Milliarden Euro einzusparen.
Lamborghini Temerario
Motor1 meint: Logisch betrachtet steht ein neuer Supersportler kaum weit oben auf der Prioritätenliste – vor allem, da das Concept C bereits für die Serie freigegeben ist. Ein exotisches Modell könnte reichen: Döllner räumte bereits ein, dass die Verkäufe im „sehr niedrigen fünfstelligen“ Bereich liegen werden. Ein noch teureres Modell mit Lamborghini-Wurzeln wäre noch schwerer zu verkaufen – auch wenn es den Vorteil hätte, von einem Verbrennungsmotor angetrieben zu werden.
Den Temerario als Basis zu nutzen, würde die Entwicklung beschleunigen und Kosten begrenzen. Döllners Tonlage deutet jedoch darauf hin, dass ein indirekter R8-Nachfolger vorerst Wunschdenken bleibt. Da der elektrische Sportwagen um 2028 erwartet wird, ist es unrealistisch, noch in diesem Jahrzehnt mit Audis Interpretation eines neuen Supercars zu rechnen – sofern es überhaupt kommt.
Quelle: Car and Driver
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