Der Lexus LS erfindet sich neu: Als sechsrädriger Luxus-Minivan
Der Name mag bekannt sein – alles andere ist komplett anders
Vergessen Sie alles, was Sie über den Lexus LS zu wissen glauben – das hier ist definitiv nicht er. Der Name erinnert zwar an das Flaggschiff der Marke, doch sonst wurde alles auf den Kopf gestellt. Die beiden Buchstaben stehen jetzt nicht mehr für "Luxury Sedan", sondern für "Luxury Space" – und genau das liefert dieses kantige Gefährt im Überfluss.
Ein LS-Minivan klingt zunächst wie eine dieser verrückten Ideen, die eine KI an einem verregneten Nachmittag ausspucken würde – aber dieses Fahrzeug ist tatsächlich real. Vor zwei Wochen wurde er hinter reichlich Nebel im Bild und mit viel Geheimniskrämerei angekündigt. Damit wir alle auf dem selben Level sind, haben wir Ihnen den ursprünglichen LS hier unten noch mal neben das LS Minivan Concept gepackt. Ja, sieht absurd aus, ich weiß!
Lexus LS 400 (1989-2000)
Lexus LS Concept
Sein Debüt feiert der LS auf der Japan Mobility Show 2025 als extravagantes Großraummobil mit sechs Rädern und drei Sitzreihen. Überraschend ist das nicht wirklich: Lexus ist im Van-Geschäft kein Neuling. Seit 2019 verkauft die Marke den LM, eine veredelte Version des Toyota Alphard/Vellfire. Diese neue Designstudie aber setzt noch einen drauf – und das nicht nur wegen der zusätzlichen Achse.
Toyotas Chief Branding Officer Simon Humphries sagte kürzlich, Lexus wolle "als Pionier vorangehen" und "sich freier bewegen". Dieses radikale Konzept passt perfekt zu dieser Ansage – es markiert einen drastischen Bruch mit allem, was der LS seit seiner Einführung 1989 verkörperte. Das kantige Design ist ganz auf Raum ausgelegt und bietet einen enormen Innenraum, der von einem gigantischen, zweiteiligen Panoramadach überspannt wird.
So abgefahren das Ganze aussieht – eine Serienversion scheint tatsächlich nicht völlig ausgeschlossen. Toyota-Chef Akio Toyoda ist überzeugt, dass das Entwicklungsteam den LS-Minivan Realität werden lassen kann und damit indirekt die klassische LS-Limousine ablöst:
"Es ist eine unglaubliche Herausforderung. Von einem Lexus erwarten die Menschen bestimmte Dinge – Ruhe, Komfort und die Fähigkeit, jede Straße zu meistern. Ein sechsrädriges Fahrzeug muss all das bieten. Jeder im Team ist hochmotiviert, und ich bin sicher, sie werden es schaffen."
Über technische Daten schweigt sich Lexus noch aus, doch das LS-Concept wirkt wie das größte Fahrzeug, das die Marke je gebaut hat. Laut Lexus soll das ungewöhnliche Sechsrad-Layout das Packaging revolutionieren – wie genau, bleibt offen. Auffällig sind jedenfalls die geteilte Heckklappe und jede Menge Beinfreiheit für die Passagiere im Fond. Bambusjalousien sorgen zudem für Privatsphäre im luxuriösen Innenraum.
Vermutlich fährt das LS-Concept vollelektrisch – um maximalen Platz und die gewohnte Flüsterlautstärke eines Lexus-Flaggschiffs zu bieten. Die zusätzliche Achse bringt zwar Komplexität und potenzielle Geräuschquellen mit sich, doch Lexus scheint überzeugt, das im Griff zu haben.
Eines muss man den Japanern lassen: Sie denken hier wirklich weit über den Tellerrand hinaus – auch wenn die Wiederverwendung des LS-Namens etwas irritiert. Auf der Japan Mobility Show ist der Minivan nicht mal das einzige Fahrzeug, das den Namen LS sehr frei interpretiert, wie dieses Lexus LS Coupé Concept mit abgefahrener Kofferraumkonstruktion zeigt.
Andererseits schlägt Lexus klar einen neuen Kurs ein. Vielleicht müssen wir uns einfach daran gewöhnen, dass die Marke künftig Autos baut, die alle Konventionen sprengen. Trotzdem: Der Sprung von der klassischen Limousine zu einem exzentrischen Minivan ist ein ziemlich großer. Oder, um es mit den ungefilterten Worten unseres deutschen Chefredakteurs vor Ort abzuschließen: "völlig irre!"
Quelle: Lexus
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