Audi will Optionen einschränken, weil 100 Lenkräder zu viel sind
Künftige Modelle sollen weniger Extras haben, dafür qualitativ hochwertiger sein
Einer der Vorteile beim Kauf eines Premium-Automobils ist die große Auswahl an Optionen. In der Regel gilt: Je höher der Einstiegspreis, desto länger die Liste der Extras. Bei Audi ist der Konfigurator besonders komplex – doch das dürfte sich bei künftigen Modellen ändern. Die Marke des Volkswagen-Konzerns will die Zahl der Extras deutlich reduzieren. Dabei geht es nicht nur um Kostensenkung, sondern auch um Vorteile für den Kunden.
CEO Gernot Döllner erklärte gegenüber Auto Express, dass Audi sich durch eine Verschlankung der Individualisierungsoptionen stärker auf hochwertige Details konzentrieren könne. Er nannte als Beispiel das Lenkrad: „Wir glauben, dass drei, vielleicht vier Varianten völlig ausreichen. Im Moment haben wir über 100!“
Das Ziel sei es, den Innenraum insgesamt wertiger wirken zu lassen – vor allem an den wichtigen Kontaktpunkten wie dem Lenkrad. Die Ingolstädter mussten zuletzt viel Kritik bezüglich der Wertigkeit ihrer Innenräume einstecken, gelobten aber Besserung. Auch Audis Designchef Massimo Frascella sieht das so und betont, dass ein Teil der eingesparten Kosten in bessere Materialien fließen soll: „Wir können hochwertigere Elemente verbauen, weil wir reduziert haben.“
Im Kern verfolgt Audi also einem „Weniger ist mehr“-Ansatz, von dem beide Seiten profitieren sollen. Einen ersten Vorgeschmack gab es bereits mit dem gestern vorgestellten Concept C. Der kompakte Sportwagen mit Anklängen an den R8 verfügt über eloxierte Aluminium-Bedienelemente, während das Markenlogo im Lenkrad aus echtem Metall besteht.
Ob die Serienversion, die 2027 erscheinen soll, diese hochwertigen Details beibehält, bleibt abzuwarten – die Chancen stehen jedoch gut. Besonders freuen würden wir uns über die Möglichkeit, den Touchscreen wie bei manchen Modellen der 2010er-Jahre verbergen zu können. Zudem bietet das Concept C separate Bedienelemente für die Klimaanlage, wenn auch berührungsempfindlich.
Audi Concept C (2025)
Der heckgetriebene Sportwagen, der auch als Roadster gedacht ist, gibt einen klaren Ausblick auf Audis künftige Designsprache – innen wie außen. Im Cockpit setzt die Marke auf eine „Reduktion aufs Wesentliche – ohne überflüssige Linien oder Elemente“. Dieser unter dem Motto „Streben nach Klarheit“ formulierte Ansatz soll künftig die gesamte Modellpalette prägen. Das Serienmodell des Concept C wird dabei den Anfang machen.
Ein weiterer Schritt zur Schärfung des Premium-Images ist die Straffung des Angebots: Der auf dem VW Polo basierende A1 wird mit dem Ende der aktuellen Generation eingestellt. Auch der Q2 steht vor dem Aus. Damit wird der A3 künftig das Einstiegsmodell der Vier Ringe sein. 2026 soll allerdings ein neuer, rein elektrischer Kompaktwagen diese Rolle übernehmen.
Quelle: Auto Express
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