Koenigsegg schlägt zurück: Jesko holt sich absurden Rimac-Rekord
Die Schweden brauchten nur vier Wochen und einige Softwareanpassungen für die 0-400-0-km/h-Challenge
Hach, sind sie nicht knuffig? Rimac aus Kroatien und Koenigsegg aus Schweden wirken ein bisschen wie das Automobilindustrie-Äquivalent zu Tom und Jerry, Road Runner und Coyote, Itchy und Scratchy – oder am Ende vielleicht doch eher wie Darth Vader und Luke Skywalker. Die ewige Diskussion um die Antriebsfrage. Wer ist besser? Elektro oder Verbrenner?
In regelmäßigen Abständen stellen die beiden Hypercar-Manufakturen wahnwitzige Rekorde auf. Liefert Koenigsegg ab, kann man die Uhr danach stellen, dass bald auch Rimac auf einem Testtrack erscheinen wird. Letztere hatten sich im Juli gerade erst den prestigeträchtigen 0-400-0-km/h-Titel an Land gezogen.
Bildergalerie: Koenigsegg Jesko (2025) Absolut 0-400-0 km/h Rekordfahrt (2025)
Natürlich können das die Schweden nicht auf sich sitzen lassen. Alles, was Koenigsegg dafür machen musste, um den 0-400-0-km/h-Rekord von Rimac zurückzuerobern, waren ein paar Software-Änderungen am Jesko Absolut. Die Software-Ingenieure des Unternehmens verbesserten das Lightspeed-Getriebe und das Motormanagementsystem und führten eine neue Torque-Control ein. Die Folge sei eine Traktion "wie nie zuvor".
Dabei waren die Bedingungen am Rekordtag, dem 7. August 2025, auf dem Flugplatz von Örebro in Schweden gar nicht optimal. Am Morgen hatte es noch geregnet, weshalb es Werkstestfahrer Markus Lundh am Steuer des Jesko Absolut mit einer abtrocknenden Strecke zu tun bekam.
Doch Auto und Fahrer zeigten sich unbeeindruckt. Der Jesko absolvierte den 0-400-0 km/h-Lauf in wahnwitzigen 25,21 Sekunden und nahm dann gleich auch noch die 0-250-0-mph-Challenge in 25,67 Sekunden mit ... wenn man eh einmal dran ist. Mit optimalen Bedingungen scheint also durchaus noch mehr drin zu sein.
Damit war die Schweden-Rakete insgesamt eine halbe Sekunde schneller als der Rimac Nevera R. Diese Dimensionen sind eigentlich kaum noch vorstellbar. Und da das alles so gut geklappt hat, werden die technischen Anpassungen natürlich an alle Kunden weitergegeben. Wer kann, der kann!
Koenigsegg nennt das Update übrigens "Absolut Overdrive". Der Rimac ist eine 2.107 PS starke elektrische Fahrmaschine, der Koenigsegg kommt mit einem ungestümen 5,0-Liter-V8-Motor mit Biturboaufladung, der 1.600 PS leistet. Eigentlich könnten die beiden nicht unterschiedlicher sein, und doch trennt sie am Ende "nur" eine halbe Sekunde.
Hier der Vergleich zwischen Jesko Absolut und Rimac Nevera R:
| Rekord | Koenigsegg Jesko Absolut | Rimac Nevera R | Differenz |
| 0-400-0 km/h (249 mph) | 25,21 Sekunden | 25,79 Sekunden | 0,58 Sekunden |
| 0-400 km/h | 16,77 Sekunden | 17,35 Sekunden | 0,58 Sekunden |
| 400-0 km/h | 8,44 Sekunden | - | - |
| 0-250-0 mph | 25,67 Sekunden | 26,20 Sekunden | 0,53 Sekunden |
| 0-250 mph | 17,18 Sekunden | - | - |
| 250-0 mph | 8,49 Sekunden | - | - |
Die Tabelle zeigt, dass der Jesko vor allem bei der Beschleunigung zugelegt haben muss. Dieselbe Differenz zwischen Sprint und Sprint-Stopp lässt vermuten, dass beide Autos im Test in etwa gleich schnell zum Stehen kommen.
"Dass wir dieses Leistungsniveau mit einem Serienauto mit Verbrennungsmotor und Hinterradantrieb erreichen, das alle Elektroautos mit Allradantrieb auf gerader Strecke schlägt, ist fast magisch und zeigt, dass 'Wahrheiten' umgeschrieben werden können", sagte Firmengründer Christian von Koenigsegg
Tatsächlich waren für Rimacs Rekordversuch im Juli 2025 mehr Anpassungen nötig. Unter anderem gab es ein neues Aero-Paket, neue Reifen und ein neu kalibriertes Allrad-Torque-Vectoring-System. Zurückgeholt hat sich den Rekord übrigens derselbe Jesko, der 2024 den bisherigen Rekord von Koenigsegg aufgestellt hatte.
Quelle: Koenigsegg
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