Opel Corsa Station Wagon (1998): Kennen Sie den noch?
Es gab tatsächlich mal einen Kombi-Corsa ... aber nicht für Deutschland
Vielleicht denken Sie sich beim Anblick des Titelbildes: Das ist doch Photoshop oder KI! Ist es aber nicht. Wir werfen einen Blick zurück in eine Zeit, als der Kleinwagen-Kombi noch weitverbreitet und nicht vom SUV abgelöst war.
Denn es gab so einige: VW Polo Variant alias Seat Cordoba, später den Ibiza ST. Aus Frankreich den Peugeot 206 und 207 SW sowie den Renault Clio Grandtour. Aus Italien den Innocenti Elba alias Fiat Duna, später den Fiat Palio. Und als letzten Mohikaner bis 2022 den Skoda Fabia Combi. Aber auch den Lada Kalina 1117 Kombi.
Bildergalerie: Opel Corsa B (1993-2000)
Im Jahr 1998, zu einer Zeit, in der Kombis eine führende Rolle auf dem europäischen Automobilmarkt spielten, entschied sich Opel Italia, seine Position in diesem Segment weiter auszubauen. Ergänzend zu den bereits etablierten Kombiversionen von Opel Astra, Vectra und Omega präsentierte das Unternehmen eine weitere Kombivariante – basierend auf der zweiten Generation des Opel Corsa.
Das Modell war das Ergebnis einer Zusammenarbeit zwischen dem deutschen Mutterkonzern und dem Entwicklungszentrum der brasilianischen Tochtergesellschaft. Generell war der 1993 vorgestellte Corsa B als Weltauto konzipiert worden, so gab es auch eine Variante mit Stufenheck, die in China bis 2009 als Buick/Chevrolet Sail vom Band lief. Auch in Indien und Südafrika wurde der Corsa B gebaut. Über vier Millionen Corsa B liefen allein in Europa bis zum Jahr 2000 vom Band.
Bildergalerie: Chevrolet Corsa Sedan / Classic
Auf verschiedenen südamerikanischen Märkten, insbesondere in Uruguay, wurde der Opel Corsa B unter dem Markennamen Chevrolet vermarktet. Je nach Land und Ausführung trug das Modell die Bezeichnungen Corsa, Corsa Classic oder Classic. Die Kombivariante mit einer Länge von etwas über vier Metern wurde unter dem Namen Chevrolet Corsa Station Wagon angeboten und zwischen 1997 und 2001 im GM-Werk in Rosario (Provinz Santa Fe, Argentinien) produziert. Ein Import nach Europa erfolgte ausschließlich durch Opel Italia.
Die ursprüngliche Konstruktion dieses Kombis geht auf eine deutsche Entwicklung zurück: Der Entwurf entstand im Rahmen einer Gesellenprüfung im Opel-Werk Rüsselsheim. Opel sah jedoch keine ausreichenden Marktchancen für dieses Modell in Europa und verzichtete daher auf eine breite Markteinführung.
Während der Name Corsa später für den Nachfolger Corsa C verwendet wurde, lief das Modell unter der Bezeichnung "Classic" in mehreren Märkten weiter. Inzwischen wird die Modellbezeichnung "Chevrolet Corsa" nicht mehr verwendet.
Opel Corsa Station Wagon (1998)
Der Opel Corsa B Station Wagon, der seine Italien-Premiere auf dem Turiner Autosalon feierte, ermöglichte Opel Italia als einzigem Anbieter auf dem heimischen Markt eine durchgängige Kombipalette, die mit dem neuen Modell erstmals auch das B-Segment abdeckte. Damit war Opel in den wichtigsten Marktsegmenten mit Kombiversionen vertreten: B-Segment (Corsa), C-Segment (Astra), D-Segment (Vectra) und E-Segment (Omega).
Der Corsa Station Wagon basierte auf der Plattform der drei- bzw. fünftürigen Limousine und wurde im modernen Werk im argentinischen Rosario produziert. Viele Komponenten der Ausgangsversion wurden übernommen, darunter Frontpartie, Bodengruppe und weite Teile des Innenraums. Auch das bewährte Interieur blieb erhalten.
In Italien wurde das Fahrzeug in einer einzigen Ausstattungslinie angeboten, vergleichbar mit dem Corsa Swing (3- oder 5-türig). Zur Wahl standen zwei bewährte Motorisierungen, die bereits im Corsa-Programm zum Einsatz kamen: der in Österreich gefertigte 1.4 ECOTEC-16V-Benzinmotor mit 66 kW (90 PS) sowie der in Japan bei Isuzu produzierte 1,7-Liter-Dieselmotor mit 44 kW (60 PS).
Opel Italia legte bei der Ausstattung Wert auf ein umfangreiches Serienpaket, das für dieses Fahrzeugsegment ungewöhnlich war. Dazu zählten unter anderem vier elektrische Fensterheber, eine Wegfahrsperre ("Immobilizer"), Servolenkung und ein in der Höhe verstellbarer Fahrersitz.
Optional waren wenige, aber gezielt ausgewählte Ausstattungsmerkmale erhältlich, die den Charakter des Fahrzeugs deutlich beeinflussen konnten. Dazu zählten ABS, ein Full-Size-Airbag für Fahrer und Beifahrer sowie eine Klimaanlage (nur für die 1.4 16V-Version). Darüber hinaus konnten beide Varianten mit Nebelscheinwerfern, elektrisch einstellbaren Außenspiegeln sowie Leichtmetallrädern mit Breitreifen ausgestattet werden.
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