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Audi mit "anspruchsvollem Halbjahr": Umsatz rauf, Gewinn im Sinkflug
US-Zölle und die miese Lage in China machen Audi zu schaffen, Hoffnung machen ausgerechnet die E-Modelle

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Stefan Wagner 
Von: Stefan Wagner
28. Jul. 2025 um 11:58 Uhr
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Und täglich grüßt das Murmeltier, ist man beim Blick auf die Ergebnisse der deutschen Autohersteller gewillt zu titeln. 2024 war für die meisten von ihnen schon nicht besonders schön und im ersten Halbjahr 2025 setzt sich der Trend fort. Porsche schockte am Freitag mit 91 Prozent Gewinneinbruch. Nun muss auch Audi einen weiteren herben Dämpfer beim operativen Ergebnis hinnehmen.
1,1 Milliarden Euro bedeuten ein Minus von 45 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum, die operative Rendite halbierte sich auf 3,3 Prozent. Der Gewinn nach Steuern sank um 37,5 Prozent auf 1,35 Milliarden Euro. Interessant in diesem Zusammenhang: Die Erlösseite ist bei den Vier Ringen durchaus stabil: Im ersten Halbjahr 2025 erzielte man Umsatzerlöse in Höhe von 32,6 Milliarden Euro, ein Plus von 5,3 Prozent.
China und Nordamerika bleiben die Sorgenkinder
In Ingolstadt kämpft man mit den hohen US-Zöllen, die zuletzt 27,5 Prozent auf Autos ohne lokale Fertigung betrugen. Das allein habe den Konzern im ersten Halbjahr 600 Millionen Euro gekostet. Ob man sich über den gestern ausgehandelten Deal zwischen der EU und den USA auf Zölle von nun 15 Prozent wirklich freut, sei mal dahingestellt. Wenigstens hat man jetzt eine gewisse Planungssicherheit. Die Auswirkungen der gerade erreichten Zolleinigung zwischen USA und EU seien aktuell in Bewertung, heißt es vom Konzern.
Ebenfalls zu schaffen machen Audi die angespannte Marktsituation in China (288.000 Auslieferungen; -10 Prozent) und Nordamerika (99.000 Auslieferungen; -9 Prozent) sowie die Kosten für die laufende Konzernumstrukturierung.
Audi hatte im Frühjahr angekündigt, bis 2029 rund 7500 Stellen in Deutschland zu streichen. Dafür wurden bereits Rückstellungen gebildet – die das Halbjahresergebnis mit weiteren 600 Millionen Euro belasteten. Immerhin: Erste positive Effekte der sogenannten Zukunftsvereinbarung glichen die Hälfte der Summe wieder aus.
„Die Lage bleibt sehr anspruchsvoll", sagt Audi-CFO Jürgen Rittersberger. "Neben der hohen Wettbewerbsintensität beeinflussen die drastisch erhöhten US-Importzölle und Aufwendungen für die Restrukturierung von Audi die finanzielle Performance im ersten Halbjahr. Darüber hinaus führte ein unsicheres Förderumfeld im BEV-Segment zu einer gewissen Kaufzurückhaltung in einigen Märkten. Zeitgleich stemmen wir die größte Transformation in der Unternehmensgeschichte“.
Insgesamt lieferte die Marke Audi im ersten Halbjahr 783.531 Fahrzeuge aus, was einem Rückgang von 5,9 Prozent entspricht. In Europa (ohne Deutschland) bedeuten 232.000 Fahrzeuge ein Minus von 4 Prozent. Auf dem Heimatmarkt lief es besser, dort konnte man mit 103.000 Neuzulassungen ein Plus von einem Prozent erzielen.
E-Autos ziehen an
Hoffnung machen ausgerechnet die Elektroautos der Ingolstädter. Hier verzeichnete man im ersten Halbjahr 2025 mit mehr als 101.000 weltweit übergebenen vollelektrischen Automobilen einen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum starken Zuwachs (+32 Prozent). Dabei waren die batterieelektrischen Modelle (BEV) insbesondere in Frankreich (+196 Prozent), den Niederlanden (+86 Prozent) und im Heimatmarkt Deutschland (+76 Prozent) beliebt. Besonders gefragt im BEV-Segment: der Audi Q4 e-tron mit rund 45.000 Auslieferungen und der Audi Q6 e-tron mit rund 36.000 Einheiten.

Läuft gut: Audi Q4 e-tron

Auch mit der Performance des neuen Q6 e-tron kann Audi zufrieden sein
Prognose angepasst
Für das Geschäftsjahr 2025 rechnet der Audi Vorstand damit, dass sich die wichtigsten Kennzahlen wie folgt entwickeln: Die Umsatzerlöse sollen sich auf 65 bis 70 Milliarden Euro belaufen, hier korrigiert man um gut 2,5 Milliarden nach unten. Die operative Umsatzrendite wird nun in einer Spanne von 5 bis 7 Prozent erwartet. Der Audi Konzern rechnet mit einem Netto-Cashflow im Bereich von 2,5 bis 3,5 Milliarden Euro.
So kämpft Audi
Audi gibt zu, dass man "jetzt wieder auf Kurs kommen muss"
Quelle: Audi
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