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Stellantis verliert wegen Zöllen sehr viel Geld
Auch niedrigere Flottenverkäufe und „Produktumstellungsfaktoren“ sorgten für 6 Prozent weniger Auslieferungen

Bild von: Jeep

Von: Brian Silvestro
Übersetzt von: Stefan Wagner
Veröffentlicht von: Stefan Wagner
22. Jul. 2025 um 10:58 Uhr
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Stellantis hatte bereits im April seine Jahresprognose ausgesetzt – mit Verweis auf die Unsicherheiten rund um neue Zollregelungen. Nun, da diese in Kraft getreten sind, legte das Unternehmen erste Schätzungen für die erste Hälfte des Jahres 2025 vor. Und die Zahlen sehen alles andere als gut aus.
Demnach rechnet der Konzern mit einem Nettoverlust von rund 2,46 Milliarden Euro für H1 2025. Gleichzeitig veröffentlichte Stellantis auch die weltweiten Auslieferungszahlen für das zweite Quartal – mit einem Rückgang von sechs Prozent. Besonders deutlich ist der Einbruch in Nordamerika: Dort sanken die Auslieferungen um 25 Prozent, was etwa 109.000 Fahrzeugen entspricht.
Allein durch die verhängten Zölle erwartet Stellantis einen direkten Schaden von etwa 276 Millionen Euro.
Den restlichen Verlust führt das Unternehmen auf abgesagte Produktionspläne zurück, die ebenfalls eine Reaktion auf die neuen Zölle waren. Darüber hinaus seien Maßnahmen zur Steigerung von Effizienz und Profitabilität eingeleitet worden, deren Effekte jedoch erst in der zweiten Jahreshälfte sichtbar würden. Zusätzliche Belastungen entstehen durch gestiegene Produktionskosten, regionale Gegebenheiten und Wechselkursschwankungen.
Auch die gesunkenen Verkaufszahlen lassen sich laut Stellantis auf gleich mehrere Ursachen zurückführen. Genannt werden vor allem ein Rückgang im Flottengeschäft und sogenannte "Produktwechsel-Faktoren". Darunter fallen etwa die neue Modellreihe auf der Smart Car-Plattform oder der kürzlich vorgestellte Fiat 500 Hybrid, die beide noch nicht in voller Auslastung produziert werden.
Es gibt jedoch auch Lichtblicke: Während die Märkte in Europa und Nordamerika schwächelten, legten andere Regionen deutlich zu. Im Nahen Osten und Afrika stiegen die Verkaufszahlen um 30 Prozent, in Südamerika um 20 Prozent.

Der neue Jeep Compass
Bild von: Jeep
Es warten also große Herausforderungen auf den neuen CEO Antonio Filosa, der erst seit Mai im Amt ist. In einer früheren Stellungnahme sagte er: „Bei Stellantis gibt es nichts was so falsch ist, das es nicht mit dem, was bei Stellantis richtig läuft, wieder in Ordnung gebracht werden kann.“ Gerüchte, das Unternehmen könne defizitäre Marken wie Maserati verkaufen oder ruhende Marken wie Chrysler einstellen, um Kosten zu senken, wurden von Stellantis dementiert.
Da die Zölle nun in vollem Umfang greifen, wird sich bald zeigen, wie Filosas Strategie in der Praxis wirkt.
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