VW baut neuen Amarok - aber nicht für uns
Für den wichtigen südamerikanischen Markt wird ein komplett neuer Pick-up entwickelt
Nur der Ford Ranger konnte den VW Amarok vor dem Aussterben retten. Zumindest in Europa lohnte sich die Neuentwicklung für VW nur, weil man auf die Basis von Ford zurückgreifen konnte. In Südamerika hingegen sieht das anders aus. Hier will Volkswagen mit einer eigenen Version des Pick-ups voll angreifen.
Volkswagen möchte seine Marktpräsenz in Südamerika deutlich ausbauen und kündigt die nächste Generation des Amarok an – ein mittelgroßer Pick-up, der ab 2027 im argentinischen Werk Pacheco vom Band laufen soll.
Im Gegensatz zum aktuellen europäischen Modell, das technisch auf dem Ford Ranger basiert, handelt es sich beim neuen südamerikanischen Amarok um eine vollständige Entwicklung von Volkswagen basierend auf dem chinesischen SAIC Maxus T90. Dieser Amarok hat nichts mit dem bestehenden Duo Amarok/Ranger zu tun. Das Modell wird gezielt für die regionalen Anforderungen konzipiert.
Der europäische Amarok basiert auf dem Ford Ranger
Mit einer Investition von 580 Millionen US-Dollar schafft Volkswagen die technischen und infrastrukturellen Voraussetzungen für die Produktion. Die Mittel fließen in die Entwicklung des Fahrzeugs, neue Fertigungstechnologien und den Umbau des Standorts. Damit setzt der Konzern ein klares Zeichen: Lokale Kompetenz und Eigenständigkeit sollen künftig eine größere Rolle spielen – auch im Modellportfolio.
Das Werk Pacheco bei Buenos Aires blickt auf 15 Jahre Erfahrung in der Pick-up-Produktion zurück. Seit 2009 wird dort der Amarok für Südamerika gefertigt. Die kommende Generation knüpft an diese Tradition an, schlägt technisch jedoch einen eigenständigen Weg ein. Während der europäische Amarok als Ergebnis einer Kooperation mit Ford auftritt und sich viele Komponenten mit dem Ranger teilt, verfolgt Volkswagen für den südamerikanischen Markt bewusst ein anderes Konzept. Es geht um Unabhängigkeit, Anpassungsfähigkeit und ein klareres Markenprofil in einer Region, in der Pickups nicht nur ein Nischensegment bedienen, sondern eine zentrale Rolle spielen.
Volkswagen-CEO Thomas Schäfer betont, dass Regionalisierung und technologische Führerschaft zentrale Elemente des Zukunftsplans der Marke sind. Bis 2030 will man weltweit als führender Volumenhersteller auftreten – nicht mit Standardlösungen, sondern mit marktspezifischen Fahrzeugen. Der neue Amarok soll genau das leisten: ein Volkswagen-Pickup, entwickelt von Volkswagen-Ingenieuren, produziert mit lokalem Know-how für einen Markt, der robuste Nutzfahrzeuge mit hoher Alltagstauglichkeit verlangt.
Konkrete technische Daten nennt Volkswagen noch nicht. Dass der neue Amarok keine bloße Variante eines globalen Modells sein wird, sondern eine originäre Plattform erhält, macht ihn innerhalb des Portfolios zu einem Sonderfall – und für Südamerika zu einem strategisch wichtigen Schritt.
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