Vergessene Studien: Lada X1, der sowjetische Fiat Multipla
Der Lada blieb ein Konzeptauto, war allerdings viel ansehnlicher als der Italiener
Seit Jahrzehnten verbindet man Lada mit dem Niva, dem unverwüstlichen und ikonischen kompakten Geländewagen, der immer noch auf mehreren europäischen Märkten verkauft wird. Nur wenige erinnern sich jedoch daran, dass der russische Hersteller zu Sowjetzeiten kurz davor stand, einen Van zu produzieren.
Zwischen 1981 und 1982 - also mitten im finstersten Kalten Krieg - wurden die Modelle X1 und X2 vorgestellt, ein Manifest der Technik und des Stils, das von den Designern A. Patrushev, S. Chagin und V. Jartsev entworfen wurde. Zwei extrem aerodynamische und avantgardistische Modelle, die (leider) nie in Serie produziert wurden.
Wenn man sich vor Augen hält, dass damals mit Ausnahme des Niva bei der sowjetischen Marke immer noch ausschließlich die angejahrten Fiat-Lizenzbauten vom Band rollten, sind diese Formen noch viel erstaunlicher. Der moderne Samara kam erst 1984 auf den Markt.
Lada X1 (rechts) und X2 (links)
Praktisch wie nur möglich
Sowohl der X1 als auch der X2 setzen auf sehr weiche Linien und eine große Glasfläche, die den Innenraum erhellt. Am auffälligsten ist der Lada X1, der 4,2 Meter lang ist und fünf Türen hat (im Gegensatz zum X2, der drei hat).
Der X1 weist eine für die damalige Zeit neuartige Lösung auf: die Scheinwerfer sind am unteren Rand der Windschutzscheibe angebracht. Dieses Merkmal findet sich einige Jahre später im Fiat Multipla der ersten Generation wieder, dessen Philosophie nicht allzu weit von der der beiden Ladas entfernt ist.
Trotz seiner kompakten Abmessungen bietet der Wagen einen großen Innenraum und viel Funktionalität. Alle Sitze (einschließlich des Beifahrersitzes) können verschoben und gedreht werden, um eine Art Wohnzimmer für unterwegs zu schaffen.
Lada X1 Konzept (1981)
Prototypen gingen nie in Serie
So interessant das ehrgeizige Projekt von Lada auch war, es hat nie das Licht der Welt erblickt. Zwei Modelle des X1 und X2 im Maßstab 1:1 wurden aus Plastillin hergestellt, ebenso wie einige Exemplare im Maßstab 1:5.
Das Management der damals sowjetischen Marke zog es vor, sich diese beiden Autos nicht zu "trauen", und so blieben die beiden Prototypen kühne Designexperimente, deren Spuren im Laufe der Jahrzehnte verschwanden.
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