Tatort: Die Rennstrecke von Spa-Francorchamps. Dort dreht ein getarnter GT3-Rennwagen seine Runde. Aber welche Marke testet das wilde Flügel-Vieh? Spontan würde man der Optik wegen auf eine Dodge Viper tippen. Des Rätsels Lösung: Der Wagen stammt von Toyota/Lexus.

Im Januar 2022 überraschte uns Toyota auf der Tokyo Motor Show mit dem Konzeptfahrzeug GR GT3. Später im selben Jahr tauchten über das European Union Intellectual Property Office (EUIPO) Patentbilder desselben Sportwagens auf, die auf eine Serienversion ohne den großen Spoiler hindeuteten. Zu diesem Zeitpunkt hatte Toyota bereits den Beginn der Entwicklung bestätigt. Etwas später erschien auf der gleichen EUIPO-Website ein interessantes GR GT-Logo.

Bildergalerie: Toyota Gazoo Racing GT3 (2024) Erlkönigfotos

2023 sagte Toyotas WEC-Teamchef Rob Leupen gegenüber unserer Schwesterseite Motorsport.com, dass der GR GT3 ab 2026 in der WEC in Europa antreten werde: "Das Datum [2026] steht im Einklang mit dem Straßenauto-Teil, der Toyotas Philosophie folgt, ein Rennauto auf der Straße zu haben. Das geht im Moment vorwärts."

Er bestätigte auch, dass das Straßenfahrzeug wahrscheinlich das Lexus-Logo tragen wird, was es unwahrscheinlich macht, dass das Straßenmodell Toyota GR GT heißen wird. Natürlich immer vorausgesetzt, dass das Management seine Meinung und Strategie nicht ändert.

Damit käme 14 Jahre nach dem Ende des Lexus LFA wieder ein Supersportwagen aus dem Konzern auf den Markt. Ein ziemlich kleiner, aber solventer Markt: Der 2010 vorgestellte LFA hatte 560 PS aus zehn Zylindern. Nur 500 Exemplare werden gebaut, Deutschland bekam 14 – jeder Interessent musste 125.000 Euro anzahlen. Beinahe alle Bauteile wurden speziell für dieses Fahrzeug neu entwickelt, von den Reifen bis zur Klima- sowie Musikanlage.

Lexus LFA with Nurburgring Package

Lexus LFA mit Nürburgring-Paket

Das 4,8-Liter-V10-Triebwerk des LFA war als Front-Mittelmotor positioniert, also hinter der Vorderachse angeordnet. Alle schweren Bauteile inklusive der Bremssättel befanden sich beim Supersport-Lexus zwischen den Achsen. Das Saugaggregat war kleiner als ein herkömmlicher V8 und die Zylinder waren in einem Winkel von 72 Grad zueinander angeordnet. Die Leistung von 560 PS ergab bei einem Hubraum von 4.805 Kubikzentimeter eine Literleistung von 116,5 PS. Maximal war das Aggregat für 9.000 U/min ausgelegt. Von null auf 100 km/h ging es in 3,7 Sekunden, bei 325 km/h hatte Lexus elektronisch abgeregelt.

Zentraler Bestandteil des optionalen Nürburgring-Pakets mit zehn PS mehr war die Optimierung der Aerodynamik: Die Karosserie bestand wie beim regulären LFA aus kohlefaserverstärktem Kunststoff (CFRP) und wurde laut Lexus für höheren Anpressdruck optimiert: Ein größerer Frontspoiler, seitliche Finnen und ein fester Heckflügel sollten den Abtrieb bei hohen Geschwindigkeiten verstärken und für Fahrstabilität sorgen. Zudem speckte Lexus den LFA nach eigenen Angaben ab: In der Ausführung mit Nürburgring-Paket wog er 1.480 Kilogramm. zeit für die Runde auf der Nordschleife? 7:14.