Mercedes war bisher zu optimistisch, was die steigende Beliebtheit elektrifizierter Fahrzeuge angeht, und behauptete, dass Hybrid- und Elektroautos bis 2025 50 Prozent seiner Verkäufe ausmachen würden. Das ist jedoch unwahrscheinlich, da das neue Ziel für 2024 darin besteht, nur 21 Prozent an den Gesamtauslieferungen zu erreichen.

Angesichts der harten Realität wird Mercedes trotz aller Luxus-Strategie sein günstigstes Verbrennerauto länger im Programm belassen.

Mercedes-Benz A-Klasse (2023)

Die A-Klasse sollte eigentlich spätestens 2025 auslaufen, doch nun wurde ihr Lebenszyklus laut Autocar bis weit ins Jahr 2026 verlängert. Der kompakte Fünftürer (wobei 4,42 Meter hier relativ sind) ist der Einstieg in die Mercedes-Produktpalette und kostet auf dem Heimatmarkt Deutschland ab 37.401 Euro (günstig ist auch relativ). Seit 2018 wird die aktuelle Baureihe 177 produziert.

Letzten Monat räumte CEO Ola Kallenius ein, dass die Preisparität zwischen Autos mit Verbrennungsmotor und reinen Elektromodellen noch "viele Jahre entfernt" sei. Die Kunden könnten dies am Preisunterschied zwischen einem Verbrenner und einem Elektroauto erkennen, so der Manager weiter.

Mercedes arbeitet an einer neuen Familie von Kompaktwagen, und auch diese werden Verbrennungsmotoren haben. Der CLA, der CLA Shooting Brake, der GLA und der GLB werden alle auf einer neu entwickelten MMA-Plattform basieren, die sowohl Verbrenner als auch vollelektrische Antriebe unterstützen wird. Das Unternehmen hat sich nicht dazu geäußert, ob die A-Klasse mit Fließheck, die A-Klasse Limousine und die B-Klasse erneuert werden. Schon vor einiger Zeit hieß es, man wolle die Zahl der kompakten Baureihe reduzieren. Bekannt ist, dass ein "Little G" SUV auf dieser neuen Architektur geplant ist.

Bildergalerie: Mercedes Concept CLA Class (2023)

Mercedes geht davon aus, dass Plug-in-Hybride und Elektroautos bis 2030 bis zu 50 Prozent der gesamten Auslieferungen ausmachen werden. Das ist eine große Veränderung im Vergleich zu den Prognosen, die vor einigen Jahren gemacht wurden, als das Unternehmen sagte, dass es in einigen Märkten bis zum Ende des Jahrzehnts komplett elektrisch sein würde. Aus den neuen Zielvorgaben lässt sich ableiten, dass das Unternehmen auch in den 2030er-Jahren Autos mit Benzinmotoren herstellen will, um auf die schwächer als erwartet ausgefallene Akzeptanz von Elektroautos zu reagieren.

In einem Dokument, das für Investoren vorbereitet wurde, sagt der Stuttgarter Autohersteller, dass er "die notwendigen Schritte unternimmt, um vollständig elektrisch zu fahren", aber erkennt an, dass "Kunden und Marktbedingungen das Tempo der Transformation bestimmen werden." Mit anderen Worten: Wenn Sie im Jahr 2031 ein Benzinauto mit dem berühmten dreizackigen Stern kaufen möchten, wird Mercedes Ihnen gerne entgegenkommen. Beziehungsweise folgt man der erfolgreichen Mischstrategie von BMW.

Es gibt Anzeichen dafür, dass das von der Europäischen Union verhängte Verkaufsverbot für Neuwagen mit Verbrennungsmotoren im Jahr 2035 nicht wirklich in Kraft treten wird. Porsche-Finanzvorstand Lutz Meschke sagte kürzlich, dass es "im Moment viele Diskussionen über das Ende des Verbrennungsmotors gibt. Ich denke, es könnte sich verzögern." Sollte dies der Fall sein, was kein großer Schock wäre, würde das Verbrenner-Zeitalter verlängert werden.