Der VW Golf war lange Zeit der unangefochtene König der europäischen Verkaufszahlen. 2022 musste er sein Zepter aber abgeben. Die Zeiten ändern sich, die Geschmäcker auch. Aber der Kompaktwagen aus Wolfsburg bleibt eine Ikone. Er ist ein Auto, das 35 Millionen Mal verkauft wurde und das ein Bezugspunkt für das Kompaktwagen-Segment ist.

An Konkurrenten hat es ihm nie gefehlt. Darunter der Opel Astra, der den gleichen Pass wie der Golf hat und auf eine mehr als 30-jährige Geschichte zurückblicken kann. Er ist der Erbe des Kadett und von ihm wurden mehr als 11 Millionen Einheiten verkauft. Ein erfolgreiches Modell also, das mit der neuesten Generation nicht mehr nur mit Verbrennern, sondern auch teil- und vollelektrisch angeboten wird.

Zeit also für einen Datenvergleich der beiden aktuellen Generationen der legendären Kompaktwagen ...

Bildergalerie: VW Golf eHybrid (2024)

Das Exterieur

Von der ersten Generation (aus dem Jahr 1974) bis zur aktuellen, die 2019 auf den Markt kam und Anfang 2024 einem Facelift unterzogen wurde, ist die Entwicklung beträchtlich, aber wenn man alle acht Generationen des VW Golf aneinander reiht, kann man eine kontinuierliche Veränderung in Form, Stil und Abmessungen erkennen. Mit einer Länge von 4,28 Metern geht das aktuelle Modell auf Kundenfang.  

Auch der Opel Astra hat sein Segment und den Geist des Kompaktwagens nie verraten, sondern bei jedem Generationssprung Zentimeter zugelegt und dabei immer wieder die Designsprache des Unternehmens übernommen. So finden wir heute den typischen Opel Vizor an der Front. In Bezug auf die Abmessungen übertrifft er seinen Konkurrenten mit einer Länge von 4,37 Metern.

VW Golf (2024) Facelift

VW Golf (2024)

Opel Astra (2022) im Test

Opel Astra (2023)

Modell Länge Breite Höhe Radstand
VW Golf 4,28 Meter 1,78 Meter 1,49 Meter 2,61 Meter
Opel Astra 4,37 Meter 1,86 Meter 1,47 Meter 2,67 Meter

Der Innenraum  

Mit der achten Generation erntete der VW Golf harsche Kritik für sein Interieur, das nicht der Tradition entsprach, und ein nicht besonders brillantes Infotainment-System beherbergte. Das im Januar vorgestellte Facelift hat sich vor allem auf diesen Aspekt konzentriert, mit dem großen zentralen 12,9-Zoll-Bildschirm (in manchen Märkten serienmäßig, andere Märkte beginnen mit dem 10,4-Zoll-Display) als Protagonist. Er ist freitragend auf dem Armaturenbrett angebracht und wurde auch in Bezug auf die Software komplett erneuert.

Es gibt nur wenige physische Klimabedienelemente, die über hinterleuchtete Touch-Oberflächen gesteuert werden und die Instrumente sind weiterhin digital und werden auf einem 10,2-Zoll-Bildschirm angezeigt. Es ist perfekt ablesbar und mit zahlreichen Anzeigen ausgestattet.

Das Platzangebot ist gut. Im Fond sitzt man bequem genug, aber der Getriebetunnel ist für diejenigen, die in der Mitte sitzen, ungemütlich. Es gibt Lüftungsschlitze und USB-Steckdosen. Der Kofferraum fasst mindestens 381 und maximal 1.237 Liter. Die Rückenlehnen lassen sich im 1:3- und 2:3-Verhältnis umklappen und in der Mitte gibt es eine praktische Klappe, durch die längere Gegenstände passen. Über das Fassungsvermögen der Plug-in-Versionen gibt es noch keine genauen Angaben; bei der Vorgänger-Version passten 273 bis 1.129 Liter hinein.

VW Golf (2024) Facelift

VW Golf – der Innenraum

Das Armaturenbrett des Opel Astra ist völlig anders gestaltet, wobei die digitalen Instrumenten- und Infotainment-Monitore optisch zusammengefasst werden. Die Diagonale der Bildschirme beträgt jeweils 10,25 Zoll, und die klaren Grafiken zeigen eine Fülle von Informationen an. Die Klimaanlage wird über physische Tasten gesteuert, die sich unter dem zentralen Monitor befinden.

Die zusätzlichen Zentimeter in der Länge wirken sich auf das Raumangebot des Opel Astra im Vergleich zum Golf aus. Für die hinteren Sitze ist der Platz gut, wer in der Mitte sitzt, wird jedoch durch die Gestaltung der Sitze und des Mitteltunnels benachteiligt. Belüftungsdüsen und eine USB-Buchse sind vorhanden. Das Kofferraumvolumen reicht von 422 bis 1.339 Liter (weniger bei den Plug-in-Versionen) und die Rückenlehne lässt sich im gleichen Verhältnis wie im Golf umlegen. 

Opel Astra (2022) im Test

Opel Astra – der Innenraum

Modell Kombiinstrument Infotainment-Display Kofferraumvolumen
VW Golf 10,2" 12,9" 381 - 1.237 Liter
273 - 1.129 Liter (PHEV, vorläufig) 
Opel Astra 10,25" 10,25" 422 - 1.339 Liter
368 - 1.268 Liter (PHEV)

Die Antriebe

Benziner, Diesel und Mildhybrid sowie Plug-in-Hybrid-Versionen mit 100 km elektrischer Reichweite. Die Motorenpalette des VW Golf ist heterogen und lässt eigentlich nur den Vollhybrid (eine Technologie, die in Wolfsburg gänzlich fehlt) und den Elektroantrieb aus. Derzeit liegen die Benziner-, Diesel- und Mildhybrid-Leistungen bei 115, 150, 204 oder 265 PS. Der letztgenannte Wert gilt für den GTI. Die PHEV-Versionen kommen auf 204 oder 272 PS. Ein Golf R mit noch mehr Leistung soll folgen.

In puncto Technik bietet der VW Golf ein besonders reichhaltiges Menü mit einer umfangreichen Optionsliste, die unter anderem Level-2-Fahrassistenzsysteme, LED-Matrix-Scheinwerfer, ein adaptives Fahrwerk und vieles mehr umfasst.

Der Opel Astra kopiert den Golf mit einer Motorenpalette, die auch eine 100-prozentige Elektroversion umfasst. Sie reicht von mindestens 110 PS bis maximal 225 PS (GSe-Version mit PHEV-Antrieb), wobei die Batterieversion von einem 156 PS starken Frontelektromotor angetrieben wird und eine Reichweite von mehr als 400 km haben soll. Fahrerassistenten, Matrix-LED-Leuchten und mehr stehen ebenfalls in der Optionsliste zur Verfügung.

VW Golf (2024) Facelift

VW Golf (2024)

Opel Astra (2022) im Test

Opel Astra (2023)

Modell Benzin Diesel Mildhybrid Plug-in-Hybrid Elektro
VW Golf

1.5 115 PS
1.5 150 PS

2.0 204 PS

2.0 265 PS (GTI)

2.0 115 PS
2.0 150 PS
1.5 115 PS
1.5 150 PS
1.5 204 PS
1.5 272 PS
n.a.
Opel Astra

1.2 110 PS 

1.2 130 PS

1.5 136 PS 1.2 136 PS (demnächst erhältlich) 1.6 180 PS
1.6 225 PS
156 PS 

Die Preise 

Mit der Neugestaltung ist der Einstiegspreis des VW Golf auf 27.180 Euro gestiegen. Am teuersten ist derzeit der Mildhybrid in der Style-Ausstattung ab 37.300 Euro. Hier werden die Preise aber noch deutlich nach oben korrigiert werden, sobald die PHEV-Varianten, die GTI- und R-Versionen bestellbar sein werden.

Die Preise für den Opel Astra beginnen bei 27.110 Euro für den 110 PS starken 1.2-Turbobenziner in der Enjoy-Ausstattung und reichen bis zu 46.460 Euro für den 225 PS starken Plug-in in der GSe-Ausführung. Den elektrischen Astra gibts hingegen bereits ab 41.990 Euro.