Die Londoner Metropolitan Police hat einen ungeklärten prominenten Fall aus dem Automobilbereich gelöst. Die "Organised Vehicle Crime Unit" stellte kürzlich einen Ferrari 512 M sicher, den Diebe vor 28 Jahren während des Großen Preises von San Marino 1995 in Imola dem Formel-1-Fahrer Gerhard Berger gestohlen hatten. 

Die Diebe stahlen während des Rennens 1995 gleich beide Dienstwagen der damaligen Ferrari-Piloten: Sowohl der 512 M von Berger als auch der F355 von Teamkollege Jean Alesi wurden von einem Hotelparkplatz entwendet. Berger kam angeblich gerade an, als der Dieb mit seinem Ferrari davonfuhr, so ein zeitgenössischer Bericht von GrandPrix.com.

Bildergalerie: Gerhard Bergers gestohlener Ferrari 512M wiedergefunden

Die Metropolitan Police konnte den Verbleib von Bergers 512 M mit Hilfe von Ferrari aufklären. Im Januar teilte der Automobilhersteller den Ermittlern mit, dass er das Fahrzeug im Auftrag eines amerikanischen Kunden, der das Auto von einem Makler in Großbritannien gekauft hatte, zur Inspektion hatte.

Die Polizei fand heraus, dass das Auto nach Japan ging, nachdem es gestohlen worden war. Ende 2023 kam es nach Großbritannien, wo die Metropolitan Police den Ferrari beschlagnahmte, um zu verhindern, dass das Fahrzeug das Land verlässt.

"Wir haben schnell mit Partnern wie der National Crime Agency, Ferrari und internationalen Autohändlern zusammengearbeitet, und diese Zusammenarbeit hat entscheidend dazu beigetragen, den Hintergrund des Fahrzeugs zu verstehen und zu verhindern, dass es das Land verlässt", sagte der leitende Ermittler Mike Pilbeam in der Mitteilung der Metropolitan Police zur Wiederbeschaffung des Autos.

Die Ermittlungen der Polizei dauern noch an; es wurden noch keine Verhaftungen vorgenommen. Und leider ist der F355 von Alesi immer noch verschwunden. Obwohl ihre Autos gestohlen wurden, waren Berger und Alesi beim Großen Preis von San Marino 1995 erfolgreich: Alesi wurde Zweiter, Berger Dritter.

Der Ferrari 512 M war 1994 die letzte Weiterentwicklung des berühmten Testarossa aus den 1980er-Jahren. Das M stand für Modificata, die Motorleistung betrug 324 kW (440 PS). Er war der letzte unlimitierte Mittelmotor-Zwölfzylinder und hatte als letztes Ferrari-Modell einen Flachmotor.

Zu erkennen ist der Wagen an der Front durch Leuchten hinter Klarglas (vorher waren es Klappscheinwerfer) und am Heck durch je rechts und links zwei runde Leuchtelemente (beim Testarossa und 512 TR lagen die Leuchten hinter den schwarzen Kühlerblenden). Er wurde 1996 vom Frontmotor-getriebenen 550 Maranello ersetzt. Vom 512 M wurden nur 501 Exemplare hergestellt.[