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Mercedes gibt zu: Zu enthusiastisch bezüglich Elektro-Zielen
Die 50 Prozent PHEV und BEV bis 2025 wird man nicht erreichen, musste die Marke nun eingestehen

Stefan Wagner 
Von: Stefan Wagner
24. Feb. 2024 um 23:36 Uhr
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Wer hat es kommen sehen? Bitte einmal kurz melden. War auch irgendwie klar, oder? Mercedes muss sich nun doch eingestehen, dass man vielleicht ein bissen zu euphorisch war, was den eigenen Übergang zur Elektromobilität betrifft.
Während der Pressekonferenz zum 2023er-Jahresergebnis sagte der schwäbische Premium-Hersteller, dass man den 50-Prozent-Anteil für Plug-in-Hybride und reine E-Autos nun für 2030 anstrebe. Verglichen mit dem ursprünglichen Plan ist das ein Aufschub von fünf Jahren. Im Juli 2021 schätzte der Autobauer noch, dass PHEVs und BEVs bereits 2025 für die Hälfte aller Mercedes-Verkäufe verantwortlich sein würden.
Sollten Sie den Stern ein bisschen genauer verfolgen, werden Sie sich vielleicht an die "Ambition 2039"-Strategie erinnern, die vor ein paar Jahren vorgestellt wurde. Ein Satz in dem überaus umfangreichen Dokument erregte das Interesse diverser Journalisten ganz besonders: "Bis Ende dieses Jahrzehnts strebt Mercedes-Benz Cars an, voll elektrisch zu sein - wo es die Marktgegebenheiten zulassen." Das Statement war schon etwas vage, auf der anderen Seite aber auch klar genug, um die hochtrabenden EV-Ziele des Unternehmens zu adressieren.
In einem neuen Dokument für die Investoren schätzt Mercedes, dass Hybride und EVs in der zweiten Hälfte des Jahrzehnts "bis zu 50 Prozent" ausmachen werden, aber auch nur dort, "wo die Marktverhältnisse es zulassen".
Der Autobauer meint weiter, dass man "in der Lage sein wird, bis weit in die 2030er-Jahre auf verschiedene Kundenbedürfnisse eingehen zu können". So kann man natürlich auch sagen, dass man auch in zehn oder mehr Jahren noch Autos mit Verbrennungsmotor auf die Märkte der Welt pumpen wird.
Unterdessen musste auch der CEO Ola Källenius eingestehen, dass konventionell angetriebene Autos weiterhin das Rückgrat des Unternehmens-Cashflows bilden. Er sagte bei Bloomberg Television, dass Kostenparität zwischen Verbrenner- und Elektroautos "viele Jahre entfernt ist". Die Präsentation für die Investoren zeigte, dass die Herstellungskosten für E-Autos in diesem Jahrzehnt nicht mehr auf das Niveau von Verbrennern sinken wird. Und das, obwohl die Benziner- und Diesel-Produktion teurer werden dürfte, sobald Euro 7 in Kraft tritt.
Im vergangenen Jahr lieferte Mercedes 401.943 Plug-in-Hybride und reine Elektroautos aus, ein Plus von 20,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Bei den PHEVs sah man einen Rückgang um 12,5 Prozent auf 161.275 Einheiten, die EV-Verkäufe stiegen um 61,3 Prozent auf 240.668 Einheiten. Der Anteil der elektrifizierten Autos am Gesamtvolumen betrug 19,7 Prozent (gegenüber 16,3 Prozent im 2022). Das Ziel für 2024 ist ein Anteil zwischen 19 und 21 Prozent.
Blicken wir noch ein bisschen voraus: Die neue MMA-Plattform ist in erster Linie für E-Autos entwickelt worden, unterstützt aber weiterhin den Einsatz von Verbrennern. Sie wird die Basis für mindestens vier Modelle sein, die bereits in der Produkt-Roadmap bestätigt wurden: CLA, CLA Shooting Brake und GLB. Dazu dürfte auch der bereits kräftig angeteaserte "Little G" als kleiner Bruder der legendären G-Klasse diesen Unterbau nutzen.
Die rein elektrischen Modelle sollen bis zu 750 Kilometer Reichweite nach WLTP liefern und Ladegeschwindigkeiten von bis zu 300 kW unterstützen. So soll eine Reichweite von 400 Kilometern in 15 Minuten nachgeladen werden können. Mercedes verspricht auch bidirektionales Laden. Je nach Modell und Version soll die Leistung zwischen gut 200 und 540 PS liegen.
Bildergalerie: 2024 Mercedes-Maybach EQS SUV First Drive Review
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