In unseren Gefilden mag Fiat nicht viel mehr als ein Schatten vergangener Tage sein und auch im wichtigen US-Automarkt ist man nahezu nicht vorhanden. Allerdings wissen die Italiener offensichtlich ziemlich gut, wie man in anderen Teilen der Welt ordentlich Geld druckt. 

2023 markierte bereits das dritte Jahr in Folge, in dem Fiat mehr Autos verkaufte, als jede andere Marke im großen Stellantis-Konzernkonglomerat. Zur Erinnerung: Das Ergebnis des FCA-PSA-Zusammenschlusses von Anfang 2021 ist ein Auto-Riese mit nicht weniger als 14 Marken. 

Fiat berichtet frohen Mutes, dass die Nachfrage im Vergleich zu 2022 um 12 Prozent gestiegen ist. 1,35 Millionen Fahrzeuge konnte man insgesamt absetzen. Der Marktanteil auf dem Heimatmarkt lag dabei lediglich bei 12,8 Prozent (11,1 Prozent, wenn man nur PKW zählt). Das Wachstum und die insgesamt stabilen Zahlen kamen also aus anderen Regionen. In der Türkei etwa betrug der Marktanteil 15,7 Prozent. In Brasilien entschieden sich sogar 21,8 Prozent der Neuwagen-Käufer für einen Fiat. 

Sie sind noch nicht so richtig beeindruckt? Nun, dann schauen wir mal nach Algerien. In dem nordafrikanischen Land gingen 78,6 Prozent der Neuzulassungen auf das Konto des Herstellers aus Turin. 

Richtig gut lief es auch in Südamerika. Mehr als 542.000 Einheiten konnten dort abgesetzt werden - ein Plus von 45.300 Autos verglichen mit 2022. Der Marktanteil insgesamt: 14,5 Prozent. In der Region Middle East & Afrika schnappten sich die Italiener erneut den Titel für die Marke mit den meisten Neuzulassungen - zum fünften Mal in Folge. 15,7 Prozent betrug hier der Marktanteil. 

Und welche Autos erfreuten sich der größten Beliebtheit? In Italien war das - trotz seines gehobenen Alters wenig überraschend - der Panda. Der relativ kompakte Pickup Strada war einmal mehr in Brasilien sehr begehrt, während die meisten Kunden in der Türkei und Algerien zum Tipo/Egea griffen. 

Das meistverkaufte Elektroauto in Europa (A- und B-Segment) war der Fiat 500e mit einem Marktanteil von 14,7 Prozent. Der schicke Stromer setzte sich in Italien, Deutschland, Spanien, Belgien und Österreich an die Spitze des Segments. Die Vorgänger-Generation des 500 mit Verbrenner sowie der Panda sorgten zusammen auf dem alten Kontinent für mehr als 230.000 Verkäufe. Pure Fiat-Dominanz also im City-Car-Segment mit eine Anteil von 44,4 Prozent. 

2024 könnte sich ebenfalls wieder zu einem guten Jahr für die Italiener entwickeln. In Europa wird man endlich einen neuen Panda auf den Markt bringen. Zudem hat der Crossover-Hoffnungsträger 600 sein erstes volles Jahr im Wettbewerb.

Bildergalerie: Fiat Strada Ranch 1.3 CVT (2022) im Test