Ursprünglich sollte der neue Jeep Avenger in einigen europäischen Märkten – so in auch Deutschland – nur als vollelektrische Version auf den Markt kommen. Trotzdem gibt es das kleine SUV beispielsweise in Italien, Polen oder Spanien auch mit Verbrennungsmotor. Und diese Variante mit klassischem Antrieb wird jetzt doch weiter in Europa verbreitet. Sie kommt deshalb nun auch doch nach Deutschland.

Der Grund dafür ist laut dem CEO von Jeep Europe – Erica Laforge – ganz einfach "pragmatischer" Natur, wie er gegenüber Automotive News Europe zugab.

Parallel entstanden Importmarkt bekämpfen

Die Planänderung des Herstellers hängt auch mit der Tatsache zusammen, dass in Ländern, in denen der Avenger ausschließlich als Elektroauto verkauft wurde, ein paralleler Importmarkt für die Benzinversionen entstanden war. Und so kamen Verbrenner-Avenger zu überhöhten Preisen in die nicht offiziell bedienten Märkte. Der Schritt des Unternehmens zielt daher darauf ab, die Händler zu schützen und dieses Phänomen zu vermeiden, indem auf allen Märkten der gleiche Listenpreis (ohne Steuern) verlangt wird.

Der Avenger mit dem 1.2-Turbobenziner wird in Deutschland nur in der Ausstattungsvariante Altitude für 27.000 Euro verkauft. Das sind 10.000 Euro weniger als die günstigste Elektrovariante. Zur Erinnerung: Der benzinbetriebene Avenger erhält einen Dreizylinder-Motor, der 100 PS leistet und der mit einem Sechsgang-Schaltgetriebe gekoppelt ist. Angetrieben werden stets die Vorderräder. Den kombinierten WLTP-Verbrauch gibt Jeep mit 5,6 l/100km an.

Nach Angaben von Dataforce wurden von Januar bis Mai in Europa 7.214 Avengers neu zugelassen, davon 6.252 mit Benzinmotor und 962 mit Elektroantrieb. Dabei ist anzumerken, dass drei Viertel der Jeep-Verkäufe auf Italien entfielen – einen Markt, der bereits zu Beginn die Benzinversion angeboten hat.

Nur begrenzte Stückzahlen für neue Märkte

Laforge betonte jedoch, dass der benzinbetriebene Avenger in den neuen Ländern (Frankreich und die UK kommen auch hinzu) nur in "begrenzten Stückzahlen" verkauft werden wird, da man davon ausgeht, "ein paar Tausend Einheiten über das ganze Jahr hinweg zu verkaufen". Es bleibt jedoch abzuwarten, ob die Zahlen in den kommenden Monaten den Vorstellungen von Jeep entsprechen werden, das auf jeden Fall sein Engagement bekräftigt hat, ab 2030 in Europa nur noch batteriebetriebene Autos zu verkaufen.