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ZFs beheizter Sitzgurt soll Elektro-Reichweite bei Kälte boosten

Das soll bis zu 15 Prozent mehr Reichweite bringen

ZF zeigt einen beheizten Sitzgurt, der die Reichweite von Elektroautos bei Kälte verbessern soll.

Stefan Wagner Stefan Wagner

Von: Stefan Wagner

5. Jan. 2023 um 12:31 Uhr

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Der Dreipunkt-Gurt hat eine steile Karriere hingelegt, seit Volvo das Patent vor Jahrzehnten frei zur Verfügung stellte. Einige Autohersteller stopfen inzwischen sogar Airbags in die Teile, aber ZF hat eine etwas andere Idee. 

Sagen Sie Hallo zum Heat Belt, was Wortspiel-technisch auf englisch natürlich deutlich besser funktioniert (Seat Belt). Wie der Name vermuten lässt, handelt es sich um einen beheizten Sitzgurt, der dem Fahrer eine willkommene warme Umarmung spendet. Primär ist er für Elektroautos gedacht. Dort könnte er die Effizienz bei kalten Witterungsbedingungen verbessern. Die Idee dahinter: Mehr Wärme direkt am Passagier bedeutet weniger Power aus der Batterie, um den Innenraum zu heizen. 

Das mag sich für viele wie ein Gag anhören, aber dasselbe sagte man vor Jahren auch über beheizte Lenkräder. ZF hat den Rechenschieber aus dem Keller geholt und geht davon aus, dass sich die Reichweite eines Elektroautos bei niedrigen Temperaturen durch den Heat Belt um bis zu 15 Prozent vergrößern könnte. 

Die Heizleiter sind im Sitzgurt integriert um ein ganzheitliches Gefühl von Wärme zu vermitteln ohne die Dicke des Gewebes besonders negativ zu beeinflussen. Die Gurte sollen 70 Watt benötigen und können bis zu 40 Grad erwärmt werden. Laut ZF verhält sich der Heat Belt wie ein gewöhnlicher Sitzgurt. Es braucht also keine Modifikationen am Fahrzeug, um ihn zu installieren. 

Die Heizleiter sind in die Sitzgurt-Struktur eingewebt. Der Platz der Kontaktelemente für den elektrischen Heiz-Kreislauf wurde so gewählt, dass er nicht mit den Primärfunktionen des Gurts kollidiert. Auf den Gurtstraffer etwa hat das System keinen Einfluss, die Sicherheit soll identisch sein. 

Dazu sollte erwähnt werden: Ein beheizter Sitzgurt ist keine absolute Weltneuheit. Ende 2018 meldete Ford ein 31-seitiges Patent an. Diverse Variationen des Konzepts mit verschiedenen Designs wurden gezeigt, aber die Idee war im Prinzip die gleiche. Etwa ein Jahr später zeigte Mercedes sein Experimental Safety Vehicle (ESF) auf Basis des GLE. Dort gab es ebenfalls beheizte Gurte. 

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Noch ist unklar, ob Autohersteller Interesse an der Technologie haben, aber sollte es wirklich signifikante Effizienz-Steigerungen geben, dann werden wir beheizte Sitzgurte sicher bald in Elektroautos zu sehen kriegen.

Bildergalerie: ZF heat belt beheizter Sitzgurt

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