Zwischen den späten 1990er und den frühen 2000er Jahren gab es in der Automobilbranche eine Zeit, in der die Modelle sehr markante Linien hatten. Der Renault Avantime, der Renault Vel Satis, der Opel Signum, der Seat Toledo und einige Jahre später auch der seltsame Nissan Cube sind hier wunderbare Beispiele. Und die Linien des Vel Satis und des Toledo inspirierte Mazda zu einem ziemlich seltsamen Konzept: den Mazda MS-X.

Die Abkürzung steht für Multipurpose Sedan Experimental (also eine vielseitig einsetzbare Limousine) und kombinierte die Formen eines Minivans, einer Limousine und einer kompakten Stufenhecklimousine. Das Ergebnis war beispiellos, aber die Linienführung in einer Serienproduktion nur schwer reproduzierbar.

Concept Mazda MS-X

Der Mazda MS-X feierte sein Debüt auf der Frankfurter Automobilausstellung im Jahr 1997. Die Situation war in mancher Hinsicht schwierig, denn die Premiere fand in diesem Jahr neben einigen Modellen statt, die in den folgenden Jahren Automobilgeschichte schreiben sollten (man denke an den Smart Fortwo, den Land Rover Freelander, den Porsche 911 Typ 996 und den VW Golf 4).

Was man Mazda heute für dieses seltsame Konzept zugute halten muss, ist der Mut, den der Hersteller bei der Gestaltung des Innenraums zeigte. Sowohl im Hinblick auf den Stil als auch auf die Funktionalität.

Concept Mazda MS-X

Wenn Sie beispielsweise das Auto starten, fährt das minimalistisch gestaltete Panel mit eine Bildschirm aus dem Armaturenbrett. Darüber befinden sich analoge Instrumenten, die ein weiteres Display flankieren. Ein Navigationssystem ist bereits an Bord und eine Smartcard ersetzte den Standardschlüssel.

Seltsamerweise wurde die extreme Modularität des Innenraums in all den Jahren kaum von der Firma fotografiert. Gleiches gilt für den Kofferraum, von dem es im Internet nicht ein einziges Foto gibt. Alle fotografischen Informationen, die wir erhalten haben, beziehen sich auf die luxuriösen Einzelsitze mit zahlreichen Einstellmöglichkeiten.

Der MS-X war das letzte derart gewagte Konzept von Mazda. In den folgenden Jahren traute sich das Unternehmen aus Hiroshima weniger. Bis 2009 Ikuo Maeda, der Schöpfer des aktuellen Kodo Designs, Chefdesigner wurde und von allen Fans der Marke bis heute sehr geschätzt wird.

Bildergalerie: Mazda MS-X (1997)