Home

Tests

Vel Satis 3.0 dCi Initiale: Luxus-Transporteur vom Createur

Wer den großen Diesel will, bekommt eine Vollausstattung obendrauf

Vel Satis 3.0 dCi im Test

Fabian Grass Fabian Grass

Von: Fabian Grass

12. Dez. 2005 um 12:53 Uhr

Als bevorzugte Quelle Motor1.com auf Google hinzufügen

Teilen

Général nennen die Franzosen all jene Autos einheimischer Hersteller, in denen sich Präsidenten, Wirtschaftsbosse und andere Wichtigkeiten chauffieren lassen. Ein klassischer Vertreter dieses Segments war – zumeist in der Langversion – der Citroën CX. Wohl ein jeder kennt Tagesschau-Bilder von Politikern, die vor dem Élysée-Palast eben solchen Stretchlimos entsteigen. Diese Rolle als prestigereiche Staatskarosse könnte eigentlich auch das aktuelle Renault-Flaggschiff Vel Satis spielen. Eigentlich. Doch mit seinem eigenwilligen Kombi-Körper fällt der formidable Franzose für diese Rolle optisch wohl zu sehr aus dem Rahmen.

Großer Diesel mit Druck und Sparpotenzial
Dabei bietet der Vel Satis mit seiner Karosserie – einer Mischung aus Kombi, SUV und Limousine – handfeste praktische Vorteile. Mit üppigem Platzangebot und gediegenem Luxus zum attraktiven Preis kann der große Renault beeindrucken. Und in Zeiten hoher Spritpreise empfiehlt sich das Dickschiff zudem mit einem Dreiliter-V6-Diesel, der Kultiviertheit und Kraft mit gemäßigtem Durst vereint. Wir haben den eigenwilligen Vielkönner als 3.0 dCi Automatik getestet.

Platz für Gepäck und Passagiere
Typisch für eine Oberklasse wirkt der Vel Satis imposant und wuchtig. Doch die eigenwillige Mischung aus Limousine und Kombi sorgt bei nur wenigen für große Begeisterung. Erst wenn man den Luxus-Salon betritt, werden die Vorzüge dieses Konzepts deutlich: Bei nur 4,86 Meter Länge bietet der Franzose ein erhabenes und zudem leicht erhobenes Raum- und Fahrgefühl. Vor allem Fondgäste dürfen sich auf komfortablem Gestühl über enorm viel Kopf- und Kniefreiheit freuen.

Kompromisslos Luxus
Neben dem üppigen Platzangebot bietet das Passagierabteil außerdem viel Flair und Luxus. Edle Holzdekors und hochwertige Kunststoffe schaffen ein gehobenes Ambiente. Wer Wert auf eine umfangreiche Ausstattung legt, bekommt diese beim 3.0 dCi automatisch mit dazu, da es diese Motorisierung ausschließlich in der Top-Ausstattung Initiale gibt. So ist bereits ein Multimedia-DVD-Navigationssystem mit großem Farbbildschirm und CD-Wechsler an Bord. Außerdem gibt es eine umfangreiche Sicherheitsausstattung mit sechs Airbags, einer Reifendruckkontrolle und einer akustischen Einparkhilfe.

Druckvoll, jedoch nicht sportlich
Mit viel Druck aus dem Keller geht der 177 PS starke V6-Dieselmotor zu Werke. In Kombination mit der sanft schaltenden, serienmäßigen Fünfgang-Automatik kann man ruhig dahingleiten oder auf Wunsch flott voranpreschen. Ein Turboloch ist kaum zu spüren, dafür das üppige Drehmoment von immerhin 350 Newtonmetern bei bereits 1.800 Umdrehungen. Während typische Dieselgeräusche dezent im Hintergrund bleiben, macht sich der V6 bei Leistungsabfrage durch ein markiges Grummeln bemerkbar. Die Fahrleistungen des immerhin 1,8 Tonnen schweren Riesen sind trotz dieser Kraft nicht wirklich sportlich: Für den Sprint von null auf 100 km/h vergehen immerhin 10,5 Sekunden. Und die elektronisch abgeregelte Topspeed von 210 km/h dürfte Hochgeschwindigkeits-Aspiranten ebenfalls nur mäßig begeistern. Renault hat hier einen elektronischen Riegel vorgeschoben.

Eignet sich besonders als Langstreckler
Dennoch gefällt der große Diesel mit ordentlichem Durchzugsvermögen bei Zwischenspurts. Trotz der eher verhaltenen Fahrleistungen ist der Selbstzünder kein Sparwunder: Im Schnitt haben wir 10,1 Liter Diesel pro 100 Kilometer verfahren. Mit seinem 80-Liter-Tank sind also Reichweiten von rund 800 Kilometer möglich.

Erstaunlich agil
Nicht nur als Langstreckler, auch für flotte Kurvenfahrten eignet sich der Vel Satis. Die leichtgängige Lenkung überrascht mit unerwartet hoher Präzision. Ebenso untypisch für einen Franzosen ist die recht straffe Federung. Letztere kann bei holprigem Untergrund auch schon mal ungebührlich harte Stöße an die Insassen weitergeben. Ein Umstand, der wohl auch den 18-Zoll-Felgen unseres Testwagens zuzuschreiben ist. Doch ansonsten qualifiziert sich der Vel Satis als sanfter Gleiter, mit dem man zielgenau und schnell Biegungen durcheilen kann.

Bemerkenswert sicher
Die recht bissig zupackende Bremsen sorgen zudem für gute Verzögerung. Die Armada elektronischer Helfer wie ABS, ESP, der Antriebsschlupfregelung ASR sowie der Untersteuerungskontrolle USC sorgen für ein hohes aktives Sicherheitsniveau. Bei der passiven Sicherheit spricht das hervorragende Abschneiden beim Euro-NCAP-Crashtest mit der Höchstzahl von fünf Sternen für den Vel Satis.

Großes Gepäckabteil
Hinzu kommt ein variabler Kofferraum, der dank einer im Verhältnis 60 zu 40 umlegbaren hinteren Sitzbank von 460 Liter auf 1.468 Liter erweitert werden kann. Doch spezielle Clever-Lösungen für ein besonders sicheres Verstauen von Gepäck – wie der FlexOrganizer von Opel – bietet Renault nicht an. Schade. Auch lässt sich der Kofferraumdeckel nicht per Fernbedienung öffnen. Wer sich beim Öffnen der Heckklappe nicht die Finger schmutzig machen will, sollte – vor allem bei stark verdrecktem Auto – besser Handschuhe tragen.

Angesichts der Ausstattung ein Schnäppchen
Der Preis für den Vel Satis liegt deutlich unterhalb des Niveaus deutscher Luxus-Limousinen. Für 47.550 Euro bekommt man im Falle des großen Renaults viel Platz, einen starken V6-Dieselmotor und darüber hinaus noch eine sehr umfangreiche Premium-Ausstattung. Zum Vergleich: Der VW Phaeton 3.0 TDI kostet mindestens 61.400 Euro, die Mercedes S-Klasse 320 CDI sogar 67.048 Euro.

Auch A6 Avant und 5er Touring sind teuer
Nahe liegender ist aber wohl der Vergleich mit dem Audi A6 Avant 2.7 TDI, den es mit Sechsgang-Schaltgetriebe schon ab 39.400 Euro gibt, oder mit dem BMW 525d Touring für mindestens 41.950 Euro. Wer Wert auf noch mehr Kofferraum legt, bekommt bei diesen zwei starken Diesel-Kombis im Vergleich zum Vel Satis sogar mehr Stauraum für weniger Geld. Andererseits bietet der Vel Satis 3.0 dCi Initiale eine besonders umfangreiche Ausstattung, die sich Audi und BMW besonders teuer bezahlen lassen. Mit der gleichen Ausstattung kosten die beiden bayrischen Lademeister mit V6-Diesel fast 60.000 Euro.

Geringer Werterhalt
Gegen den Vel Satis spricht wiederum sein besonders niedriger Wiederverkaufswert. Für Schnäppchen-Jäger gibt es dafür auf dem Gebrauchtmarkt sensationelle Angebote. Bereits ab 10.000 Euro kann man ein konkurrenzlos günstiges Oberklasse-Mobil ersteigern.

Preisliste

Renault Vel Satis 3.0 dCi V6 24V Initiale

Grundpreis: 47.550 Euro

2.0 16V Turbo 31.550 2.0 16V Turbo Automatik 33.300 2.2 dCi FAP 33.500 2.2 dCi Automatik 34.650 3.0 dCi Automatik 47.550

Seitenairbags hinten 300 elektrisches Glas-Hub-Schiebedach 900 DVD-Video-Installation für den Fond 3.200 Telefonvorrüstung mit Sprachsteuerung 450 Einparkhilfe vorne 300

Datenblatt

Motor und Antrieb Motorart V-Dieselmotor  Zylinder 6  Ventile 4  Hubraum in ccm 2.958  Leistung in PS 177  Leistung in kW 130  bei U/min 1.800  Drehmoment in Nm 350  Antrieb Frontantrieb  Gänge 5  Getriebe Automatik  Maße und Gewichte Länge in mm 4.860  Breite in mm 1.860  Höhe in mm 1.577  Radstand in mm 2.840  Leergewicht in kg 1.810  Zuladung in kg 510  Kofferraumvolumen in Liter 460  Kofferraumvolumen, variabel in Liter 1.468  Dachlast in kg 80  Tankinhalt in Liter 80  Kraftstoffart Diesel  Fahrleistungen / Verbrauch Höchstgeschwindigkeit in km/h 210  Beschleunigung 0-100 km/h in Sekunden 10,5  EG-Gesamtverbrauch in Liter/100 km 8,7  EG-Verbrauch innerorts in Liter/100 km 12,0  EG-Verbrauch außerorts in Liter/100 km 6,8  Schadstoffklasse Euro 3  Weitere Informationen 1/moreName 11,3 Meter 

Bildergalerie: Vel Satis 3.0 dCi im Test

Vel Satis 3.0 dCi im Test

26

Vel Satis 3.0 dCi im Test Vel Satis 3.0 dCi im Test Vel Satis 3.0 dCi im Test Vel Satis 3.0 dCi im Test Vel Satis 3.0 dCi im Test Vel Satis 3.0 dCi im Test

Diesen Artikel teilen

Meistgelesen

Carado CV600 Pro (2026) im Test: Reichen sechs Meter für drei Wochen Familienurlaub mit Hund?

Carado CV600 Pro (2026) im Test: Reichen sechs Meter für drei Wochen Familienurlaub mit Hund?

Royal Enfield Classic 650: Edles, streng limitiertes Sondermodell zum Geburtstag

Royal Enfield Classic 650: Edles, streng limitiertes Sondermodell zum Geburtstag

Dacia Striker: Das kostet der Günstig-Kombi und so sieht das Basismodell aus

Dacia Striker: Das kostet der Günstig-Kombi und so sieht das Basismodell aus

Porsche baut keinen elektrischen Supersportwagen, weil keine Nachfrage besteht

Porsche baut keinen elektrischen Supersportwagen, weil keine Nachfrage besteht

AKTUELLSTE ARTIKEL

Auch interessant



Paris 2026: Die elektrische Zukunft entdeckt das Design der Vergangenheit neu



Benimar Kaleo (2026): Viel Wohnmobil für unter 60.000 Euro?



Renault hat schon rund 1.000 Bestellungen für seinen 160.000-Euro-Mega-R5



Mazda CX-80 Diesel (2026) im Video: Ist Downsizing doch Unsinn?



Frankreich dreht durch: R5 Turbo 3E vs. Peugeot E-T16



Geld für Autozubehör sparen? Skoda hat eine ungewöhnliche Idee ...



Herbst-Angebote von Renault: Captur ab 139 Euro monatlich