Sagen wir es doch, wie es ist: Der Kia Niro war bisher nicht unbedingt die schillerndste Erscheinung im weiten Feld der kompakten Crossover - ganz egal ob elektrifiziert oder nicht. Der neue Niro behebt dieses Problem nun. Er ist außen und innen wirklich komplett neu und hat deutlich mehr Ausstrahlung als bisher. Es kommt nicht so oft vor, dass die nächste Generation eines Autos rein gar nichts mehr mit ihrem Vorgänger zu tun hat. 

Natürlich ist das nicht immer nur positiv zu bewerten. Oft ist es ja ganz gut, wenn ein Hersteller eher auf Nummer sicher geht anstatt einem beliebten Modell eine radikale Neugestaltung angedeihen zu lassen. Beim Niro ist nun zweiteres passiert. Und sagen wir mal so: Sein Design dürfte auf jeden Fall für Diskussionen sorgen. Derzeit geht Kia ja ohnehin einen ziemlich progressiven Weg. Beste Beispiele sind der EV6 oder der neue Sportage.

2023 Kia Niro

Sollte ihnen die abgefahrene Optik des neuen Niro irgendwie bekannt vorkommen, dann liegt das wahrscheinlich am HabaNiro Concept von 2019. Dessen Einflüsse auf den Serienentwurf sind unverkennbar. Das geht von den LED-Tagfahrlichtern über die kontrastierende C-Säule und den zweifarbigen Y-Räder bis zu den Rückleuchten im Boomerang-Stil. 

Die Breite der C-Säule ist wirklich auffällig. Das könnte beim Ausparken nicht ganz so angenehm sein. Ansonsten gibt es aber auch Bereiche, wo vom Showcar zur Serie noch ein wenig abgespeckt werden musste. Das betrifft etwa die Türen. Vorne wurden die Scheren gegen herkömmliche getauscht und hinten gibt es nun welche. Außerdem wurden die Kameras durch richtige Außenspiegel ersetzt. 

2023 Kia Niro

Auch das Interieur des Niro ist komplett neu und sieht nun deutlich hochwertiger aus als bisher. Das Layout des Armaturenbretts erinnert recht stark an den neuen Sportage. Schön: Neben den großen, zusammenhängenden Bildschirmen für Instrumente und Infotainment gibt es weiterhin richtige Knöpfe und Taster für die Klimabedienung. 

Der massive Gangwahlhebel vergangener Tage wird durch ein Drehrad ersetzt, das im vorderen Bereich der Mittelkonsole mehr Platz schafft. Der neue "Schalthebel" wird von Knöpfen für die Sitzklimatisierung, die Lenkradheizung und den Parkassistenten flankiert. 

Ganz dem Zeitgeist folgend, setzen die Koreaner im Innenraum voll auf Nachhaltigkeit. Der Dachhimmel besteht aus recyceltem Tapetenmaterial, die Sitze werden aus Bio-Polyurethan (Bio-PU) mit Tencel aus Eukalyptusblättern hergestellt, und der für die Türverkleidungen verwendete Lack ist frei von BTX-Aromaten (Benzol-, Toluol- und Xylol-Isomeren).

Der neue Niro wurde auf der Seoul Mobility Show 2021 vorgestellt. Alles, was auch nur irgendwie mit technischen Daten zu tun hat, blieb dabei noch außen vor. Immerhin wissen wir, dass es wieder Hybrid- und Plug-in-Hybrid-Antriebe geben wird.

Diese werden über einen neuen „Greenzone Drive Mode“ verfügen, der das Antriebssystem abhängig von der Batterieladung bei Bedarf automatisch auf reinen Elektrobetrieb umschalten kann. Das soll auf der Grundlage von Navigationshinweisen und historische Fahrdaten eigenständig durchgeführt werden können.

Bildergalerie: 2023 Kia Niro