In den 1990er Jahren wurde die Vorherrschaft von Ferrari und Lamborghini im Sportwagensegment von einem dritten italienischen Unternehmen herausgefordert: Cizeta-Moroder.

Der mittlerweile doch recht unbekannte Hersteller wurde Ende der 1980er von dem ehemaligen Lamborghini-Testfahrer und -Ingenieur Claudio Zampolli sowie dem berühmten Komponisten Giorgio Moroder gegründet. Man hatte sich damals zum Ziel gesetzt, einen noch nie dagewesenen Supersportwagen zu entwickeln.

Das Ergebnis war der V16T, von dem nur 10 Exemplare produziert wurden und der für seine Zeit ziemlich interessante Merkmale aufwies. Sie wollen einen? Dann haben Sie Glück. Das erste jemals gebaute Exemplar wird am 27. Januar 2022 bei RM Sothebys in Phoenix, Arizona, versteigert.

Herausforderer von F40 und Countach

An dem Projekt von Cizeta-Moroder war auch der Designer Marcello Gandini (der Schöpfer des Miura und des Countach) beteiligt, der die aerodynamischen und futuristischen Formen der damaligen Zeit entwarf. Erinnert Sie das Aussehen an etwas? Wenn Sie an einen Diablo denken, liegen Sie richtig. Gandini selbst betrachtet den V16T als eine Art Prototyp des Countach-Nachfolgers.

1988 Cizeta-Moroder V16T

Neben dem extravaganten Design mit seitlichen Lufteinlässen, mittigen Auspuffrohren, 17-Zoll-Rädern und vier Klappscheinwerfern war der eigentliche Trumpf des Cizeta-Moroder sein Motor: ein verrückter 6-Liter-Saugmotor in einer V16-Anordnung.

1988 Cizeta-Moroder V16T

Der Sechzehnzylinder leistete 540 PS und 542 Nm Drehmoment, erreichte eine Höchstgeschwindigkeit von 328 km/h und von 0-100 km/h war in 4 Sekunden machbar. Werte, die auch heute noch atemberaubend sind, aber vor 30 Jahren machten sie ihn schneller als einen Ferrari F40 oder einen Lamborghini Countach.

Modell #1

Was dieses Auktionsobjekt noch besonderer macht, ist seine Geschichte. Es ist das Modell mit der Fahrgestellnummer 001. Laut RM Sotheby's wurde dieser Cizeta-Moroder von keinem Geringeren als Jay Leno bei einer Veranstaltung in Los Angeles am 5. Dezember 1988 vorgestellt.

1988 Cizeta-Moroder V16T

Später wurde derselbe Wagen auf den Messen von Los Angeles und Genf 1989 ausgestellt und ging in den Besitz von Moroder selbst über. Es handelt sich um eine Vorserienversion, was bedeutet, dass er einige einzigartige Details wie die rote Innenausstattung und größere seitliche Lufteinlässe aufweist.

Leider hatte der Supersportwagen nicht den Erfolg, den man sich erhofft hatte. Was viele damals in Verbindung mit dem unbekannten Namen möglicherweise abschreckte? Der Preis von 300.000 US-Dollar. Heute wären das in etwa 550.000 Euro. Uff.

Aber wie viel kann ein so seltenes Modell heutzutage bei einer Auktion bringen? Cizeta-Moroder-Fahrzeuge wurden bisher für umgerechnet rund 580.000 Euro verkauft. Und bei dieser atemberaubenden Historie ist es doch irgendwie ziemlich wahrscheinlich, dass auch dieses Exemplar in diesen Regionen unterwegs sein könnte.

Bildergalerie: 1988er Cizeta-Moroder V16T