Der legendäre Sportwagen wird zum Oldie

Sie wollen sich einmal so richtig alt fühlen? Alles klar: Der Ferrari F40 wird in diesem Jahr 30 Jahre alt. Zeit, der keilförmigen Sportwagen-Legende aus Maranello zu huldigen, die in den 1980er- und 1990er-Jahren als Poster in mehr Kinderzimmern hing als jedes andere Auto.

Jubiläumsmodell mit neuester Technik
Die offizielle Präsentation des Ferrari F40 fand am 21. Juli 1987 im Civic Centre in Maranello statt. Und der Sportwagen war damals nicht nur eine Zurschaustellung der neuesten Technologien, er war auch eine Rückbesinnung auf die Wurzeln des Herstellers, der schon immer Straßenfahrzeuge mit Rennwagen-Charakter entwickelte. Außerdem war der F40 als Jubiläumsmodell zum 40-jährigen Firmenbestehen Ferraris (daher der Name) gedacht und er ist gleichzeitig das letzte Modell, welches unter der Führung von Enzo Ferrari selbst enstand.

Enormer Überraschungseffekt
Ermanno Bonfiglioli war damals Chef für spezielle Projekte bei Ferrari und verantwortlich für Turbomotoren. ,Ich habe noch nie eine Präsentation wie die des F40 erlebt. Als das Auto enthüllt wurde, ging ein Brausen durch den Raum gefolgt von tobendem Applaus", so Bonfiglioli. ,Die Firma entwickelte und erprobte das Fahrzeug im geheimen. Und weil der Designschritt so groß war, war der Überraschungseffekt ein regelrechter Schock für viele."

Pininfarina und Kunststoff
Aber zum Auto selbst: Der F40 basiert auf dem GTO Evoluzione, dem Rennsportchassis des 288 GTO. Für das Design mit dem kennzeichnenden Heckflügel, den Klappscheinwerfern und der keilartigen Form zeichnet Pininfarina verantwortlich. Was diese Ferrari-Karosserie außerdem besonders macht? Viele Bauteile bestehen erstmals aus kohlefaserverstärktem Kunststoff.

Sehr stark und sehr leicht
Unter der Haube sitzt ein V8-Aluminiummotor mit Turboaufladung, vier Ventilen pro Zylinder, 2,9 Liter Hubraum und einem maximalen Output von 478 PS und 576 Newtonmeter Drehmomet. Verbunden wurde das Aggregat mit einem Fünfgang-Schaltgetriebe, welches die Kraft an die Hinterräder weiterleitet. Durch das geringe Leergewicht von lediglich 1.254 Kilogramm konnte Ferrari ein Leistungsgewicht von 2,62 kg/PS erreichen. Laut Datenblatt beschleunigt der F40 deshalb in 4,1 Sekunden auf Tempo 100, die 200-km/h-Marke wird nach zwölf Sekunden geknackt. Die Höchstgeschwindigkeit gibt der Hersteller mit 324 km/h an.

Aus 450 wird 1.315
Von 1987 bis 1992 wurde der F40 gebaut. Interessant: Ursprünglich sollten nur 450 Exemplare entstehen. Wegen der hohen Nachfrage wurden aber insgesamt 1.315 Einheiten produziert. Der Großteil der Exemplare wurden Rot ausgeliefert, weniger als zehn Fahrzeuge in Gelb, zwei in Schwarz und lediglich ein F40 wurde in Weiß lackiert. Das weiße Modell ging übrigens an den Sultan von Brunei.

Preisvergleich: Gute Rendite
Übrigens: Wenn Sie sich heute einen F40 zulegen möchten, müssen Sie etwas mehr Geld mitbringen als bei der Markteinführung. 1987 verlangte Ferrari 444.000 DM für einen F40 … verkaufte ihn aber auch nur an langjährige Kunden oder Prominente. Heute sind für den derzeit günstigsten F40 im Netz knapp eine Million Euro fällig. Wir wollen uns aber nicht länger mit Unsummen beschäftigen, sondern verbleiben schlichtweg mit einem herzlichen Glückwunsch zum 30. Geburtstag, lieber Ferrari F40.

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