Mercedes-AMG hat sicher für zwei der aufregendsten Premieren auf der IAA Mobility in München gesorgt (zu sehen in den Related Links am Ende dieses Artikels). Zum einen wäre da der AMG EQS, der mit rein elektrischen 789 PS Anfang 2022 aufschlagen wird. Und dann hätten wir da noch den GT 63 S E Performance. Der 843 PS-Plug-in-Hybrid ist das stärkste Serienauto in der Geschichte von AMG und Mercedes

Betrachtet man diese Debütanten, erweckt es den Anschein, als gäbe es für die Affalterbacher keinerlei Limits in der Diversifizierung des eigenen Portfolios. Aber das ist offenbar nicht der Plan. 

Philipp Schiemer, seines Zeichens AMG-Neu-Chef, sprach im Zuge der bayerischen Automesse mit Medienvertretern und kündigte an, dass er die Zahl der angebotenen Modelle reduzieren möchte. Keine Sorge, die High-End-Modelle sollen nicht angefasst werden. Die Performance-Marke könnte sich allerdings von manchen seiner Einstiegsvarianten trennen.

Bildergalerie: Fotos Mercedes-AMG GT 63 S E Performance, IAA 2021

Schiemer gab zu, dass sein Vorgänger Tobias Moers, der nun als CEO bei Aston Martin fungiert, AMG in ein Unternehmen mit "einer phänomenalen Position im Performance-Markt" transformiert hat. Allerdings möchte er, dass die Firma zurückschraubt und seine aktuelle Modellpalette "ein wenig schrumpft". Der Grund dafür ist durchaus interessant. 

Wie wir es verstehen, arbeitet man bei AMG an einer eigenen Plattform für Elektroautos und benötigt daher mehr Geld, um vernünftig in diese Architektur investieren zu können. Geld, das man sich beispielsweise bei der Entwicklung kleinerer Modelle sparen könnte. 

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Die neue Plattform soll es den Ingenieuren erlauben, anspruchsvollere Technologien und Aerodynamik-Komponenten in künftige AMGs zu packen. Diese Autos werden sich folglich weniger Komponenten mit herkömmlichen Mercedes-Benz-Produkten teilen. 

Noch wichtiger ist es für Schiemer, dass sein Unternehmen enger mit der High Performance Powertrains-Division (HPP) im englischen Brixworth zusammenarbeitet. Dort werden die Formel-1-Motoren für Mercedes gefertigt. Er möchte "die Logik und Philosophie" der F1 auf straßenzugelassene Performance-Autos übertragen.