Er ging mit einem Bagger auf Zerstörungstour

Das Werk Vitoria im Nordwesten Spaniens ist Daimlers zweitgrößte Van-Fabrik. Sie ist seit 1981 vollständig im Besitz des Autobauers. Hier rollen der Vito und die V-Klasse vom Band. Auch der eVito und der EQV entstehen dort.

Das Jahr 2020 endete für das Werk nun mit einem mehr als unerwarteten Vorfall: Ein ehemaliger Mercedes-Mitarbeiter demolierte dutzende fertig montierte Vans, die auf dem angrenzenden Parkplatz der Fertigungsstätte auf Auslieferung warteten. 

Das Zerstörungs-Hilfsmittel der Wahl war ein Caterpillar-Bagger, den der Übeltäter von einer Baustelle entwendete. Anschließend fuhr er nicht weniger als 21 Kilometer zum Werk in Vitoria. Das Ganze gegen 1 Uhr morgens. 

Der lokalen Berichterstattung zufolge, beschädigte der 38-jährige Mann mehr als 50 Vans. Offenbar wollte er noch weitere Fahrzeuge zerstören, da er sich im Anschluss direkt in Richtung Fertigungshalle aufmachte. 

Nur eine Handvoll Menschen befand sich zu der Zeit auf dem Grundstück, da die Produktion um diese Zeit nicht lief. Lediglich einige Security-Leute und Wartungsarbeiter waren zugegen als der Frontlader das Werkstor durchstieß und damit begann wahllos Autos zu zerstören.

 

Einige Medien berichten, dass einer der Sicherheitsleute einen Warnschuss abgeben und den Täter in Gewahrsam nehmen konnte. Er wurde der Polizei übergeben und muss sich nun für diverse Vergehen rechtfertigen. 

Es ist noch immer nicht ganz klar, wie viele Vans letztendlich beschädigt wurden. Einige Berichte sprechen von etwa 70 V-Klassen und Vitos, die zur Auslieferung bereitstanden. Der Schaden liegt schätzungsweise bei etwas unter fünf Millionen Euro. 

Noch ist unklar, was der Grund für diesen gewalttätigen Akt der Zerstörung war. Allerdings kann es sich kaum um eine Kurzschlussreaktion gehandelt haben, denn der Verursacher war offenbar seit 2017 nicht mehr im Unternehmen tätig.

Die Auslieferungen gewisser V-Klasse-/EQV- und Vito-/eVito-Modelle dürfte sich allerdings verzögern, da Mercedes die Fahrzeuge nochmal komplett neu wird bauen müssen. 

Am Ende des Tages ist aber das Wichtigste, dass niemand bei dieser Amok-Fahrt verletzt wurde. Die Polizei versucht nun herauszufinden, ob es sich um einen Racheakt handelt, oder ob dieser kriminelle Akt andere Hintergründe hat.