Ein Hindernis weniger für neuen Stellantis-Konzern

Ein Hindernis weniger für die Fusion zwischen PSA und FCA: Die EU-Kommission hat den Zusammenschluss der beiden Konzerne genehmigt. Die beiden Partner seien Verpflichtungen eingegangen, die auch nach der Fusion noch fairen Wettbewerb sicherstellen, sagte EU-Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager am heutigen Montag laut FAZ.net.

Der neue Konzern aus PCA und FCA soll den Namen Stellantis tragen. Dazu werden die PSA-Marken Peugeot, Citroen, Opel und DS sowie die FCA-Marken Fiat, Chrysler, Alfa, Maserati, Jeep, Ram und Dodge gehören. 

FCA kommt derzeit laut einer Zusammenstellung des Handelsblatts weltweit auf 4,4 Millionen Autos, PSA auf 3,5 Millionen, zusammen sind das 7,9 Millionen. Nach Verkäufen wird Stellantis damit der viertgrößte Automobilkonzern der Welt sein. Die größten Hersteller nach Stückzahlen sind derzeit VW (10,7 Millionen Autos), Toyota (10,6 Millionen) und Renault/Nissan (8,9 Millionen). Es folgen General Motors (7,7 Millionen), Hyundai/Kia (7,2 Millionen) sowie Ford (5,4 Millionen). Die Zahlen beziehen sich auf das Jahr 2019.

Bei leichten Nutzfahrzeugen wird Stellantis in neun EU-Ländern über hohe Marktanteile verfügen, so in Belgien, Frankreich, Griechenland, Italien, Litauen, Polen, Portugal, Slowakei und Tschechien. Um die Bedenken der Wettbewerbshüter auszuräumen, hat PSA zwei Verpflichtungen angeboten:

  1. PSA die Kooperation mit Toyota verstärken. Dadurch wird Toyota günstiger für die Japaner produzieren und mehr Autos in der EU verkaufen - was den Wettbewerb verstärkt.
  2. PSA und FCA erleichtern die Reparatur von leichten Nutzfahrzeugen der Konkurrenz in den Stellantis-Werkstätten. So will Stellantis weder markenspezifischen Empfangs- oder Wartebereiche noch die Benutzung von separaten Werkzeuge vorschreiben.

Die Fusion wurde bereits im Oktober 2019 von den Fiat Chrysler Automobiles (FCA) und PSA (Peugeot Société Anonyme) vereinbart. Bis Frühjahr 2021 soll der Zusammenschluss perfekt sein. Allerdings könnte sich der Termin nach hinten verschieben, da französische Politiker und Manager noch Nachbesserungen verlangen.

Die Kooperation von PSA mit Toyota umfasst im Bereich der leichten Nutzfahrzeuge das Trio Peugeot Traveller/Expert, Citroen Jumpy/Spacetourer, Opel Zafira Life/Vivaro und Toyota Proace/Proace Verso. Außerdem baut PSA gemeinsam mit Toyota das baugleiche Kleinstwagen-Trio Citroen C1, Peugeot 108 und Toyota Aygo.

Bildergalerie: Opel Zafira Life L (2020) im Test

Bild von: Fabian Grass