Schade, dass dieser hübsche Sportwagen nie in Serie ging

Unter dem Titel "Porsche Unseen" plündert die Sportwagen-Marke ihren geheimen Keller und holt viele Studien ans Tageslicht, die bislang keiner außerhalb von Zuffenhausen zu Gesicht bekam. Eine davon zitiert den berühmten Porsche 904 Carrera GTS von 1963. Ihr Name: Porsche 904 Living Legend.

Die Designübung entstand 2013, also exakt 50 Jahre nach der Premiere des Ur-904, von dem 116 Exemplare gebaut wurden. Für nicht wenige Fans gilt er als schönster Porsche aller Zeiten. Doch zurück zum 904 Living Legend: Seit 2002 hatte Volkswagen an einem sparsamen Einliter-Auto geforscht, 2014 kam das Konzept in Form des VW XL1 als Kleinserie auf die Straße.

Im Designstudio von Porsche stieß die Studie vor allem wegen ihres Monocoque-Chassis aus Carbon auf Interesse. Bot die leichte und kompakte Fahrzeugarchitektur doch die Gelegenheit, einen radikal kleinen und minimalistischen Sportwagen zu entwickeln. Das Designteam begann mit verschiedenen Karosserieformen zu experimentieren. Und realisierte dabei mit Erstaunen, dass der Wagen ganz ähnlich proportioniert und dimensioniert war wie eine der Leichtbau-Rennlegenden aus dem Werksmuseum – der Porsche 904.

So entstand ein verblüffend kompakter und effizienter Mittelmotor-Sportwagen. Mit seinem geduckten Cockpit und den skulptural ausgestellten Radhäusern transportierte er die puristische Designidee des legendären Porsche Carrera GTS aus dem Jahr 1963 souverän in die Gegenwart. Als Antrieb für den kaum 900 Kilogramm leichten Porsche 904 Living Legend wäre beispielsweise ein hochdrehender V2-Motorradmotor infrage gekommen.

Volkswagen XL Sport (2014)
Volkswagen XL Sport (2014)

Genau so verwirklichte es übrigens VW: Auf dem Pariser Autosalon 2014 zeigte man den XL Sport. Und zwar mit einem Motorradmotor von Ducati in der deutlich vergrößerten Karosserie. Der kleine Krawallmacher im Heck des XL Sport schöpfte aus 1,2 Liter Hubraum satte 200 PS und 134 Newtonmeter maximales Drehmoment.

Die sonst in einer Ducati 1199 Superleggera verbaute Maschine drehte dabei motorradtypisch bis auf 11.000 Umdrehungen pro Minute. Der Motor wurde mit einem Siebengang-DSG-Getriebe verbunden. In 5,7 Sekunden geht's von null auf 100 km/h. Schluss machte die Symbiose aus Kohlefaser-Karosserie und stärkstem Zweizylinder-Motor der Welt erst bei 270 km/h.

Bildergalerie: Porsche 904 Living Legend