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Lamborghini Jarama (1970-1976): Kennen Sie den noch?
Der Grand Tourer mit V12-Frontmotor wird 50 Jahre alt

Roland Hildebrandt 
Von: Roland Hildebrandt
11. Nov. 2020 um 19:20 Uhr
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Man kennt sie. Und irgendwie auch wieder nicht. Die Rede ist nicht von den eigenen Nachbarn, sondern von Autos, die so unauffällig blieben, dass sie heute nur eingefleischte Fans noch kennen.
Solche Modelle müssen nicht zwangsläufig zu Lebzeiten Flops gewesen sein. Aber sie liefen unter dem Radar des gewöhnlichen Autokäufers. In unregelmäßiger Folge wollen wir ab sofort unter dem Titel "Kennen Sie den noch?" Youngtimer und Oldtimer aus dem Nebel des Vergessens holen.
Lamborghini feiert dieses Jahr das 50- jährige Jubiläum des Jarama GT, der erstmals auf dem Genfer Autosalon im März 1970 präsentiert worden ist. Der Jarama galt als jüngste Weiterentwicklung des bewährten 2+2-sitzigen GT-Coupé-Konzepts mit einem vier Liter großen Zwölfzylinder-Frontmotor.

Der Jarama, benannt nach einem nördlich von Madrid gelegenen Gebiet, das für die Aufzucht von Kampfstieren bekannt ist, wurde technisch auf der Grundlage seiner Vorgänger, dem Lamborghini 400 GT und dem Islero, entwickelt, deren mechanischer Aufbau übernommen wurde. Was ihn jedoch unterscheidet, ist die von Marcello Gandini für die Carrozzeria Bertone entworfene Linie, die mit ihren straffen und eckigen Konturen viel stärker an die stilistischen Maßstäbe der 1970er Jahre angelehnt ist.
Der Aufbruch ins neue Jahrzehnt sollte ganz so sein, wie es sich für einen sportlichen Lamborghini gehörte: Das Fahrwerk wurde mit einer Bremsanlage mit vier großen Scheibenbremsen (vorne innenbelüftet) ausgestattet und mit einer um zehn Zentimeter auf 1.490 mm verbreiterten Spurweite und 15-Zoll-Magnesiumfelgen von Campagnolo optimiert.
Der von sechs Weber-Doppelvergasern (Typ 40 DCOE) gespeiste Motor war das bewährte V12-Aggregat mit doppelter obenliegender Nockenwelle pro Zylinderreihe, das eine Leistung von 350 PS entwickelte und den Wagen eine Höchstgeschwindigkeit von 260 km/h erreichen ließ.

Die Karosserie der Vorserienmodelle wurde von der Carrozzeria Marazzi in Caronno Pertusella (nahe Varese) zusammengebaut, die gerade erst die Produktion des Islero abgeschlossen hatte. Die Serienmodelle sollten im Werk der Carrozzeria Bertone in Grugliasco (nahe Turin) produziert werden. Die letzten 100 Exemplare des Jarama, die 1972 produziert wurden, gerieten zum Mix aus von Bertone gepressten und bei Marazzi zusammengebauten Karosserieteilen sein.
Mit Lederbezügen und Klimaanlage ausgestattet, war das Interieur außergewöhnlich luxuriös. Die für einen Sportwagen respektable Geräumigkeit bot auch einen relativ großen Kofferraum. Ab dem Genfer Autosalon 1972 wurde die Produktion um die 365 PS starke Version Jarama GTS erweitert, die einen quer verlaufenden Lufteinlass auf der Motorhaube und zwei Luftauslässe hinter den vorderen Radkästen aufwies.
Im Interieur gab es ein neues Armaturenbrett mit modifizierten Instrumenten und eine andere Formgebung der Vordersitze für mehr Raumangebot dahinter. Auch die Räder waren beim GTS anders: Der Zentralverschluss fiel weg, und die Leichtmetallfelgen waren weniger aufwendig gearbeitet.
Kennen Sie die auch noch?
Fiat 127 (1971-1987): Kennen Sie den noch?
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Der Jarama, von dem insgesamt 328 Stück (176 GT und 152 GTS) produziert wurden, ist ein wichtiges Modell in der Geschichte von Lamborghini: Er war der letzte GT mit Frontmotor aus Sant’Agata Bolognese. Denn abgesehen von den Super-SUVs LM002 und Urus hatten Lamborghinis seither nur noch Mittelmotoren.
Bildergalerie: Lamborghini feiert das 50-jährige Jubiläum des Jarama GT

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