Es gibt eine Extra-Pforte wie einst beim Mazda RX-8

Es wurde bereits darüber gemunkelt, dass dem neuen Fiat 500 Elektro nach dem Cabrio mit Rolldach und der geschlossenen Variante noch eine weitere Version zur Seite gestellt wird. Vielleicht wie früher ein kleiner Kombi nach Art der 500 Giardiniera? Ganz falsch: Fiat bringt einen 500 3+1 heraus.

Der Name ist hier Programm: Ähnlich wie etwa aktuell beim BMW i3 und Mazda MX-30 und einst beim Mazda RX-8 gibt es am Fiat 500 Elektro 3+1 eine kleine zusätzliche Tür auf der Beifahrerseite. Sie öffnet gegenläufig und auch nur, wenn die große Tür geöffnet ist. Laut Fiat soll das dritte Portal an die "Selbstmördertüren" erinnern, die der originale Nuova 500 bis 1965 hatte.  

Die Begründung für die zusätzliche Variante lautet wie folgt: Wer früher im seit 2007 existierenden Verbrenner-500 durch die Straßen des Stadtzentrums fuhr, ist heute eine berufstätige Mutter oder ein berufstätiger Vater, der sich mit einem oder mehreren Kindern herumschlägt, um sie morgens vor der Arbeit zur Schule und nachmittags zum Tanzen und zum Englischunterricht zu begleiten.

Ein Kunde, der eine Familie gegründet hat und einen zugänglicheren, aber immer noch coolen 500er braucht: Alles neu, alles elektrisch und mit einer zusätzlichen Tür. Aber immer noch 500.

Die Konstrukteure des "Centro Stile" von Fiat arbeiteten an einer intelligenten Lösung, bei der die gleichen Abmessungen wie bei den Cabrio- und Limousinen-Versionen beibehalten und eine dritte kleine Tür auf der Beifahrerseite hinzugefügt wurde. Genau wie bei den ersten 500 im Jahr 1957, bei denen die Türen hinten angeschlagen waren.

Fiat 500 Elektro 3+1

Die dritte "kleine Tür" öffnet sich gegen den Wind und erleichtert dank des Fehlens des in der Tür selbst integrierten Mittelstehers den Einstieg, das Be- und Entladen von sperrigen Gegenständen und die schnelle und einfache Positionierung des Kindes auf dem Kindersitz.

Und wenn die kleine Tür einmal geschlossen ist, gibt es keinen Unterschied zu den anderen 500: gleicher Stil, gleiche Abmessungen. All dies bei einer Gewichtszunahme von nur 30 Kilogramm, die sich nicht auf das Fahrverhalten und den Verbrauch des Autos auswirkt.

Mindestens genauso interessant wie der Fiat 500 Elektro 3+1 sind die parallel vorgestellten normalen Ausstattungsvarianten für die Strom-500er. Es gibt drei Linien: Einfach, mittel und hoch. Sie hören auf die Namen @ACTION, @PASSION und @ICON.

Der New 500 in der Einstiegsversion ist das perfekte Elektroauto für den Einsatz in der Stadt. Laut Fiat empfiehlt er sich für diejenigen, die durchschnittlich 50 Kilometer pro Tag fahren. Der 500 @ACTION ist mit einem 70 kW (95 PS) starken E-Motor mit einer Beschleunigung von 9,5 Sekunden von 0-100 km/h und einer auf 135 km/h begrenzten Geschwindigkeit ausgestattet.  Zum Vergleich: Bislang gibt es den 500 Elektro mit 87 kW (118 PS) und 150 km/h Spitze.

Fiat 500 Elektro 3+1

Der New 500 @ACTION ist mit einem Lithium-Ionen-Akku mit einer Kapazität von 23,8 kWh ausgestattet, der eine Reichweite von mehr als 180 Kilometer im WLTP-Zyklus ermöglicht. Im rein städtischen Einsatz sollen über 240 km drin sein. Auch hier der Vergleich zur stärkeren Version mit 42-kWh-Akku: Diese bringt es auf 320 km nach WLTP und 460 km in der Stadt.

Einer der wichtigen Punkte für Kunden, die auf das Elektroauto umsteigen wollen, sind die Ladezeiten. Der neue Fiat 500 @ACTION ist trotz seines Status als Basisversion ab Werk mit dem 50-kW-Schnellladesystem ausgestattet. Damit dauert es zum Beispiel weniger als zehn Minuten, um den Tagesbedarf von Kilometern (etwa 50 Kilometer) zu decken. Stets dabei ist ein Mode-2-Standardkabel (3 kW).

Die "Combo 2"-Buchse, die sich auf der rechten hinteren Seite des Fahrzeugs befindet, ermöglicht das Aufladen sowohl mit Wechsel- als auch mit Gleichstrom und damit eine Schnellladung. Für das Laden im Haushalt und im öffentlichen Bereich besteht für den Kunden auch die Möglichkeit, das dreiphasige Mode-3-Kabel (11 kW) und die Wallbox von Mopar zu erwerben.

Fiat 500 Elektro 3+1

Entwickelt für ein junges Publikum, verfügt der New 500 @ACTION serienmäßig über diverse Assistenzsysteme wie etwa die autonome Notbremsung, die auch Radfahrer und Fußgänger erkennt; den Lane Keep Assist und eine Verkehrszeichenerkennung. 

Äußerlich verfügt der @ACTION über Halogenscheinwerfer und 15-Zoll-Räder. Im Inneren gibt es unter anderem einen automatischen Startknopf (Keyless Go), eine elektrische Parkbremse (Electric Park Brake) und einen konfigurierbaren 7-Zoll-TFT-Digitalbildschirm vor dem Fahrer - der im New 500 die herkömmliche Instrumententafel ersetzt hat. Das Innendesign zeichnet sich durch ein schwarzes Armaturenbrett aus, während die Sitze - hergestellt aus Seaqual-Garn - ein geometrisches Chevron-Muster und silberne Nähte aufweisen.

Als "La Prima" mit dem großen Akku und E-Motor kostet der Fiat 500 Elektro als Limousine 34.900 Euro. Der schwächere @ACTION soll deutlich günstiger sein. Dank der Öko-Anreize in Italien beträgt der Anschaffungspreis in Italien 19.900 Euro, der mit einer Abwrackprämie auf 15.900 Euro sinkt. Die reine Elektroauto-Prämie liegt dort bei 6.000 Euro, mit Stilllegung des bisherigen Verbrenners sind es 10.000 Euro. 

In Italien liegt das Basismodell des Elektro-500 ohne Prämien bei 26.150 Euro. Zieht man die deutsche E-Auto-Prämie von 9.000 Euro ab, würde er also bei 17.150 Euro beginnen. Der Fiat 500 Elektro 3+1 kostet 2.000 Euro mehr, das Cabrio 3.000 Euro zusätzlich.

Diese beiden gibt es aber vorerst nicht als @ACTION. Die Preise beginnen daher in Italien bei 31.900 Euro für den 3+1 und 32.900 Euro für das Cabrio.

Bildergalerie: Fiat 500 Elektro 3+1