Niedrigere Grenzwerte würden Hersteller benachteiligen, die die Ziele ernst nehmen

BMW ist gegen eine Verwässerung der CO2-Vorgaben. Das sagte nun Konzernchef Oliver Zipse anlässlich des Berichts zu den wirtschaftlichen Ergebnissen des ersten Quartals. 

"Wir stehen fest zur Erfüllung der Klimaschutzziele", so Zipse, und zwar "auch und erst recht in Zeiten von SARS-CoV-2". Das gelte "für die CO2-Ziele in der EU für 2020/2021 genauso wie für die Einführung der Abgasstufe Euro 6d. Forderungen nach Moratorien, sprich einer Verschiebung der Fristen, treten wir entschieden entgegen."

BMW habe seine Palette frühzeitig elektrifiziert und sich auf die neuen Kohlendioxid-Zielvorgaben vorbereitet. Eine Verschiebung von Zielen oder Fristen würde diejenigen belohnen, die sich nicht ausreichend vorbereitet haben.

Allerdings könnte eine "Neustartprämie" eingesetzt werden. Eine solche Abwrackprämie hatte kürzlich VDA-Chefin Müller gefordert, und zwar für Elektro- und Hybridfahrzeuge, aber ausdrücklich auch für konventionelle Diesel und Benziner.

Man könne außerdem "über den Zeitpunkt der Einführung neuer und noch nicht verabschiedeter Regularien wie zum Beispiel die Norm Euro 7 diskutieren", so Zipse.

Wie üblich, gab Zipse auch einen kurzen Überblick über die weiteren Elektrifizierungs-Pläne: 2023 will der Konzern 25 Modelle mit reinem Elektro- oder Plug-in-Hybrid-Antrieb auf der Straße haben, darunter ist auch den neuen BMW 7er als Elektroauto und als PHEV-Variante.

Im Werk München hat sich BMW auf die Produktion des vollelektrischen BMW i4 vorbereitet, so Zipse. Im Werk Dingolfing steht der Anlauf des BMW iNext an. Beide kommen im Jahr 2021. Der iNext soll auch hochautomatisiertes Fahren auf Autobahnen ermöglichen. Kürzlich hatte VW-Vorstandsmitglied Andreas Renschler die Ansicht geäußert, dass wegen der Corona-Krise das autonome Fahren später kommen würde. BMW will hier jedoch keine Abstriche machen, so Zipse.

Bildergalerie: 2020 BMW Concept i4