Es bleiben nur wenige Alternativen

Als die drei Elektro-Winzlinge auf Basis des VW Up, Seat Mii und Skoda Citigo Anfang 2020 auf den Markt kamen, war der Enthusiasmus groß: So günstig gab es bisher kaum ein vernünftiges Elektroauto. Doch nur vier Monate später hat sich die Lage geändert: Der Skoda wurde auf einen Schlag ein paar Tausender teurer und nun ist auch der Seat nicht mehr bestellbar.

"Das erste vollelektrische Fahrzeug von Seat ist ein voller Erfolg und wird deshalb auch für das Jahr 2020 nicht mehr verfügbar sein. Leider kann deshalb aktuell der Mii electric nicht mehr ab Werk bestellt werden", heißt es auf der Seat-Homepage. Nur noch Lagerfahrzeuge sind verfügbar.

Die Version von Seat ist also: Das Auto ist wegen der der großen Nachfrage ausverkauft. Allerdings brachte Seat in den ersten zwei Monaten des Jahres 2020 (neuere KBA-Daten zu Elektroautos gibt es noch nicht) gerade mal 138 Elektro-Mii an die Frau oder den Mann.

Bei den anderen Marken waren die Zahlen deutlich höher: Beim Elektro-Citigo waren es 604 Stück, beim e-Up sogar 1.142 Stück. Insofern ist zu vermuten, dass es eher an der konzerninternen Verteilungspolitik liegt. Warum der Konzern nicht überhaupt mehr Autos baut, bleibt offen. Möglicherweise wird an den Autos wegen der hohen Batteriekosten nichts verdient.  

Wer noch einen Elektro-Mii findet, darf sich jedenfalls glücklich schätzen. Der Basispreis liegt bei 20.675 Euro, nach Abzug der neuen Umweltprämie - 6.750 Euro, wenn man die Mehrwertsteuer berücksichtigt - bleiben gerade mal runde 14.000 Euro. Dafür bekommt man ein Elektroauto mit 259 Kilometer WLTP-Reichweite, die Ausstattung ist bereits in der Basisversion ordentlich: Klimaautomatik, Radio und elektrische Fensterheber vorne sind an Bord, genauso wie die praktische Dockingstation fürs Handy. Seat gewährt acht Jahre Batteriegarantie (bis 160.000 km, 70 Prozent Akkukapazität). 

Seat Mii Electric (2019) im Test

Mit dem serienmäßigen Typ-2-Ladeanschluss kann man den Mii electric allerdings nur mit Wechselstrom (bis 7,2 kW Ladeleistung) aufladen. Damit dauert ein Ladevorgang (0-80%) vier Stunden. Schneller geht es mit dem optionalen CCS-Anschluss für 600 Euro. Damit dauert das Laden an der Gleichspannungs-Säule (0-80%) nur eine Stunde bei 40 kW Ladeleistung.

Als Alternativen zum Mii bleiben derzeit:

  • Skoda Citigo e iV: ab 24.990 Euro (kürzlich fast 4.000 Euro teurer geworden)
  • VW e-Up: ab 21.975 Euro.
  • Smart eQ Fortwo: ab 21.950 Euro
  • Artega Karo: ab 17.995 Euro

Der Artega Karo ist ein schickes Wägelchen mit dem Design der klassischen Isetta, das aber maximal 90 km/h schafft; die Reichweite liegt bei 125 Kilometer, optional 200 Kilometer (2.500 Euro Aufpreis). Der Smart bietet allerdings deutlich weniger Innenraum und viel weniger Reichweite (rund 160 Kilometer) bietet. Im Sommer kommt der elektrische Fiat 500 hinzu und Ende 2020 der elektrische Renault Twingo. Unser Elektroauto-Special gibt einen Gesamtüberblick über alle Elektroautos auf dem Markt. 

Bildergalerie: Seat Mii Electric (2019) im Test