Alles zur vierten Generation des Tschechen-Bestsellers

Nach sieben Jahren auf dem Markt, in denen der Octavia III neue Verkaufsrekorde für Skoda aufstellte, bereitet er sich auf einen wohlverdienten Ruhestand vor, um Platz für einen (noch) anspruchsvolleren Nachfolger zu schaffen. Der Name Octavia, zweifellos eine der "Cash Cows" des Volkswagen-Konzerns, feiert in diesem Jahr sein 60-jähriges Bestehen, was einer der Gründe ist, warum die Firma aus Mladá Boleslav ihr neu aufgelegtes Kernmodell noch vor Ende 2019 vorstellen wird.

Um was handelt es sich?

Der Octavia ist mit Abstand das erfolgreichste Modell von Skoda und verzeichnete 2018 388.200 Verkäufe. Das war mehr als das Doppelte der zweit- und drittbesten verkauften Autos des Unternehmens. Dank des modernen Octavia (der erste Octavia wurde von 1959 bis 1971 gebaut) wurde das tschechische Unternehmen zum Big Player. Mit jeder neuen Generation, die in Europa und anderen Teilen der Welt eingeführt wurde, erfreute sich der Octavia wachsender Beliebtheit. In seiner 23-jährigen Geschichte hat der Octavia eine Vielzahl von Derivaten hervorgebracht, vom sportlichen RS und dem Scout mit robuster Optik über den edlen Laurin & Klement bis hin zum umweltfreundlichen G-Tec mit komprimiertem Erdgas.

Wie wird er aussehen?

Natürlich bleibt es beim Doppel aus Fließheck-Limousine und Combi (bei Skoda traditionell mit C geschrieben). Als Produkt des VW-Konzerns wird der Octavia IV mit dem Generationswechsel voraussichtlich keine größeren Designänderungen durchlaufen, da der Automobilkonzern im Allgemeinen gerne eher zurückhaltende Schritte macht, wenn es darum geht, das Design eines Autos zu aktualisieren. Allerdings haben Erlkönigbilder gezeigt, dass das umstrittene geteilte Scheinwerferdesign des gelifteten Octavia III aufgegeben wird. Skoda hat konventionell gestaltete Einheiten gestaltet, die an die Leuchten des Flaggschiffs Superb erinnern.

2020 Skoda Octavia Combi
2020 Skoda Octavia Combi spy photo

Die Kanten der Scheinwerfer treffen auf die Ecken eines breiteren Kühlergrills, um dem Auto eine imposantere Frontansicht zu verleihen und ihm eine stärkere Präsenz zu verleihen. Eine neu gestaltete Motorhaube war auch bei den neuesten Prototypen zu sehen, ebenso wie eine erneuerte Frontstoßstange mit einem neuen Paar Nebelscheinwerfer, die die Veränderungen an der Vorderseite abrunden.

Da die Prototypen noch mit viel Tarnverkleidung ausgestattet sind, bleibt das Erscheinungsbild des Seitenprofils ein wenig rätselhaft, obwohl wir erwarten, dass Skoda die bisherigen Charakterlinien subtil anpasst und neue Designs für die Leichtmetallfelgen entworfen hat. Die Dachlinie und die Fenster werden diskrete Weiterentwicklungen des heutigen Modells darstellen, da nur die hartgesottenen Fans den Unterschied zwischen dem neuen Octavia und seinem Vorgänger schon allein anhand des Seitenprofils erkennen können.

2020 Skoda Octavia Combi spy photo
2021 Skoda Octavia RS wagon spy photo

Wir kennen bereits einige der Änderungen, die der Octavia IV am Heck durchlaufen wird, da die Erlkönige Aussparungen in der Tarnung an der Heckklappe hatten, um die Rückleuchten sichtbar zu machen. Das bedeutet, dass der Octavia zum ersten Mal breitere Rückleuchten hat, die sich bis zur Heckklappe erstrecken, sowohl auf der Rückseite als auch auf der Karosserie, um in die Fußstapfen seines großen Bruders, des Superb, zu treten. Ähnlichkeiten zum Kodiaq dürften ebenfalls nicht ausgeschlossen sein.

Apropos Kronjuwel von Skoda: Der Superb erhielt kürzlich ein Facelift und verlor das hintere Markenlogo, um auf der Heckklappe Platz für den vollständig buchstabierten Firmennamen zu schaffen, was wir auf jeden Fall auch in dieser am Octavia IV sehen werden. Es ist ein fragwürdiger Trend, der im vergangenen Jahr in China mit dem Kodiaq GT begann und seitdem auf Euro-Fahrzeuge wie den Kodiaq, Karoq, Scala, Kamiq und den Citigo e iV übertragen wurde.

Was steckt unter der Haube?

Es wird erwartet, dass die Einstiegsmodelle über einen turboaufgeladenen Dreizylinder-Benziner verfügen. Diesen 1.0 TSI kennt man aus vielen Fahrzeugen des Volkswagen-Konzerns, es gibt ihn auch schon jetzt im Octavia III. Er bietet bis zu 116 PS und 200 Newtonmeter Drehmoment, was eine ausreichende Leistung für diejenigen ist, die einfach von A nach B gelangen wollen.

Skoda Octavia Combi
2020 Skoda Octavia Combi spy photo

Sollten Sie mehr Kraft benötigen, steht der größere 1.5 TSI mit Vierzylinder, 150 PS und 250 Nm bereit. Ganz oben im zivilen Benziner-Programm steht der 2.0 TSI mit 190 PS und 320 Nm Drehmoment.

Der bereits erwischte Octavia RS der nächsten Generation wird entweder eine Weiterentwicklung des heutigen 2,0-Liter-Motors nutzen oder auf einen Hybrid-Antriebsstrang umsteigen, möglicherweise mit einem verkleinerten Verbrenner. Unabhängig von der genauen Ausgestaltung wird erwartet, dass das heiße Doppel aus Limousine und Combi mindestens die 245 PS und 370 Nm Leistung des abgehenden RS 245 erreicht.

Da der Skoda Octavia im Flottengeschäft beliebt ist, wird es natürlich auch zukünftig Diesel in Gestalt des 1.6 TDI und 2.0 TDI geben, hier reicht die Palette von 115 bis 190 PS. Abgerundet wird das Motorenangebot von einem neuen G-Tec-Modell und möglicherweise einem Plug-in-Hybrid, der aus der nächsten Generation des Golf GTE stammt. Apropos Golf: VW hat bereits Pläne angekündigt, in seinem Bestseller ein Mild-Hybrid-System zu implementieren, um den Kraftstoffverbrauch zu senken, während der größere der beiden Dieselmotoren eine Evo-Version sein wird, die wesentlich sauberer ist als bisher.

Je nach Antriebsstrang wird der neue Octavia mit manuellem Getriebe oder DSG angeboten, zudem haben Kunden je nach Motorisierung die Wahl zwischen Front- und Allradantrieb.

Was muss man noch wissen?

Eine leichter Zuwachs bei den Abmessungen (aktuell 4,66 bis 4,68 Meter Länge) plus die Nutzung der optimierten MQB-Evo-Plattform, könnte den Octavia im Vergleich zu seinem Vorgänger innen noch geräumiger machen. Erwarten Sie eine üppige hintere Beinfreiheit und einen sehr großen Kofferraum für beide Ausführungen, um den Octavia wieder einmal zum unbestrittenen König der Funktionalität in seinem Segment zu machen.

2020 Skoda Octavia Combi spy photo
2020 Skoda Octavia Combi spy photo

Der Innenraum wird auch einige große Veränderungen erfahren, da Skoda ein völlig neues Armaturenbrettdesign entwickelt hat. Im Mittelpunkt steht ein Tablet-ähnliches Infotainmentsystem, das von einem modernisierten rein digitalen Kombiinstrument begleitet wird. Erstmals wird der Octavia mit einer elektrischen Feststellbremse ausgestattet, die mehr Platz für Ablagen zwischen den Vordersitzen schaffen soll. Ein ausgefallenes Zwei-Speichen-Lenkrad wurde kürzlich an einem Prototyp entdeckt, und wir erwarten weitere hochwertige Details, die den Octavia deutlich vom kürzlich erschienenen Scala abheben. Interessant bleibt natürlich, inwiefern sich solche Maßnahmen auf den Basispreis des Octavia auswirken.

Wann werden wir ihn sehen?

Skoda hat bereits mitgeteilt, dass die vierte Octavia-Generation am 11. November bei einer speziellen Veranstaltung in Prag ihre Weltpremiere feiern wird. Etwas überraschend werden auf dem Event sowohl Limousine als auch Combi und Plug-in-Hybrid gezeigt. Wir dürften am 24. Oktober mehr über den Octavia IV erfahren, wenn VW den technisch verwandten Golf 8 präsentiert.