Ausgeklügeltes Antriebsmanagement sorgt für mehr als 40 Kilometer Reichweite

Der Audi A7 mit Plug-in-Hybrid-Antrieb wurde zusammen mit den Schwestermodellen auf Basis des Q5, A6 und A8 bereits auf dem Genfer Autosalon im März 2019 gezeigt. Nun stehen auch die Details und der Preis fest.

Das große Viertürer-Coupé A7 Sportback gibt es künftig auch mit Plug-in-Hybrid-Antrieb. Der Antrieb des neuen Audi A7 Sportback 55 TFSI e quattro besteht aus einem 2,0-Liter-Turbobenziner mit 252 PS und 370 Newtonmeter sowie einem Elektromotor. Die permanent erregte Synchronmaschine (PSM) hat 143 PS Peak-Leistung und 350 Newtonmeter Peak-Drehmoment. Der Elektromotor ist zusammen mit der Trennkupplung in die Siebengang-S-tronic integriert, die das Drehmoment an einen quattro-ultra-Allradantrieb weiterleitet. Die Systemleistung beträgt 367 PS, das maximale Gesamtdrehmoment von 500 Newtonmeter liegt bereits bei 1.250 U/min an.

Der PHEV-A7 beschleunigt in 5,7 Sekunden auf Tempo 100, die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 250 km/h. Da seine elektrische Reichweite im WLTP-Zyklus mehr als 40 Kilometer beträgt, profitiert er in Deutschland als Dienstwagen von einem reduzierten Steuersatz. Im rein elektrischen Betrieb fährt der Wagen bis zu 135 km/h schnell. 

Bildergalerie: Audi A7 Sportback 55 TFSI e quattro

Die Lithium-Ionen-Batterie speichert bei einer Nennspannung von 381 Volt 14,1 kWh Energie. Die wird über den Kühlmittelkreis der Klimaanlage und über den Niedertemperatur-Kühlkreislauf gekühlt, der auch die E-Maschine und die Leistungselektronik versorgt. Die Batterie liegt unter dem Kofferraumboden. Der maximal verfügbare Stauraum verkleinert sich von 1.390 auf 1.235 Liter, das Kofferraumvolumen für die zweisitzige Konfiguration wurde noch nicht mitgeteilt.

Der Antrieb erfolgt bei der ultra-Variante des Allradantriebs normalerweise über die Vorderachse, die Hinterachse wird nur bei bedarf zugeschaltet, und zwar laut Audi "reaktionsschnell und prädiktiv". Die Rekuperation erfolgt stets über die Vorderachse.

Der Antrieb bietet drei Modi. Standardmäßig wird im EV-Modus gestartet. Das bedeutet: Das Auto wird ausschließlich elektrisch angetrieben, solange der Fahrer nicht einen variablen, spürbaren Druckpunkt im Fahrpedal überschreitet. Im Battery-Hold-Modus wird die Batteriekapazität auf dem aktuellen Stand gehalten, um Strom für später aufzusparen. Der Hybridmodus wird entweder automatisch mit der Zielführung in der Navigation oder manuell vom Fahrer mit der Betriebsartentaste aktiviert. In diesem Modus wird das Zusammenspiel automatisch geregelt. Je nach Situation wird auch zwischen dem Freilauf mit ausgeschaltetem Motor und der Schubrekuperation gewählt. Mit dieser lassen sich bis zu 35 Kilowatt Leistung zurückgewinnen. Dabei übernimmt die E-Maschine alle leichten Verzögerungen bis 0,1 g, das sind laut Audi die meisten Bremsvorgänge. Über die Bremsrekuperation werden maximal 80 kW elektrische Leistung generiert bei einer Verzögerung bis 0,2 g.

Für maximale Effizienz nutzt der A7 den bekannt prädiktiven Effizienzassistenten (PEA) und bindet seine vorausschauenden Fähigkeiten in die Steuerung von E-Maschine, Lithium-Ionen-Batterie und Verbrennungsmotor ein. Das Ergebnis nennt Audi die Prädiktive Betriebsstrategie (PBS). So wird bei aktivierter Routenführung der MMI Navigation Strom für den letzten innerstädtischen Streckenabschnitt aufgespart, aber nur so viel, dass der Wagen mit nahezu leerer Batterie am Ziel ankommt. Nähert sich der A7 Sportback TFSI e einer Stadt, lädt das Antriebsmanagement die Batterie auf und ermöglicht dadurch ein elektrisches Fahren in der Stadt. Die PBS nutzt auch die Online-Stauinformationen, Infos zum Streckenprofil (Gefälle oder Steigungen) der Route, die Tempolimits und die Daten der Fahrzeugsensoren. Je nach Abstand zum vorausfahrenden Fahrzeug (bekannt durch das Kamera- und Radarsignal) wird zwischen dem Freilauf mit ausgeschaltetem Motor und Schubrekuperation gewählt. 

Zur Serienausstattung gehört das Ladesystem kompakt. Optional gibt es ein Mode-3-Kabel mit Typ-2-Stecker zur Verwendung an öffentlichen Ladesäulen. Auf Wunsch liefert Audi die Wandhalterung "Clip", eine abschließbare Befestigung für das Ladesystem. An einem dreiphasigen CEE-Industrieanschluss mit 400 Volt und 16 Ampere pro Phase dauert eine Vollladung rund zweieinhalb Stunden. Dabei lädt das Fahrzeug mit maximal 7,4 kW Leistung. An einer normalen Haushaltssteckdose wird eine leere Batterie in rund 7 Stunden vollgeladen. Unterwegs gewährt ein Audi-eigener Ladedienst, der Audi e-tron Charging Service Zugang zu mehr als 100.000 Ladepunkten in Europa. Eine einzige Karte genügt dabei, um das Laden zu starten – unabhängig vom Anbieter.

Mit einer App kann man den Batterie- und Reichweitenstatus abfragen, Ladevorgänge starten, Ladetimer programmieren sowie Einsicht in die Lade- und Verbrauchsstatistik nehmen. Außerdem zeigt der Routenplaner in der App wie auch die MMI Navigation im Auto die Ladestationen an. Eine weitere Funktion der App ist die Vorklimatisierung.

Die Klimaanlage arbeitet mit einer Wärmepumpe zusammen, wodurch das Auto die Abwärme des elektrischen Antriebsstrangs sinnvoll nutzen kann. Das ermöglicht neben der schnellen Temperierung auch eine höhere elektrische Reichweite.

Serienmäßig hat der Plug-in-A7 das "S line Exterieur"-Paket, das "Optikpaket schwarz" und eine Privacy-Verglasung. HD-Matrix-LED-Scheinwerfer, Sportsitze, Vierzonen-Klimaautomatik, Komfortschlüssel, Virtual Cockpit, 19-Zoll-Räder sowie rote Bremssättel vorne und hinten sind ebenfalls Standard. Der Grundpreis liegt bei 77.850 Euro. Damit ist der Wagen der teuerste A7, wenn man vom S7 absieht, der mit 82.750 Euro noch mehr kostet. Marktstart ist laut Audi "im dritten Quartal 2019", liegt also möglicherweise bereits in der Vergangenheit (Juli bis September).

Bildergalerie: Audi A7 Sportback 55 TFSI e quattro (2019)