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VW Ameo: Der günstigste VW der Welt?
Spezieller Stufenheck-Polo für Indien

Roland Hildebrandt 
Von: Roland Hildebrandt
29. Aug. 2019 um 09:30 Uhr
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Billigautos? Da denkt man hierzulande an Dacia oder Lada. Doch auch VW hat eins - allerdings in Indien. Der Ameo ist das erste VW-Modell, das eigens für den indischen Markt entwickelt wurde und dort (im westindischen Pune) auch gebaut wird. Nur deswegen kann der Ameo äußerst günstig verkauft werden. Ähnlich verhält es sich auch mit dem kleinen SUV Renault Kwid, bei dem man auf lokale Zulieferer setzt.
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Vorgestellt wurde der Ameo im Februar 2016, er basiert auf der PQ25-Plattform des VW Polo V. Die Ausstattung bietet unter anderem einen Tempomat, ein klimatisiertes Handschuhfach und eine Rückfahrkamera. Bis zur C-Säule kommt einem der Anblick vertraut vor, doch dann folgt ein derart kurzes Stufenheck, als habe man den Ameo zu nahe an einer Guillotine geparkt. Aber das eigenwillige Hinterteil verfolgt einen bestimmten Zweck: Da der Ameo so ganz knapp unter vier Meter Länge bleibt, sind anstatt der üblichen 24 Prozent nur 12,5 Prozent Steuern fällig, ein besonderer Anreiz im indischen Markt. Hinzu kommt, dass indische Kunden eine Vorliebe für klassische Limousinen haben.
Motorenseitig gibt es für den VW Ameo aktuell einen 1.0-MPI-Saugbenziner mit 76 PS und 95 Newtonmeter Drehmoment, den Dreizylinder kennen wir in Europa aus dem VW Up, wo er bald aus dem Programm fällt. Die Alternative ist ein 1.5 TDI mit 110 PS und 250 Newtonmeter Drehmoment, ihn gibt es optional auch mit DSG. Preislich geht es bei umgerechnet 7.279 Euro los, der Diesel kostet mindestens 8.745 Euro. Damit dürfte der Ameo zu den günstigsten Modellen von VW auf dem Globus gehören. Als "Highline Plus"-Topmodell rangiert der Benziner bei umgerechnet 9.792 Euro, für den Diesel mit DSG werden 12.464 Euro aufgerufen.

2020 treten strengere Abgasnormen in Kraft, mit denen ein neues Kapitel auf dem indischen Pkw-Markt beginnt. In einem ungewöhnlichen Schritt beschloss die Regierung, eine Abgasnorm-Stufe zu überspringen und direkt von der aktuellen BS-IV-Norm (Euro 4) zu BS-VI (Euro 6) zu wechseln. Dank rechtzeitiger Entwicklungen werden alle Modelle der Volkswagen-Gruppe, die auf der Strategie ‚INDIA 2.0‘ basieren, diesen Normen entsprechen. Um die Emissionen noch weiter zu reduzieren und die Abhängigkeit von importierten Energiequellen zu verringern, hat das Energieministerium für 2030 ein Verkaufsziel von 30 Prozent Elektrofahrzeugen ausgegeben.
Bis 2025 strebt der Konzern einen Marktanteil von fünf Prozent an. Herbert Diess, Vorstandsvorsitzender der Volkswagen AG, sagt zum Transfer von Spitzentechnologie nach Indien und deren Übertragung in die Volkswagen-Fahrzeuge und Produktion vor Ort: „Ganz konkret wollen wir in Indien einen gemeinsamen Marktanteil von Volkswagen und ŠKODA von etwa fünf Prozent bis 2025 erreichen.“
Zwischen 2019 und 2021 wird die Volkswagen-Gruppe eine Milliarde Euro in die Umsetzung des Projekts investieren. Damit die Produkte perfekt auf den indischen Markt zugeschnitten sind, hat Skoda im Land ein Entwicklungszentrum aufgebaut. Die neue Modelloffensive beginnt 2020 mit einem mittelgroßen SUV, der speziell für den indischen Markt in einem der am schnellsten wachsenden Sektoren Indiens entwickelt wurde.
Bildergalerie: Volkswagen Ameo

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