Nürburgring-Bestzeit in einer eigenen Kategorie

Am 4. September 2019 wird endlich der Porsche Taycan enthüllt. Dass der Viertürer ziemlich schnell ist, konnten wir bereits im Rahmen einer Mitfahrt feststellen. Und auch Porsche selbst führt einige Tests durch, um das unter Beweis zu stellen. Auf der Hochgeschwindigkeitsstrecke in Nardò (Italien) wurden kürzlich exakt 3.425 Kilometer innerhalb von 24 Stunden zurückgelegt. Die Fahrgeschwindigkeit bei der Hitzeschlacht auf dem süditalienischen Testgelände lag zwischen 195 und 215 km/h. Darüber hinaus beschleunigte ein Vorserienfahrzeug Ende Juli auf einem Flugplatz im Badischen 26 Mal hintereinander aus dem Stand von null auf 200 km/h. Der durchschnittliche Beschleunigungswert der Messfahrten lag dabei unter zehn Sekunden, die Differenz zwischen schnellster und langsamster Beschleunigung betrug 0,8 Sekunden.

Schön und gut, doch wesentlich aufschlussreicher ist die nun erzielte Zeit des Taycan auf der Nordschleife des Nürburgrings. Testfahrer Lars Kern hat den legendären Eifelkurs mit einem Vorserien-Taycan in 7:42 Minuten bezwungen. Gemessen wurde auf der für Rekordfahrten üblichen 20,6 Kilometer langen Distanz. Porsche spricht von einem "neuen Maßstab auf der Nürburgring Nordschleife für viertürige vollelektrische Sportwagen". Nur: So viele Konkurrenten fallen uns da spontan nicht ein, eine Zeit des Tesla Model S P100D ist bislang nicht bekannt. Das könnte auch daran liegen, dass sämtliche Fahrzeuge, die in der Liga des Taycan spielen, bei einer solchen Belastung in den Notlauf schalten würden und womöglich nicht eine Runde schaffen würden. Porsche scheint es also geschafft zu haben, den Taycan rundstreckentauglich zu machen, auch wenn zukünftig nur wenige Besitzer diese Qualitäten ausreizen werden.

'

Bezüglich der zurückgelegten Distanz könnte es zu Haarspaltereien kommen: 20,6 Kilometer, während die meisten anderen Rekordfahrten 20,8 Kilometer zurücklegen. Sogar Porsche selbst legte 2016 mit dem damals neuen Panamera Turbo diese Strecke in 7:38 Minuten zurück. Und überhaupt Viertürer: Erst kürzlich raste ein nicht serienmäßiger Lynk & Co. 03 als "Cyan Concept" in 7:20.143 Minuten über den Ring, der Mercedes-AMG GT 63 S Viertürer schaffte 7:25.41 Minuten. Schnellster Fronttriebler ist aktuell der Renault Mégane R.S. Trophy-R mit 7:45.3 Minuten. Doch dies nur zur Einordnung. Fest steht: Eine Zeit unter acht Minuten ist für ein Serienfahrzeug sehr respektabel und der Porsche Taycan sichert sich vorerst die Krone für den schnellsten Elektro-Viertürer auf dem Ring.

Bildergalerie: Porsche Taycan Nordschleifen-Rekord (2019)