Die streitbare Kreation basiert auf dem 488 GTB, aber mit komplett neuer Karosserie

Was zum springenden Pferd haben wir denn hier? Eine weitere Verschlimmbesserung eines einst wunderschönen Ferrari durch einen der zahllosen "Luxustuner"? Hm, dafür wirkt das hier gezeigte Gefährt eigentlich zu stimmig. Eine neue Kreation aus Ferraris hauseigener Special-Projects-Abteilung? Könnte man meinen, ist es aber nicht. Was Sie hier stattdessen sehen, ist ein Ferrari 488 GTB. Zumindest war es mal einer. Denn das Auto wurde massiv umgestaltet und verneigt sich nun vor echten Maranello-Größen wie dem 288 GTO oder dem F40.

Das gute Stück heißt GTO Vision und ausgedacht hat es sich ein Unternehmen namens 7X Design. Der GTO soll mehr sein, als ein Haufen Retro auf einem modernen Chassis. Er übernimmt auch Elemente von aktuellen Modellen. Dazu gehören die die zwei Spoiler-Winglets am Heck, die an das Track-Tier FXX K erinnern. Der Heckstoßfänger und der Diffusor wiederum könnten auch vom F12berlinetta stammen. 

So gut wie alle Karosserie-Elemente des 488 GTB wurden entfernt und durch neue Teile ersetzt, die allesamt aus Carbon bestehen. Zu den eindeutigen Verneigungen vor der Ferrari-Geschichte zählen die durchsichtige Abdeckung über dem Motor, die an den F40 erinnert oder die vom 288 GTO inspirierten Doppel-Lichter an der unteren Front. 

Der GTO Vision ist eine Mélange klassischer und aktueller Ferrari-Modelle. Ob man derartiges mag, sei jedem selbst überlassen. Überraschend stimmig sieht das Ganze aus unserer Sicht aber schon aus. Es wurden sich also offenbar viele Gedanken gemacht, anstatt einfach nur neue Schürzen an einen 488 zu hängen und das fertige Produkt dann als zweifelhafte Limited Edition zu verscherbeln.  

Es gibt hier eine Menge cooler Details zu entdecken. Eines davon sind die drei Öffnungen hinter den Hinterrädern, wie man sie auch am 288 GTO findet. Die fetten Hintterreifen schlagen ebenfalls die Brücke zu den großartigen Supercars der 80er-Jahre. Ein interessantes Gimmick ist das Ferrari-Logo an der Front. Es dient nämlich auch als Hauben-Öffner. Ein Druck auf das springende Pferd und die Klappe geht auf. 

Ach ja, der GTO Vision soll kein Einzelstück bleiben. Auf seiner Webseite sagt 7X Design, dass man Bestellungen für den Umbau annimmt. Nötig ist ein 488 GTB oder dessen Nachfolger, der F8 Tributo als "Spenderfahrzeug". Ein bisschen Extra-Kohle sollten Sie auch noch mitbringen, denn die Verwandlung kostet das erkleckliche Sümmchen von 1,8 Millionen Euro. Die ersten fünf Kunden profitieren von einem großzügigen Sonderrabatt und bezahlen - warum auch immer - lediglich 1,35 Millionen Euro. Sieht alles in allem nach einer ziemlich brauchbaren Gewinnmarge aus. Sechs bis neun Monate dauert der Umbau. Na, Interesse irgendwer?

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