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Microlino: Auslieferungen verzögern sich

Man will noch gemeinsam mit Artega an der Qualität feilen

Microlino: So kommt die Neo-Isetta

Roland Hildebrandt Roland Hildebrandt

Von: Roland Hildebrandt

14. Mai 2019 um 15:47 Uhr

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Er sieht aus wie eine BMW Isetta, die man ins 21. Jahrhundert gebeamt hat: Mit seinem sympathischen Aussehen hat der elektrisch angetriebene Microlino bereits 15.000 Reservierungen sammeln können. Doch die Microlino-Fans werden sich noch etwas in Geduld üben müssen. Jetzt wurde bekannt, dass sich die ersten, eigentlich für April 2019 geplanten Auslieferungen noch etwas verzögern werden. 

Alles Wissenswerte zum Microlino:

Microlino: So kommt die Neo-Isetta

Sitzprobe im elektrischen Microlino

Wörtlich heißt es dazu: "Wir haben uns dazu entschieden, den zuletzt auf April geplanten Auslieferungsstart des Microlino zu verschieben. Der Verkauf unseres Produktions- und Entwicklungspartners TMI (bekannt für ihre Stadtautos unter der Marke Tazzari) an Artega und die Verlegung der Produktion nach Deutschland haben sehr viel Zeit gekostet. Der aktuelle Entwicklungsstand entspricht noch nicht unseren Qualitätsstandards.

Zudem gibt Uneinigkeiten mit dem neuen Geschäftsführer Klaus Frers bezüglich der Entwicklung und Produktion des Microlinos. Unser Ziel ist es, ein qualitatives und preiswertes Fahrzeug auf den Markt zu bringen. Aus diesem Grund haben wir den Entscheid getroffen, den Auslieferungsstart zu verzögern, um TMI mehr Zeit zu geben die Entwicklung bis zur Kundentauglichkeit abzuschliessen.

Wir bleiben trotzdem zuversichtlich, dass der seit 2015 entwickelte Microlino bald auf den Markt kommen wird. Unsere oberste Priorität ist und bleibt, den Microlino so bald wie möglich und in guter Qualität an unsere Kunden ausliefern zu können."

Microlino: Produktion in Deutschland

TMI war Teil der Tazzari Gruppe und Auftragsfertiger und Entwicklungspartner für den Microlino. TMI hat langjährige Erfahrung im Bereich elektrischer Leichtfahrzeuge und bereits 2009 ihr erstes elektrisches Stadtauto unter der Marke Tazzari auf den Markt gebracht. Im November 2018 wurde TMI von Artega erworben und die Produktion des Microlino von Italien nach Deutschland verlegt. Alle ehemaligen Mitarbeiter und Führungskräfte sind nicht mehr bei TMI tätig. „Obschon wir den Verkauf von TMI nicht verhindern konnten und anfänglich versuchten, dies als Chance zu sehen, sind wir uns nun in diversen Punkten mit dem neuen Besitzer Klaus Frers uneinig. Zudem ging viel Know-How verloren, da kein Einziger der ehemaligen Mitarbeiter und Manager mehr bei TMI tätig ist“, sagt Wim Ouboter, der "Erfinder" des Microlino.

Artega wurde im Jahre 2006 von Klaus Frers gegründet und hat bis zur Insolvenz im Jahre 2012 den Sportwagen Artega GT in Kleinstserie produziert. Klaus Frers ist zudem Vorstandvorsitzender von paragon, einem deutschen, börsennotierten Automobilzulieferer und Aufsichtsratsvorsitzender von Voltabox, einer Tochterunternehmung von paragon, die ebenfalls an der Börse kotiert ist.

„Durch den Verkauf des Microlino-Produzenten TMI an Artega ist die Serienentwicklung ins Stocken geraten. Die ersten Serienfahrzeuge wurden von uns zwar vor über einem Jahr vorfinanziert, allerdings erfüllt der aktuelle Entwicklungsstand unseren Qualitätsstandard noch nicht. Aus diesem Grund haben wir uns entschieden, den Auslieferungsstart zu verzögern, um TMI mehr Zeit zu geben, die Entwicklung abzuschliessen und den Microlino kundentauglich zu machen“, so Wim Ouboter.

Die Gründerfamilie von Microlino bleibt aber zuversichtlich, dass der seit 2015 entwickelte Microlino bald auf den Markt kommen wird. „Wir haben uns Artega als neuen Partner zwar nicht ausgesucht, versuchen aber trotzdem das Beste daraus zu machen, obwohl durch diesen Wechsel viel Zeit verloren ging. Unsere oberste Priorität ist und bleibt, den Microlino so bald wie möglich und in guter Qualität an unsere Kunden ausliefern zu können“, sagt Oliver Ouboter.

Bis auf weiteres werden von den über 15.000 Vorbestellern noch keine Anzahlungen verlangt, allerdings wird in diesem Monat der Konfigurator aufgeschaltet. Vorbesteller werden einen Prioritätscode per E-Mail erhalten, der ihnen eine bevorzugte Auslieferung ermöglicht. „Unsere Kunden werden so schon einmal ihren persönlichen Microlino konfigurieren können. Zudem hilft uns dies in der Produktionsplanung, damit wir Teile vorbestellen und so schnell wie möglich die Produktion hochfahren können“, sagt Merlin Ouboter.

Bildergalerie: Microlino: So kommt die Neo-Isetta

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