Autobahnfahrten, Spurwechsel, Parken, Auto apportieren und mehr: Was die Teslas schon können und wo der Weg in Zukunft hinführt

Tesla Motors stellte sein teilautonomes Fahrsystem, genannt Autopilot, im Jahr 2014 vor. Es verwendet eine Reihe von Kameras sowie Radar- und Ultraschallsensoren, die rund um das Fahrzeug angeordnet sind, und ermöglicht ein teilweise autonomes Fahren auf der Autobahn.

Ursprünglich als Teil eines Technik-Pakets für das Model S angeboten, ist der Autopilot heute in den USA eine eigenständige Option für die Basisversion und höhere Ausstattungen. Er ist für alle Tesla-Fahrzeuge verfügbar, einschließlich Model 3 und Model X. Das Unternehmen hat die Technik in der Folge durch Updates um zusätzliche Funktionen erweitert, doch der Autopilot ist bis heute umstritten.

Nach einer Reihe von Unfällen, bei denen der Autopilot angeschaltet gewesen sein soll, sagen Kritiker, dass Tesla-Fahrer dazu tendieren, das System zu überschätzen. Ein Teil des Problems sei, so heißt es, dass der Name Autopilot bei den Autofahrern die falsche Erwartung weckt, das Auto würde völlig autonom fahren, obwohl das System immer noch den Eingriff eines menschlichen  Fahrers erfordert. Tesla hält dagegen, dass die Verwendung des Autopilots das Unfallrisiko verringert.

Cadillac hat im XT5 des Modelljahres 2018 ein autonomes Fahrsystem namens Super Cruise auf den Markt gebracht. Es ermöglicht einen vollständig freihändigen Betrieb, wobei die Kopfposition per Infrarotkamera überwacht wird, um sicherzustellen, dass der Fahrer die Verkehrssituation überwacht und bei Bedarf die Kontrolle übernimmt. Beim Nissan Leaf wurde beim kürzlich erfolgten Facelift ebenfalls das teilautonome Fahren eingeführt. Beim ProPilot-System muss der Fahrer jedoch aus Sicherheitsgründen beide Hände am Lenkrad behalten.

Was der Autopilot kann und was nicht

Die Basisversion des Autopilot hält durch automatisches Gasgeben und Bremsen den Sicherheitsabstand zum Vordermann und positioniert das Fahrzeug über Lenkeingriffe in der Mitte zwischen den Fahrbahnmarkierungen. Diese Version des Systems kostet 3.000 US-Dollar, wenn sie vor der Auslieferung installiert wird, und 4.000 Dollar, wenn die Funktion per Download hinzugefügt wird.

Bei diesem System ist es erforderlich, dass der Fahrer zumindest gelegentlich seine Hände ans Lenkrad legt. Der Fahrer erhält akustische und visuelle Warnungen, wenn es nötig ist, dass er die Lenkung übernimmt, und das System schaltet sich aus, wenn es wiederholt ignoriert wird.

Der Autopilot ermöglicht offiziell die so genannte "Level 2"-Autonomie nach der Skala der US-Sicherheitsbehörde NHTSA (National Highway Traffic Safety Administration). Hier muss der Fahrer bereit bleiben, bei Bedarf die Kontrolle zu übernehmen. Level 1 steht für einen einfachen Tempomaten, während Level 5 volle Autonomie bedeutet, bei der kein Fahrer benötigt wird.

Der Autopilot berücksichtigt zum Beispiel weder Fahrfehler anderer Verkehrsteilnehmer noch fahrbahnbedingte Gefahren. Sie sollten zum Beispiel schnellstens einzugreifen, wenn ein anderer Autofahrer plötzlich mehrere Spuren gleichzeitig quert und sie schneidet, oder wenn Sie auf ein großes Schlagloch auf der Straße zufahren.

Die Vollversion des Autopilots, die bei Auslieferung mit dem Wagen 5.000 Dollar kostet und danach 7.000 Dollar -- und das zusätzlich zum oben genannten Preis für das Basissystem -- erweitert die Möglichkeiten des Systems. Zu den zusätzlichen Funktionen gehört Navigate on Autopilot, mit dem teilautonomes Fahren von der Autobahnauffahrt bis zur Autobahnabfahrt möglich ist. Außerdem werden das Fahren auf Autobahnkreuzen unterstützt, der Spurwechsel automatisch durchgeführt und langsam fahrende Fahrzeuge überholt. Es verfügt auch über eine Einparkfunktion, die das Auto automatisch in Parklücken parallel oder senkrecht zur Fahrbahn steuert. Die Summon-Funktion steuert den Wagen autonom aus der Garage oder aus der Parklücke heraus. Das Auto findet den Fahrer auch auf dem Parkplatz wieder, wenn dieser einen Knopf am Autoschlüssel drückt.

Was ist beim Autopilot als Nächstes geplant?

Auf der Tesla-Website ist zu lesen: "Alle Tesla-Fahrzeuge haben die Hardware, die in Zukunft benötigt wird, um unter fast allen Umständen vollautonomes Fahren zu ermöglichen. Bei einem Sicherheitsniveau, von dem wir glauben, dass es mindestens doppelt so hoch sein wird wie bei einem durchschnittlichen menschlichen Fahrer."

Noch im Jahr 2019 soll laut Tesla ein Upgrade erfolgen, mit dem der Autopilot in der Stadt funktioniert, er soll Ampeln und Stoppschilder erkennen und darauf reagieren, und auch Kreisverkehre durchfahren können. Ein völlig autonomer Tesla soll in nicht allzu ferner Zukunft erscheinen. Dabei geht Tesla natürlich davon aus, dass das Unternehmen seine Versprechen nicht nur technisch einlösen kann, sondern auch die behördlichen und lokalen Vorschriften erfüllen kann, die das gravierendere Problem darstellen könnten.

Um die Tesla-Website noch einmal zu zitieren: "Die zukünftige Nutzung dieser Funktionen ohne Überwachung durch den Fahrer setzt voraus, dass eine Zuverlässigkeit erreicht wird, die weit über die von menschlichen Fahrern hinausgeht, was eine Erfahrung von Milliarden von Kilometer sowie die Genehmigung durch Behörden zeigen, die in manchen Ländern länger dauern kann."

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