Angeblich gemeinsame Plattform für E-Mobile geplant

Der PSA-Konzern sowie Fiat Chrysler Automobiles (FCA) prüfen eine Kooperation bei Elektroautos. Das berichtet nun Automotive News Europe unter Berufung auf Insider. Danach wäre eine gemeinsame Plattform für Elektroautos vorstellbar, um die Entwicklungskosten zu senken.

PSA bringt mit dem DS 3 Crossback E-Tense (ab zweitem Halbjahr 2019) und den Elektro-Versionen des Peugeot 208 (ab Herbst 2019) und Opel Corsa (ab 2020) demnächst drei Elektroautos auf der gleichen Kleinwagen-Plattform. Weniger konkret sind die Pläne von FCA. Die Elektroversion des Fiat 500 soll erst 2020 vorgestellt werden.

Fiat Chrysler sucht bereits seit Längerem nach einem Partner, der FCA helfen soll, gegen Giganten wie VW oder Toyota bestehen zu können. Kürzlich hatte die Financial Times über eine mögliche Übernahme von FCA durch Renault berichtet. Und Anfang 2019 soll PSA den Italienern eine Übernahme angeboten haben, wie das Wall Street Journal (WSJ) kürzlich meldete. Für PSA wäre FCA interessant, weil mit Jeep, Chrysler und Ram große US-Marken dazugehören. Denn PSA (mit den Marken Peugeot, Citroën, DS und Opel) verkauft etwa 80 Prozent seiner Autos in Europa und möchte daher gerne in die USA expandieren.

FCA und PSA zusammen kämen laut WSJ auf 8,7 Millionen Autos pro Jahr. Das wären mehr als die 8,4 Millionen Autos, die General Motors jährlich absetzt. Ganz vorne lagen nach dem WSJ-Bericht im Jahr 2018 Volkswagen mit 10,8 Millionen Autos, Renault-Nissan-Mitsubishi mit etwa derselben Zahl und Toyota mit 10,6 Millionen Stück. FCA habe die Übernahme jedoch abgewiesen, weil man selbst schon stark im europäischen Markt engagiert wäre, so das WSJ.

PSA ist zwei Jahren nach der Übernahme von Opel offenbar schon wieder abenteuerlustig. Nicht ohne Grund, denn Opel macht seit 2018 wieder Gewinn. Kooperationen und Fusionen oder Übernahmen sind derzeit in der Autoindustie ein heißes Thema. Das kommt daher, dass die Konzerne Technologien entwickeln müssen, mit denen erst in der Zukunft Geld verdient werden wird. Dazu gehören die Elektromobilität, das autonome Fahren sowie die Vernetzung. Neben möglichen Kooperationen und Fusionen versuchen die Konzerne auch zu sparen, wo es nur geht. So will etwa VW in den nächsten Jahren 7.000 Arbeitsplätze abbauen, Ford will ebenfalls die Personalkosten verringern und Daimer spart sogar bei Reisekosten.

Quelle: Automotive News Europe, Wall Street Journal