Sonderedition "ID.3 1st" mit 420 km Reichweite ab 40.000 Euro, Serienversion später ab 30.000 Euro

Das neue Elektroauto von VW heißt ID.3 und wird offenbar deutsch ausgesprochen, also wie Idee drei. Das wurde am heutigen 8. Mai 2019 auf einem VW-Event bekannt gegeben, bei dem auch neue Details offenbar wurden. Die Veranstaltung mit VW-Vertriebsvorstand ist als Video hier abrufbar.

Die Sonderedition ID.3 1ST

Heute begann auch das "Pre-Booking", das heißt: Man kann gegen eine Anzahlung von 1.000 Euro eine Sonderedition namens ID.3 1ST  zu Preisen ab unter 40.000 Euro reservieren. Sie ist limitiert auf 30.000 Fahrzeuge und wird in drei Versionen angeboten:

  • ID.3 1ST mit Sprachsteuerung und Navi, 2.000 kWh an "We Charge"-Säulen gratis
  • ID.3 1ST Plus zusätzlich mit IQ Light sowie Bicolor-Optik außen und innen
  • ID.3 1ST Max zusätzlich mit Panoramadach und Head-up-Display inklusive Augmented-Reality-Funktion

Bei allen drei Varianten hat der Akku eine Kapazität von 58 kWh (netto), die 420 Kilometer WLTP-Reichweite ermöglichen sollen. Bekannt gegeben wurde außerdem, dass die Software des ID.3 Over-the-air-Updates erlaubt. Außerdem gibt es eine verbesserte Sprachsteuerung und eine Scheinwerfer-Animation, die abläuft, wenn man sich dem Auto nähert.

 

Wer reserviert, muss sich bereits für eine der drei Varianten entscheiden. Ist das Kontingent für die gewählte Version erschöpft, kann eine andere gewählt werden. Sind alle Versionen vergriffen, verfällt die Registrierung und man erhält die Anzahlung zurück. Die Bestellung wird im April 2020 verbindlich, bis dahin kann sie gebührenfrei storniert werden. Die Auslieferung startet jedoch erst Mitte 2020.

Weitere Varianten

Der Sonderedition werden weitere Varianten folgen, auch günstigere. So soll das Basismodell unter 30.000 Euro liegen. Die Akku-Varianten wurden bereits offiziell bekannt gegeben:

  • 45 kWh (netto) mit 330 km Reichweite
  • 58 kWh (netto) mit 420 km Reichweite
  • 77 kWh (netto) mit 550 km Reichweite

Die größte Nachfrage erwartet VW bei der mittleren Reichweite.

Technische Grundlage für den ID.3 ist der Modulare Elektrobaukasten (MEB). Ob es neben Hinterradantrieb (von VW bestätigt) auch ein Allradsystem gibt, wird wohl erst zur offiziellen Weltpremiere auf der IAA im September 2019 bekannt gegeben werden. Erst dann folgen auch Daten zur Leistung der Elektromotoren. Die Plattform erlaubt:

  • bis zu 150 kW (203 PS) an der Hinterachse (von VW bestätigt)
  • bis zu 80 kW (110 PS) an der Vorderachse (nach Gerüchten)

Eine Basisversion mit 150 PS würde gut zum Konkurrenten Nissan Leaf passen, eine Topversion mit 200 PS gut zum stärksten Hyundai Kona.

Aufladen

Was das Aufladen angeht, so ist offiziell nur bekannt, dass es ein Schnellladesystem geben soll. Nach Gerüchten hat der ID.3 einen Onboard-Lader mit 7,2 oder 11 Kilowatt Ladeleistung sowie einen Anschluss für das Schnellladen mit 125 kW Gleichstrom.

Design

Am 6. Mai 2019 waren noch Bilder vom neuen VW ID.3 geleakt. Die holländische Abteilung von Volkswagen hatte irrtümlich bereits ein Youtube-Video zu seinem neuen Elektroauto online gestellt. Darin wurde der Name ID.3 bestätigt. Bevor VW den Irrtum bemerkte, hat die polnische Website Elektrowoz Screenshots angefertigt. Die bisher fotografierten Erlkönige hatten eine schwarzweiße Folierung, die neuen dagegen eine blaurote:

Auf einem Bild ist das große Fenster hinter der A-Säule gut erkennbar. Auch der seltsame Wulst vor der Windschutzscheibe fällt auf:

Volkswagen ID.3 (geleakte BIlder in neuer Tarnfolie, 6. Mai 2019)

Außerdem scheint es auf dem Armaturenbrett ein großes Display zu geben, wie es auch der Seat el-Born hat:

Volkswagen ID.3 (geleakte BIlder in neuer Tarnfolie, 6. Mai 2019)
VW ID.3 mit großem Display?
Seat el-Born
Seat el-Born

Unser Illustrator hat auf Basis der Elkönigbilder bereits ein Rendering zum neuen ID.3 gemacht, das im Großen und Ganzen mit der blaurot getarnten Version übereinstimmt. Vorne gibt es auffälligere Lufteinlässe als bei der Studie, die Scheinwerfer sind konventioneller. Außerdem sind die Türen konventionell angeschlagen. Die Räder (im Gurkenhobel-Stil) sehen ähnlich aerodynamisch ausgefeilt aus wie bei der Studie. Bei der blauroten Version haben sie ebenfalls eine sehr ungewöhnliche Form.

VW-ID Alias Neo (Rendern)
Unser Rendering
Volkswagen MEB
Die Studie ID

Abmessungen

Von der Größe her soll der ID.3 ein Kompaktwagen à la Golf sein, wobei der Wagen innen so viel Platz wie ein Passat bieten soll. Dazu passt, dass der Radstand mit (offiziell bestätigten) 2,83 Meter größer ist als beim heutigen VW Passat. Autoexpress.co.uk spricht von einer Länge von 4,25 Meter.

Interieur

Innen hat der I.D. angeblich ein völlig neues Cockpit mit nur wenigen Tasten, die Bedienung soll durch den Touchscreen oder über eine neue Spracherkennung erfolgen, zudem gibt es ein kleines Display hinter dem Lenkrad und ein Head-up-Display.

Volkswagen MEB
Volkswagen MEB
Volkswagen MEB

Wie es weitergeht

Messepremiere hat der ID.3 auf der IAA im September 2019. Erst dann wird es richtige Fotos und Daten zu Abmessungen, Kofferraum, Leistung und dergleichen geben. Produziert wird der Wagen ab Ende 2019, und zwar in Zwickau. Die dann entstehenden Autos dürften erst mal in Early-Adopter-Märkte wie Norwegen gehen, denn die Auslieferung in Deutschland soll laut VW erst Mitte 2020 beginnen. Die wichtigsten europäischen Märkte für den ID.3 sollen Norwegen, Deutschland, Niederlande, Frankreich, Großbritannien und Österreich sein. In den Jahren nach 2020 will VW mehr als 100.000 ID-Fahrzeuge pro Jahr verkaufen.

Dazu zählt dann auch die Serienversion des ID. Crozz, die ebenfalls noch 2020 starten soll. ID. Buzz und ID.Vizzion folgen erst 2022. Laut einem Interview, das Edison mit dem e-Mobility-Baureihenleiter von VW, Christian Senger, führte, soll es aber auch einen Kleinwagen auf der ID-Plattform geben. Der dürfte ID.2 heißen. Die größeren Brüder werden wohl ID.4 bis ID.9 heißen, die SUVs ID.3X und so weiter, wie die Wirtschaftswoche erfahren haben will.

Und die Brennstoffzelle?

Aus alldem geht hervor, dass VW zunächst allein auf den reinen Elektroantrieb setzt. Mit der Brennstoffzelle beschäftigt sich der Konzern, so Stackmann auf dem Event, doch möchte VW nicht darauf warten. Zunächst stehe der Elektroantrieb im Fokus. Damit dürfte VW richtig liegen. Denn schon 2021 muss der CO2-Grenzwert von 95 Gramm pro Kilometer eingehalten werden. Zudem erhöht der wichtigste VW-Markt China jährlich die Elektro-Quote.

Quellen: VW, WirtschaftswocheAutoexpress.co.uk, Edisonelektrowoz.pl

Bildergalerie: Volkswagen ID. (Testfahrten in Südafrika 2018)