Die Amis bekommen 2019 ein eigenes Modell mit konservativer Technik

Für jeden Markt die passenden Modelle: Eine globale Marke wie VW weiß um die lokalen Kundenwünsche. Doch in den USA tat man sich lange schwer, zudem wurde dort die Dieselaffäre ausgelöst. Was Donald Trump freuen dürfte: Schon seit 2011 baut VW in Chattanooga (Tennessee) eine eigene Version des Passat für den nordamerikanischen Markt und den Export nach China. 2019 präsentiert man dessen zweite Generation. Jetzt gibt es erste Designskizzen des Wagens.

Obwohl man seitens VW inzwischen verstärkt auf SUVs setzt, pflegt man auch die klassische Limousine mit Stufenheck. (Vermutlich würden US-Kunden nicht einmal wissen, was ein Variant ist ...) Den Anfang machte der brandneue Jetta, nun folgt der Passat in ähnlich sportlicher Linienführung. Auffallend ist der massive Grill, an dessen Enden sich die Scheinwerfer fließend integrieren. Vorbild ist hier der Arteon, während die Heckpartie mit ihrem kurzen Überhang und den schmalen Leuchten wieder am Jetta orientiert.

Bildergalerie: 2020 VW Passat (USA) Teaser

Aufgrund verschärfter Sicherheitsvorschriften wird der US-Passat etwas länger. Bislang streckte sich das Stufenheck auf 4,87 Meter. Unter dem Blech bleibt man konservativ: Weder Allrad noch Elektrifizierung sind geplant. Parallel entfällt der 3,6-Liter-V6 mit 280 PS. Aktuell setzt der nach seinem Projektnamen "New Midsize Sedan" intern NMS betitelte Passat an der Basis auf einen 1.8 TSI mit 170 PS. Bis 2014 gab es sogar noch einen Fünfzylinder-Sauger mit 2,5 Liter Hubraum bei gleicher Leistung. Serienmäßig ist bislang eine Sechsgang-Automatik, hier wird man wohl wie beim Jetta auf acht Gänge wechseln.

Anders als beim Jetta ist der Modulare Querbaukasten (MQB) kein Thema. Viel Platz für wenig Geld ist die Devise des US-Passat, erkauft wurde das durch schlichtere Matrialien innen und den Verzicht auf eine aufwendige Hinterachse.

Aber warum bleibt Volkswagen bei der alten Plattform? "Dieses Segment schrumpft, und wir haben uns gedacht, dass wir den Kunden mit der aktuellen Plattform alles bieten können, was sie brauchen, anstatt für den Wechsel auf eine neue Plattform zu bezahlen", erklärt Kai Oltmanns, Produktmanager für den US-Passat. So sehr wir auch enttäuscht sind, dass der neue Passat keine Umstellung auf die MQB-Architektur vornimmt, wir müssen zugeben, dass VW vielleicht recht hat. Anders formuliert: Klassische Limousinen gehen in den USA nur noch über den Preis.

2020 Volkswagen Passat Prototype: First Drive
2020 Volkswagen Passat Prototype: First Drive
2020 Volkswagen Passat Prototype: First Drive

Das 2020er-Modell des US-Passat (dort zählt man anders) wird in insgesamt vier Ausstattungsvarianten mit Optionen wie Spurassistent, Regensensor, adaptiver Geschwindigkeitsregelung, Umgebungsbeleuchtung und Navigation angeboten. Das Fahrzeug wird Anfang 2019 vorgestellt (vermutlich in Detroit) und einige Monate später in den Verkauf gehen. Zu Preisen äußert sich VW noch nicht. Bislang startet der Passat in den USA bei 25.295 Dollar, umgerechnet rund 22.300 Euro.

Quelle: Volkswagen

Bildergalerie: 2020 Volkswagen Passat (USA): Erste Fahrt im Prototyp