Und einen Kompressor hat er auch noch! Das ist der Frankenstein Benz. Herr im Himmel, wir wollen dieses Auto ...

Currywurst und Pommes. Fußball und Bier. Große Motoren in kleinen Autos. Manche Kombinationen sind einfach unschlagbar gut. Gleiches dürfte auch für diesen völlig absurden Umbau gelten. Sein amüsanter Mix besteht aus dem kantigen Leib eines Mittachtziger-Mercedes-190E, dem Chassis und dem Antrieb einer C 63 AMG Limousine (W204) sowie der Optik des legendären 190 Evo II. Vermutlich hat niemand so ein Auto vermisst, aber jetzt wo wir es kennen, wollen wir unbedingt eins haben. Der Frankenstein Benz, wie ihn Erbauer Piper Motorsport offiziell nennt, ist wohl eines der verrücktesten Projekte, das wir je gesehen haben. Und mit Freude verkünden wir, dass er jetzt endlich fertig ist. 

Noch mehr absurde Monster-Umbauten

Das erste Foto, das den Beginn des irren Frankenstein-Projekts dokumentiert, datiert vom 9. Oktober 2013. Sprich: Piper Motorsport brauchte gut fünf Jahre für den Umbau. Anfang September 2018 konnte man das Ding dann endlich in all seiner Pracht enthüllen. Warum es so lang gedauert hat? Nun, die Arbeit war wohl nicht ganz ohne ...

"Um es kurz zu machen ... der 190E kriegt den Motor, das Getriebe, den kompletten Antriebsstrang, das Fahrwerk, die Bremsen, das Armaturenbrett und sogar den Unterboden vom C 63 AMG", heißt es auf der Facebook-Seite von Piper Motorsport. Dort hat man auch den kompletten Umbau haarklein mit Bildern dokumentiert. Wir haben die monströse, 163 Bilder umfassende Galerie für Sie am Ende dieses Artikels angehängt. Und glauben Sie uns, die paar Minuten, sich all den Aufwand mit den Unmengen an spezialangefertigten Teilen anzusehen, lohnen sich wirklich. 

Mercedes-Benz Frankenstein project
Mercedes-Benz Frankenstein project

Zuerst musste der Tuner ein Hilfsgestell anfertigen, um die Karosse des 190ers von seinem Unterbau zu entfernen. Dann schnibbelte man so lange am C 63 herum, entfernte auch tragende Teile und kürzte seinen Radstand, bis der alte 80er-Jahre-Kasten um ihn herumpasste. Die erforderliche Steifigkeit wird übrigens durch einen versteckten Überrollkäfig und andere interne Verstärkungen sichergestellt. Nach diversen Modifikationen an den Aufnahmepunkten für Motor und Getriebe, konnten auch diese installiert werden. Interessanterweise passte das Armaturenbrett des C63 relativ mühelos in die engen Grenzen des 190ers.

Eines unserer Lieblingsteile ist die neue Mittelkonsole. Eine komplette Spezialanfertigung, die sowohl die 7-Gang-Automatik als auch die Fensterheber und den Schließ-Mechanismus des Autos aufnimmt. Letzterer funktioniert übrigens noch mit dem Original-Schlüssel des C 63.

Wenig überraschend war auch der Motorraum eine ziemliche Hausnummer. Schließlich ist der 6,2-Liter-V8 in etwa doppelt so groß wie der Vierzylinder, der im 190E ursprünglich sein Dasein fristete. Piper Motorsport musste also diverse Ölkühler umsiedeln, große Teile der Front umgestalten sowie den Klimakondensator und den Hauptbremszylinder modifizieren, damit alles unter die Serienhaube passte. Dass man die Aufhängungen der vorderen Stoßdämpfer um 20 Millimeter pro Seite schmälern musste, um sie in der engeren Karosse unterzubringen, machte die Angelegenheit auch nicht gerade leichter. Der neue Vierrohr-Auspuff, den Sie auf den Bildern sehen, wurde übrigens mit Teilen von Modern Horsepower und Borla aufgebaut.

Mercedes-Benz Frankenstein project

Prinzipiell hätte man jetzt ein Gefährt gehabt, das an Understatement wohl kaum zu übertreffen ist. Allerdings wollte der Kunde, dass sein wunderbarer Freak aussieht wie ein 1990er 190 E 2.5-16 Evolution II. Sie wissen schon das vom übererfolgreichen DTM-Auto abgeleitete Flügelmonster, das heutzutage für absolut absurde Summen auf dem Gebrauchtwagenmarkt gehandelt wird. Bis Anfang 2017 hatte Piper Motorsport die optischen Wünsche seines Klienten soweit umgesetzt. 

Dann nahm man Motor und Fahrwerk wieder heraus und machte sich an die Lackierung. Anschließend passierte ... nichts. Ein ganzes Jahr keine Fortschritte im Facebook-Album. Das änderte sich im Frühjahr 2018. Zu dieser Zeit hatte man dem Frankenstein Benz dann zu allem Überfluss auch noch einen Kompressor angedeihen lassen. Der nötige Kühler steckt im Kofferraum. 

Mitte September präsentierte man dann die neuesten Fotos, die den Über-190er wohl in seinem finalen Zustand zeigen. Leistungsdaten gibt es leider noch keine, aber ohne Kompressor leistet der 6,2-Liter-Achtzylinder-Sauger ja schon mindestens 457 PS. Mit den getätigten Modifikationen sollte eine PS-Zahl von 700 plus X absolut realistisch sein. Alte Baby-Benze auf neueren AMG-Benzen? Daran könnten wir uns wirklich gewöhnen ... 

Quelle: Piper Motorsport via TheDrive

Bildergalerie: Mercedes-Benz Frankenstein Projekt