Einer der größten Automobilveredler der Welt verliert seinen Gründer

Prof. h.c. Bodo Buschmann, geboren am 27. August 1955, Gründer und CEO von Brabus, dem größten herstellerunabhängigen Automobilveredler der Welt und renommierter Hersteller von High-Performance-Supercars, verstarb am 26. April 2018 nach kurzer Krankheit. Dies teilte das Unternehmen soeben mit.

Benzin im Blut
Von klein auf Autofan mit Benzin im Blut, gründete Buschmann im Herbst 1977, noch während seines Jura- und Betriebswirtschaftsstudiums, die Brabus GmbH in Bottrop. Vom ersten Tag an bis heute befasste sich das Unternehmen mit der exklusiven Veredelung von Mercedes-Benz-Automobilen.

Weltweite Bekanntheit
Der erste Betriebssitz, eine kleine Werkstatt in der Straße hinter dem Autohaus seiner Eltern, wurde schnell zu klein, es folgte kurze Zeit später der Umzug in das erste eigene Firmengebäude – das heutige Brabus-Werk 1. Das Geschäft entwickelte sich rasant weiter: Brabus war längst nicht mehr nur in seiner Heimat, dem Ruhrgebiet, bekannt: Bei Autokennern auf der ganzen Welt sprach sich schnell herum, dass Buschmanns Unternehmen Tuning in höchster Qualität bot.

Ins Guinness Buch der Rekorde
Als Unternehmer hatte Buschmann in diesen Jahren ein besonderes Gespür für erfolgreiche Ideen und Produkte. In seiner Firma gab er Vollgas, von morgens früh bis spät in den Abend, von Montag bis Sonntag. So machte er Brabus in der Autoindustrie zum Global Player. Exklusive Supercars wie der mehr als 370 km/h schnelle Brabus 900 Rocket schrieben nicht nur Automobilgeschichte, sondern schafften auch mehrmals die Aufnahme ins Guinness-Buch der Rekorde.

Zu jeder Zeit ein Vorbild
Trotz aller Erfolge und allem Streben nach Perfektion blieb der Macher Buschmann auch immer Mensch: In all den Jahren gelang es ihm stets, die richtigen Mitarbeiter, die besten Profis ihres Fachs, um sich zu scharen. Für sie alle war er zu jeder Zeit ein Vorbild für Ehrgeiz, Professionalität und Fleiß. Seine 40- Stundenwoche hatte Buschmann meistens schon am Mittwoch voll.

Fahrzeugveredelung salonfähig gemacht
Mit seinen Ideen und seinem hohen Qualitätsanspruch hat Buschmann nicht nur sein eigenes Unternehmen zu einer der renommiertesten Marken der Autobranche gemacht. Auch als Präsident des VDAT e.V., dem von ihm mit begründeten Verband der Automobil-Tuner, hatte er großen Anteil daran, dass Fahrzeugveredelung weltweit salonfähig wurde. Die gesamte Brabus-Familie, Mitarbeiter, Kunden und Freunde in aller Welt, werden ihn wohl sehr vermissen, trauern um den Visionär und Macher, vor allem aber um den Menschen, Kameraden und Freund Bodo Buschmann, der die Tuningbranche wie kein anderer geprägt hat.

Auch Motor1.com trauert

Auch das Team von Motor1.com Deutschland trauert. Als Chefredakteur von Motor1.com beziehungsweise AutoNEWS hatte ich in den vergangenen Jahren immer wieder Kontakt mit dem stets freundlichen und der Presse gegenüber äußerst aufgeschlossenen Brabus-Chef. Wann und wo immer ich an einen Messestand der Firma kam, umsorgte mich Buschmann, bot mir persönlich eine Erfrischung an und verdingte unverzüglich einen seiner stets sachkundigen Mitarbeiter, mir alle Messeneuheiten am Stand zu erklären – wenn er es nicht gleich selbst machte.

Die Essen Motor Show
Ich erinnere mich noch, wie wir vor einigen Jahren einmal mittags anlässlich einer Smart-Brabus-Pressefahrt zusammensaßen und auf die Essen Motor Show zu sprechen kamen. Mein vernichtendes Urteil, dass dies die Messe mit den weltweit schlechtesten Arbeitsbedingungen für Journalisten sei, machte ihn hellhörig. Ich sollte ihm eine Mail dazu schreiben, denn er war im Beirat der Messe. Und so schilderte ich ihm, dass man vor Eröffnung der Messe nicht in das Pressezentrum kam und draußen im Regen warten musste, dass es keine Garderobe gab, keine PC-Arbeitsplätze und vor allem keinen kostenlosen WLAN-Zugang für Journalisten – Standards, die andernorts längst selbstverständlich waren. Als ich bei der darauffolgenden Essen Motor Show an den Brabus-Stand kam, lächelte mich Buschmann an und fragte: “Na, Herr Hoffmann, wie ist es?” Was soll ich sagen – alles war in bester Ordnung, der Brabus-Chef hatte dafür gesorgt, dass die Mängel abgestellt waren und wir von AutoNEWS besuchen die Messe seitdem immer gerne. Bedauerlich nur, dass er künftig nicht mehr dabei sein wird.

Die nächste Generation steht bereit
Der Vorzeigeunternehmer aus Bottrop wäre allerdings nicht Bodo Buschmann gewesen, wenn er nicht längst die Weichen für die Zukunft seines Unternehmens gestellt hätte. Die nächste Generation der Familie übernimmt bereits seit einiger Zeit wichtige Aufgaben im Management. Allen voran Constantin Buschmann, der bisher als CMO in der Geschäftsleitung für Marketing und Sales verantwortlich war. Er übernimmt ab sofort als CEO der Brabus-Unternehmensgruppe alle Aufgaben seines Vaters. Weitere Schlüsselpositionen in der Geschäftsleitung bleiben mit Dipl. Ing. Ulrich-Joachim Gauffrés als CTO, Geschäftsleitung Technik, und Stefan Hosters als CFO, Geschäftsleitung Finanzen und Personal, mit Brabus-Urgesteinen besetzt. Die Geschäftsleitung, das Brabus-Team und seine Familie werden das Lebenswerk von Prof. h.c. Bodo Buschmann in seinem Sinne fortführen. Wir von Motor1.com Deutschland drücken ihnen hiermit unsere Anteilnahme aus.

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