Kompaktlimousine wächst deutlich, kommt auch nach Europa

Lange galt sie als verpönt. Als seltsam geformte Spardose für Rentner, Spießer und Entwicklungsländer. Doch das Image der Kompaktlimousine hat in den vergangenen Jahren einen beispiellosen Aufstieg erfahren. Autos wie die A3 Limousine waren plötzlich mehr als ein fahrender Kofferraum. Sie waren … schön. Na gut, dass das klassische Stufenheck auf dem nach wie vor boomenden chinesischen Markt unabdingbar ist, hat sicher auch ein wenig geholfen. BMW hat für das Land des Lächelns (und der gewaltigen Verkaufszahlen) sogar extra eine 1er Limousine entworfen. Anfang 2017 kam sie auf den Markt. Mercedes hat nun das gleiche im Sinn. Der große Unterschied ist: Die neue A-Klasse Limousine kommt auch zu uns. Und darüber sollten wir uns durchaus freuen, denn der Baby Benz mit Stufenheck ist – zumindest unserer Meinung nach – eine echte Schönheit geworden.

Langversion für China
Passenderweise hat sich Mercedes für die Premiere der A-Klasse Limousine die Peking Motorshow 2018 (25. April bis 4. Mai) ausgesucht. Wobei A-Klasse Limousine eigentlich nicht ganz richtig ist. Es fehlt noch ein mittiges „L“. Jawohl, was der Chinese will, ist Platz im Fond. Daher spendiert man ihm tatsächlich eine A-Klasse Langversion. Deren Radstand wächst im Vergleich zum neuen A-Klasse-Schrägheck um sechs Zentimeter auf 2,79 Meter. Das Kofferraumvolumen beträgt 420 Liter und damit 50 Liter mehr als bei der normalen A-Klasse. Insgesamt erreicht der bisher eleganteste A eine Länge von 4,61 Meter. Das sind stolze 19 Zentimeter mehr als beim fünftürigen Bruder. Ganz nebenbei entspricht das auch ziemlich genau der Länge der zweiten C-Klasse-Generation (W203).

Nah an der Studie Concept A Sedan
Der Optik der neuesten A-Klasse kommt das nur zu Gute. Die Proportionen wirken auf den Punkt, die Ähnlichkeit zur rattenscharfen Studie Concept A Sedan (2017 in Shanghai präsentiert) sind verblüffend groß. In China wird es die zwei Versionen „Sedan“ und „Sport Sedan“ geben. Letztere unterscheidet sich offenbar nur durch zwei Powerdomes auf der Motorhaube. Wer sich auch farblich abgrenzen will, bekommt das neue und äußert flamboyante Rosé Gold auf seine A-Limousine gepinselt.

Innen geht die Revolution weiter
Innen geht die A-Klasse Limousine die gleichen revolutionären Wege, die auch der Fünftürer beschreitet. Sprich: Wo in einem weit zurückliegenden Jahrhundert irgendwann mal klassische Instrumente waren, thronen nun zwei mindestens sieben Zoll große, voll digitale, frei konfigurierbare Bildschirme. Außerdem kriegt man das neue Multimediasystem MBUX aufgetischt, das natürliche Sprache versteht, ständig lernt und sich den Wünschen des Fahrers permanent anpasst. Sogar verschiedene chinesische Dialekte versteht das schlaue Ding. Wenn Sie also – aus welchem Grund auch immer – nur Sichuan und nicht Kantonesisch sprechen, ist das für MBUX kein Problem. Ein weiteres Hightech-Highlight, von dem auch die A-Klasse Limousine profitiert, ist die Augmented-Reality-Technologie, die Ihnen bei der Navigation Richtungspfeile oder Hausnummern ins von der Frontkamera aufgenommene Echtzeitbild einblendet. Außerdem gibt es sämtliche (Selbst-)Fahrhilfen aus der S-Klasse.

Ab der zweiten Jahreshälfte 2018
Auf dem chinesischen Markt wird die A-Klasse L Limousine zunächst mit drei Motorisierungen angeboten. Den 1,33-Liter-Benziner gibt es mit 136 und 163 PS, der 2,0-Liter-Benziner leistet 190 PS und damit 34 PS weniger als bei uns. Die Varianten mit 136 und 190 PS dürften über kurz oder lang aber auch den Weg zu den europäischen Händlern finden. Die A-Klasse Limousine – wie erwähnt – natürlich auch. Sowohl in China als auch im Rest der Welt soll das Auto in der zweiten Jahreshälfte 2018 auf den Markt kommen. Es ist aber stark davon auszugehen, dass der Stufenheck-A außerhalb Chinas ohne den längeren Radstand auskommen muss.

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