Suzuki Celerio: Neuer Kleinstwagen aus Indien

Bensheim / Hamamatsu (Japan), 10. Februar 2014 – 6.890 Euro: Soviel muss man für Deutschlands billigstes Auto bezahlen, den Dacia Sandero. Er könnte neue Konkurrenz bekommen, denn der nun vorgestellte Suzuki Celerio kostet in Indien weniger als 5.000 Euro. Der Kleinstwagen sieht etwas eckiger und konventioneller aus als der Vorgänger Alto. Weltpremiere ist auf der 12. Auto Expo in Neu-Delhi (7. bis 11. Februar 2014). Kurz darauf ist die Europa-Version auf dem Auto-Salon in Genf (6. bis 16. März 2014) zu sehen. Markteinführung soll in der zweiten Jahreshälfte 2014 sein. Der Alto wird zunächst weiter angeboten werden – ähnlich wie bei Suzukis Klein-SUV die alte Version als SX4 Classic neben dem neuen SX4 S-Cross offeriert wird.

Sparsames Weltauto mit niedrigem Verbrauch
Der aktuelle Alto wurde 2008 auf dem Pariser Autosalon vorgestellt und ist derzeit ab 8.990 Euro zu haben. Unter gleichem Namen wird er auch in Japan verkauft, während das Auto in Südamerika heute schon Celerio heißt und in Indien Maruti Suzuki A-Star. Baugleich bis auf den Kühlergrill und die Scheinwerfer war der Nissan Pixo, dessen Produktion allerdings im Herbst 2013 auslief. Für den Antrieb sorgt beim Alto ein Einliter-Dreizylinder mit 68 PS und 90 Newtonmeter Drehmoment. Die indische Version des Celerio besitzt die gleichen Motordaten. Suzuki verspricht CO2-Werte, die zu den niedrigsten im Segment zählen. Rekordhalter ist derzeit der Fiat 500 0.9 Twinair mit 92 Gramm je Kilometer, was 4,0 Liter Verbrauch auf 100 Kilometer entspricht. Der Alto emittiert 99 Gramm und hat einen Normverbrauch von 4,3 Liter.

Mit automatisiertem Schaltgetriebe
Den Alto gibt es wahlweise mit Fünfgang-Schaltung oder mit Viergang-Automatik. Beim Celerio wird die Automatik durch ein automatisiertes Schaltgetriebe namens EZ Drive ersetzt. Mit 3,60 Meter ist der Celerio exakt zehn Zentimeter länger als der Vorgänger. Die stattliche Höhe von 1,56 Meter dürfte das Ein- und Aussteigen in den Fünftürer vereinfachen. Das Kofferraumvolumen von 235 Liter liegt deutlich über dem des Alto, der nur 129 Liter bietet. In Indien ist der Celerio ab 390.000 Rupien zu haben, das sind nur rund 4.600 Euro. Für das automatisierte Getriebe werden etwa 500 Euro Aufpreis verlangt.

Die Preisfrage
Weniger als 5.000 Euro also. Nicht viel Geld, aber wer sich nun gleich kaufbereit macht, sollte sich an die Markteinführung des Dacia Logan erinnern: Der kostete in Osteuropa ebenfalls nur etwa 5.000 Euro, in Deutschland wurden daraus über 7.000 Euro. Ähnlich dürfte es auch hier gehen, denn die indische Basisversion LXi ist sehr dürftig ausgestattet: Nicht nur Airbags, ABS und ESP fehlen, sondern auch der Heckscheibenwischer, eine Audioanlage und elektrische Fensterheber. Eine Klimaanlage ist allerdings Serie. Neben dem LXi gibt es die Versionen VXi, ZXi und ZXi optimized. Die Topversion kostet 496.000 Rupien oder etwa 5.800 Euro. Auch wenn man die hier noch fehlenden Elemente ESP sowie Seitenairbags dazurechnet: Der Celerio könnte günstiger werden als der Dacia Sandero mit 75 PS für 6.890 Euro. Den Preis für Deutschland dürfte Suzuki zur Messe in Genf bekannt geben. Man darf gespannt sein.

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