Solar, Pick-ups, autonomes Car-Sharing und mehr

Gut zehn Jahre nachdem Tesla-Chef Elon Musk den ersten ,Masterplan" für sein Elektroauto-Startup veröffentlichte, folgt nun ,master plan, part deux". In einer Art launig geschriebenem Blog-Eintrag auf Teslas eigener Website skizziert Musk darin, wie das Unternehmen sich auf eine umweltfreundlichere und autonomere Zukunft einstellt. Dabei gehen die Pläne weit über die bloße Bereitstellung von persönlichen Transportmitteln in Form von Autos hinaus. Die zweite Stufe von Teslas ,Masterplan" beinhaltet das Generieren und Speichern von Solarenergie, den Einstieg bei kommerziellen Vehikeln und öffentlichen Verkehrsmitteln sowie stetige Verbesserungen beim Thema autonomes Fahren. Außerdem sollen Tesla-Kunden künftig die Möglichkeit haben, mit ihren autonomen Fahrzeugen Geld zu verdienen, indem sie sich selbstfahrenden Flotten anschließen.

Neue Modell-Ideen
Was den Ausbau des eigenen Modellprogramms angeht, gibt es ebenfalls spannende Neuigkeiten. Ein Fahrzeug unterhalb des angekündigten Model 3 wird es laut Musk nicht geben. Als sicher gelten dafür der Bau eines neuen Kompakt-SUV sowie eines Pick-up-Trucks. Absolute Priorität hätten aber der schnellstmögliche Ausbau der Produktionskapazität sowie eine Steigerung der Produktionseffizienz. Tesla will dafür in Zukunft auch die Maschinen fertigen, die die Autos bauen. Musk hat aber nicht nur den klassischen Automobilmarkt im Auge. Er sehe die Notwendigkeit für elektrische Lastwagen und ,urbanen Transport mit hoher Passagierdichte", sprich: für autonome Busse. Die Konzepte sowohl für die Laster als auch für das öffentliche Verkehrsmittel sollen bereits 2017 gezeigt werden. Erst kürzlich hatte Mercedes mit dem ,Future Bus" ein autonom fahrendes Nahverkehrsmittel präsentiert, das laut eigener Aussage schon in absehbarer Zukunft in Serie gehen soll.

Wie geht's autonom weiter?
Ein großes Problem ist das autonome Fahren. Gerade für Tesla, das in den letzten Wochen – gelinde gesagt – nicht unbedingt positive Schlagzeilen bei diesem Thema produziert hat. Musk verspricht, dass alle Tesla-Fahrzeuge in Zukunft eine Art Fehler-Backup haben werden. Das bedeutet: Egal, welches System im Auto versagt, es wird die Fahrt sicher und ohne Input des Fahrers weiterführen. Momentan würden täglich fünf Millionen Kilometer von teilautonom fahrenden Teslas in das permanent lernende System eingespeist. Musk geht davon aus, dass es etwa zehn Milliarden (!) solcher Kilometer bedarf, bevor die Gesetzgebung bereit ist, komplett autonom fahrende Autos zu erlauben. Bis dahin hat Musk versprochen, der in Zweifel gezogene Autopilot werde solange eine Beta-Version bleiben, bis bewiesen wurde, dass er mindestens zehnmal sicherer fährt als ein Mensch (anhand von durchschnittlichen US-Unfall-Statistiken).

Geld verdienen mit Car-Sharing
Der nächste Punkt auf Musks Liste handelt vom Car-Sharing. Auf diese Weise umgeht Tesla auch die Problematik, ein günstigeres Auto unterhalb des etwa 30.000 US-Dollar teuren Model 3 anbieten zu müssen. Das Thema muss freilich noch warten, bis komplett autonomes Fahren von den Behörden abgesegnet wurde. Dann aber sieht Musk eine Zukunft, in der man seinen Tesla per Smartphone-App zu einer Car-Sharing-Flotte hinzufügen kann. Man kann sich das wohl wie ein selbstfahrendes Uber-Taxi-Szenario vorstellen. Während man arbeitet, schläft oder im Urlaub weilt, kann eine andere Person das Fahrzeug nutzen. Das Auto übernimmt das Fahren und spielt einem so Geld ein, welches wiederum die Haltungskosten reduziert. Auch Tesla selbst will eine Flotte von autonomen Fahrzeugen bereitstellen.

Lass die Sonne rein
Und dann hätten wir da noch das Thema Solarenergie. Prinzipiell geht es dabei um die Zusammenführung von Elon Musks E-Auto-Unternehmen und seiner Solar-Paneel-Firma SolarCity. Musk will ,wunderschöne" Solardächer direkt mit Batterien verbinden. Alles voll integriert, kinderleicht per Smartphone-App bestellbar und kompatibel mit Teslas Heim-Energiesystem Powerwall. Ehrgeizige Pläne, wie man sie von Tesla-Chef Elon Musk gewohnt ist. Einiges davon ist schon in naher Zukunft vorstellbar, die neuen Modellreihen beispielsweise oder die volle Solarenergie-Integration. Andere Bereiche wie der öffentliche Transport oder das autonome Car-Sharing könnten von der Gesetzgebung noch deutlich länger blockert werden, als Pionier Musk vielleicht denkt. Spannend bleibt es um den streitbaren Elektroauto-Hersteller in jedem Fall.

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