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EuroNCAP-Crashtest zu vierrädrigen Kleinstfahrzeugen (2016)

Mini-Mobile mit Mini-Sicherheit

Todesfalle Leichtkraftwagen

Stefan Leichsenring Stefan Leichsenring

Von: Stefan Leichsenring

6. Apr. 2016 um 17:33 Uhr

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Normalerweise untersuchen die Experten der internationalen Crashtest-Organisation EuroNCAP die Sicherheit von ganz normalen Pkw. Doch wie sicher sind eigentlich Kleinstfahrzeuge, die eine viel kleinere Knautschzone haben und nur ganz wenig Sicherheitsausstattung mitbringen? Das fragten sich die Techniker und haben sich vier von den Stadtflöhen vorgenommen.

Testkandidaten bieten kaum Sicherheit
Untersucht wurden Aixam Crossover GTR, Bajaj Qute, Chatenet CH30 und Microcar M.GO Family. An jedem Minimobil führten die Experten zwei Tests durch: einen Frontalaufprall bei 50 km/h gegen eine deformierbare Barriere mit voller Überdeckung und einen Seitenaufprall einer deformierbaren Barriere bei 50 km/h. Bei jedem Test kann ein Fahrzeug maximal 16 Punkte erringen. Daraus wird ein Sterne-Rating mit bis zu fünf Sternen ermittelt. Doch keines der vier Minimobile erzielte mehr als zwei davon. Schon 2014 hatte sich gezeigt, dass Kleinstfahrzeuge bei der Unfallsicherheit nicht mit normalen Autos vergleichbar sind. Damals hatten die Fachleute den Renault Twizy, den Tazzari Zero, das Club Car 2+2 Villager LSV und den Ligier IXO JS Line Viersitzer getestet – mit Ergebnissen zwischen null und zwei Sternen. Die Hoffnung von EuroNCAP auf eine verbesserte Sicherheit bei Kleinstfahrzeugen zerplatzte nun beim aktuellen Testdurchgang.

Luftsack als Luftnummer
Für den Käufer sehen die Cityflöhe aus wie Kleinstwagen und konkurrieren mit diesen. Sie sind teilweise sogar teurer als gleich große Gebraucht-Pkw, so EuroNCAP. Doch die Kleinfahrzeuge unterliegen nicht den gleichen Vorschriften wie Pkw, insbesondere müssen sie keine Crashtests bestehen, bevor sie verkauft werden dürfen. Und ihre Crashsicherheit ist deutlich geringer als bei gleich großen Pkw. So ist das Microcar M.GO von Ligier das einzige, für das optional ein Fahrer-Airbag angeboten wird. Doch der Luftsack ist eine Luftnummer – er erwies sich bei den Crashtests als unwirksam zum Schutz des Fahrers. EuroNCAP-Chef Michiel van Ratingen meint: ,Einfache Änderungen könnten zu deutlichen Verbesserungen führen, ohne dass Gewicht oder Kosten stark steigen würden. Umweltgründe sind keine Entschuldigung für unsichere Fahrzeuge. Deshalb fordert EuroNCAP erneut, dass Sicherheit bei den vierrädrigen Kleinfahrzeugen Priorität erhält."

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