Das ultimative E-Bike kostet 30.000 Euro

Normale E-Bikes kosten rund 1.500 bis 3.500 Euro. Teuer im Vergleich zu normalen Fahrrädern, aber ein Klacks gegen das Bike vom holländischen Hersteller Trefecta, das mehrere Zehntausend Euro kostet. Aber das Edel-Mountainbike soll auch das Nonplusultra unter den E-Bikes sein.

Technisch möglich sind 70 km/h
Seine recht martialische Optik verdankt das Rad der Tatsache, dass es einst fürs Militär entwickelt wurde. Der Rahmen besteht aus Aluminium und erinnert mit seiner massiven Bauweise eher an Motor- als an Fahrräder. So ergibt sich ein ziemlich happiges Gewicht von 38 Kilo – die meisten normalen E-Bikes liegen zwischen 20 und 30 Kilo. Aber das Trefecta ist eben kein normales E-Bike. Das zeigt sich schon beim Elektromotor, der 4.000 Watt bringt. Er könnte das Bike auf bis zu 70 km/h beschleunigen.

Pedelec, S-Pedelec oder ohne Zulassung
Wenn man allerdings ein Rad möchte, das auch auf öffentlichen Straßen verwendet werden darf, sollte man die Höchstgeschwindigkeit beschränken lassen – Trefecta ist hier flexibel und richtet sich nach dem Kundenwunsch. Möglich sind Pedelecs, bei denen die Unterstützung durch den E-Motor schon bei 25 km/h endet, und die Fahrrädern gleichgestellt sind. Mit einer Unterstützung bis 45 km/h ist die nächste Alternative ein sogenanntes S-Pedelec (Speed-Pedelec), das rechtlich wie ein Kleinkraftrad behandelt wird. Das heißt, es gilt Kennzeichen-, Haftpflichtversicherungs-, Führerschein- und Helmpflicht. Die dritte Alternative ist das nicht straßenzugelassene Rad mit Unterstützung bis 70 km/h.

Automatikgetriebe und verschiedene Federgabeln
Alle Trefecta-Räder haben eine 14-Gang-Rohloff-Nabenschaltung. Um die Gangwahl braucht man sich nicht zu kümmern, das übernimmt eine Automatik vom holländischen Hersteller Smesh. Die Räder sind vorn und hinten gefederte ,Fullies". Die Federgabel unterscheidet sich je nach Einsatzzweck: Die für den Stadteinsatz gedachten ,Urb"-Modelle haben eine einseitige Gabel mit 120 Millimeter Federweg, die eher fürs Gelände gedachten Drt-Versionen besitzen eine normale 180-Millimeter-Gabel. Die Laufräder haben das mountainbiketypische 26-Zoll-Format, sie sind allerdings nicht aus Alu, sondern aus Carbon, und man kann Vorder- und Hinterrad problemlos gegeneinander austauschen. Bei den Reifen hat man die Wahl aus Stadtreifen wie dem Schwalbe Big Ben und Downhillmodellen wie Rock Razor.

Vorprogrammierte Wheelies
Gebremst wird mit 203 Millimeter großen Scheiben. Das System unterstützt sogar eine Bremsenergierückgewinnung – wie beim Hybridauto. Ein weiteres Highlight ist die Smartphone-Integration: Das Handy wird in eine Halterung am Rahmen eingesetzt und dient außer zur Einstellung der Federn vorne und hinten auch als Tacho, und man kann einen Wheelie-Modus mit dem entsprechenden Anstellwinkel wählen.

Zum Preis eines VW Passat
Bis vor kurzem bot Trefecta vier Limited-Edition-Versionen an, vom Stadtrad mit 45 km/h Höchstgeschwindigkeit und 100 Kilometer Reichweite bis zum 70 km/h schnellen Offroad-Topmodell Drt Off-Road, das dafür nur 55 Kilometer mit einer Akkuladung schafft. Auch die Ausstattung war unterschiedlich: Die Urb-Stadtmodelle hatten anders als die Drt-Versionen Rückspiegel, lange Schutzbleche, eine Nummernschildhalterung und Reflektoren. Eine Preisliste der Trefecta-Bikes gibt es derzeit nicht, wie uns Firmenchef Gerben Klein Baltink auf Anfrage mitteilte. Alle Räder werden nach Kundenwunsch gebaut. Die erwähnten Limited-Edition-Räder sind bereits ausverkauft. Ihr Preis ist dennoch ein Anhaltspunkt: Sie kosteten nicht weniger als 29.500 Euro. Für diesen Preis bekommt man zum Beispiel auch schon ein BMW 2er Coupé oder einen VW Passat.

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